Horror House - House III


‘They tried to electrocute "Meat Cleaver" Max. It didn't work.’


Originaltitel: The Horror Show (1989) Regie: James Isaac & David Blyth
Drehbuch: Alan Smithee (Allyn Warner) & Leslie Bohem
Darsteller: Lance Henriksen, Brion James, Rita Taggart FSK: 18


“Das Böse ist nur eine Form elektrischer Impulse.“

Schau an, was die Wissenschaft des Films hier wieder für interessante Thesen herauskramt. Was bei ’Shocker’ und ’Nightmare on Elm Street’ funktioniert hat, könnte man ruhig nochmal zusammen kochen, dachte sich wohl Wes Craven Fan James Isaacs (’Jason X’) und machte genau das mit ’Horror House.’

All Hail Brion James!
Story: Seitdem Cop McCarthy (Lance Henriksen) seinen Partner an den irren Massenmörder Max Jenke (Brion James) verloren hat, plagen ihn schreckliche Alpträume. Als Jenke schließlich auf den Elekrtischen Stuhl geschnallt wird, kennt er keine Reue. Sein letzter Wunsch ist es, mit dem Beil begraben zu werden, mit dem er etlichen Menschen das Leben aus dem Leib gehackt hat. Doch der Stuhl braucht sehr lange, um seinen Körper zu töten. Es dauert fast 10 Minuten, die unschön von statten gehen. Nach Flüchen und Krämpfen ist Jenke schließlich dahin. Doch seine Seele denkt gar nicht ans Ableben und da sich Jenke auf private Elektromöbel konditioniert hat und dies ein übernatürlicher Horrorfilm ist, bekommt sie ihren Willen. Sie nistet sich im Ofen des Kellers von McCarthy’s Haus ein und belegt dessen Familie mit schrecklichem Terror aus dem Jenseits, der sich bald blutig manifestiert…

Zu allererst einmal die schlechte Nachricht für alle Fans der ’House’ Serie. Produzent Sean S. Cunningham (’Freitag der 13.’) hatte den Originaltitel ’The Horror Show’ für’s nichtamerikanische Publikum einfach in ’House 3’ umbenannt, um hierzulande von der Popularität der Reihe zu profitieren. Wer jetzt auf die gute Nachricht wartet, der muss sich noch gedulden, bis ich zu den beiden Hauptdarstellern komme, denn abgesehen von diesen kann der Film kaum überzeugen. Die Spuren der bereits erwähnten Vorbilder (Cravens ’Shocker’ und der Horrorklassiker ’Nightmare’) sind mehr als deutlich in ’Horror House’ auszumachen. Das ganze Konzept inklusive Killer (der auf dem Stuhl geröstet wurde und nun als Impuls umherwandert, der sich manifestieren kann), Charaktere (Cop, Teenager), Schocks (’Traum-im-Traum’-Spuk) und Setting (Vorstadt-Haus mit Heizungskeller-Romantik) hat das Wort ’Plagiat’ quer drüber geschrieben. Die Immunisierungs-Idee (“Das hier ist ein Elektrischer Stuhl.

"Was gibt's denn heute?"
Auf dem hat er trainiert. So wie jemand Schlangengift nimmt, damit er immun wird.“) ist schon irgendwie witzig und die Manifestierungen in den Halluzinationen McCarthys sind sehr fantasievoll. Da hier die FX-Helden von KNB am Werk, gibt es einige grantige Gore-Bomben zu bewundern (natürlich nur in der ungeschnittenen Fassung) und eine Szene, in der einem Sonntags-Braten Tentakel und ein ’Brion James’-Gesicht wachsen ist herrlich bizarr, auch wenn sie ebenfalls aus einem der unzähligen ’Nightmare’-Sequels zu stammen scheint.
Brion James wurde zitiert, ’Max Jenke’ sei der persönliche Favorit unter seinen Rollen. Obwohl es etliche Filme gibt, in denen ich seine Präsenz vorziehe (meine Vorliebe für diesen Giganten des Character-Acting dürfte ja kein Geheimnis sein), kann ich sein Statement nachvollziehen. James ist einer der unterschätzten Meister seines Faches gewesen. Die Bösewichtrollen waren sein täglich Brot und auch hier überzeugt er als wahnsinniger Psychokiller aus dem Jenseits, der leider einen Tick zu sehr von Freddy Krüger abgepauscht wurde. Lance Henriksen, der von James und dessen Höllenspäßchen in den Wahnsinn getrieben wird, tut es diesem gleich und leistet ganze Arbeit in seiner Rolle. James und Henriksen, das sind halt zwei Namen, bei denen der Fan (meist) bekommt, was er erwartet. In der deutschen Version ist der Film aber kaum zumutbar, da das Beste (außer Lance und Brion) herausgeschnitten wurde und ein abgedunkeltes Bild zu beklagen ist, das einem auch noch das gelungene Finale vergrätzt.

Noch Fragen?

’House 3’ hat mit der ’House’-Reihe also nichts zu tun, kann durch zwei gut aufgelegte Hauptdarsteller und einige bizarre FX-Ideen punkten, bleibt ansonsten aber hinter seinem Potential zurück. Für Horror-Fans sollte die ungeschnittene Version allerdings ein gefundenes Fressen sein. Mahlzeit.


Hudson