Das Haus der tausend Augen


‘Something terrifying is falling in love with Sheila...’


Originaltitel: This House Possessed (1981) Regie: Norman J. Warren
Drehbuch: David Levinson
Darsteller: Parker Stevenson, Lisa Eilbacher, Joan Bennett FSK: 16


Abteilung "Where are they now?"
This time: Parker Stevenson, singing Hasselhoffs Greatest Hits at dimly bars

Wer kennt das nicht? Man tollt auf fremden Grundstücken herum, suhlt sich auf dem Rasen, plötzlich kommt der Hauseigentümer an, holt den Gartenschlauch vor und spritzt einen von seinem Anwesen . Nervig, aber plausibel. Richtig unheimlich wird es aber, wenn es keinen Hauseigentümer gibt und die Immobilie selbst den Gartenschlauch heraus holt. So gesehen und geschehen beim Prolog von ’Das Haus der 1000 Augen’ aka ’Devils House - Wenn Mauern töten’ aka ’This House Possessed’.

Ein Traum in weiß: Die
eigene Krankenschwester
Als Popstar Gary (Parker Stevenson, ’Baywatch’) bei einem Konzert zusammenbricht und ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, verschreibt ihm sein Manager (Slim Pickens, ’1941’) erst einmal Ruhe. Um die zu bekommen, kauft er sich ein hoch modernes Anwesen in ländlicher Idylle und schleppt die liebenswerte Krankenschwester Sheila (Lisa Eilbacher, ’Beverly Hills Cop’) zur Rundum-Versorgung mit (das geht nur, wenn man privatversichert ist, Freunde). Was Gary jedoch nicht weiß, ist, dass dieses Haus ein schreckliches Eigenleben führt und nicht nur liebestolle Teenager vom Rasen scheucht, sondern auch eine unheimliche Verbindung mit Sheila hat, die Jahre zurück führt...

’Das Haus der 1000 Augen’ ist ein sogenanntes ’Movie of the Week’, das vom US-Fernsehsender NBC im Jahre 1981 produziert wurde. Bei vielen Horrorfans und regelmäßigen Zuschauern dieser TV-Streifen steht der Film nicht nur aus nostalgischen Gründen hoch im Kurs. Tatsächlich hat ’This House Possessed’ einen ganz eigenwilligen Charme, den er allmählich aufkeimendem Haunted-House-Grusel und sympathischen Darstellern verdankt.
Parker Stevenson und Lisa Eilbacher haben eine gut funktionierende Chemie und das merkt auch das wahnsinnige Haus recht schnell. Da wird jegliche Konkurrenz innerhalb des Gebäudes fix durch abstruse Tricksereien des Todes aus dem Weg geschafft. Sei es Hollywood-Altholz Slim Pickens, durch einen Spiegel, den er aus dem Anwesen stiehlt, die von Shelly Smith gespielte Ex des Popstars, die (’Carrie’ lässt grüßen) eine Blutdusche verpasst bekommt oder die Haushälterin, deren Auto vom Tor in der Einfahrt gnadenlos zerquetscht wird.

THIS HOUSE POSSESSED!

Die technische Umsetzung bleibt dabei zwar immer den TV-Standards der Achtziger Jahre treu, doch Atmosphäre kann man nicht für Geld kaufen und wenn am Ende eine Oma im Swimming Pool gekocht wird und das verrückte Anwesen völlig frei dreht, sind auch die leichten Längen zwischendurch vergessen. Gruselspezis, die sich nicht zu fein für Horror-Ramba-Zamba im Fernsehformat sind, werden beim ’Haus der 1000 Augen’ die Hütte wackeln lassen.


Hudson