House of Horror



Originaltitel: Evil Spirits (1990)
Regie: Gary Graver Drehbuch: Mikel Angel
Darsteller: Karen Black, Arte Johnson, Virginia Mayo FSK: 18


Ähmnähmnähm… ’House of Horror’ also. Ein Titel wie Donnerschlag. Eine Story wie das Grauen auf Brot verteilt:

Heute back ich,
morgen brau ich...
Karen Black spielt eine Witwe, die eine Pension unterhält, deren Bewohner (lauter alte Leute, Trinker und Irre, u.a. Michael Berryman, muss ich mehr sagen?) ihr die Rente übertragen, auf dass sie (Black) sich für den Rest ihres Lebens um sie (die Bewohner) kümmert. Ihr Mann ist übrigens gar nicht richtig tot, sondern spukt als Stimme in ihrem Kopf herum. Auch sonst geht’s im Haus heiß her. Es werden sinnlose Seancen veranstaltet, im Keller kraucht ein völlig kaputter Typ an der Kette herum, ein Bewohner nach dem anderen wird von Mrs. Black aus der Gästeliste entfernt und im Garten riecht’s ganz merkwürdig. Ein Schnüffler der Rentenkasse kommt dem Treiben auf die Spur, aber im Dunstkreis seiner neuen Gesellschaft stehen die Überlebenschancen mehr als schlecht…

“Seine mächtige Sense fuhr furchtbar auf uns herunter. Und das Laub der Bäume im Garten wurde rot von unserem Blut.“
“Wirklich, Ich seh immer nur Schlangen und dreiköpfige Babies.“
“Und ihr Kopf war der erste der abgemäht wurde.“
“Heiliger Strohrum.“

...und übermorgen helf ich
jungen Damen über die Straße.
Na, das war doch mal wieder ein verrückter Horror-Spaß der Marke ’So bad it’s good’. Die Story ist absolut hahnebüchen und ein perfektes Vehikel für Karen Black in der Hauptrolle. Das verrückteste hier ist, dass Michael Berryman keinen Irren spielt, sondern einen Schriftsteller namens Balzac. Er und Karen Black geben sich alle Mühe, dem gewillten Zuschauer (und der muss hier wirklich sehr gewillt sein) eine Show zu präsentieren. Blöderweise sind in der deutschen Fassung alle blutigen Abgänge herausgeschnitten worden, obwohl die Höhepunkte dieser Szenen hinten auf dem Videocover abgelichtet sind.
Sicherlich wird ein solches Schotterfilmchen, in dem sehr wenig Sinn macht und wo eine Stimme aus dem Off der Hauptdarstellerin willkürlich dazwischenquatscht kein Mainstream-Publikum erreichen. Aber für die Leute, die sich jeden Kram reinziehen, dürfte das ’House of Horror’ genau die richtige Bude sein, um einen herzhaften Abend zu verbringen.


Hudson