House


‘HORROR has found a new HOME’


Originaltitel: House (1986)
Regie: Steve Miner Drehbuch: Fred Dekker & Ethan Wiley
Darsteller: William Katt, George Wendt, Richard Moll FSK: 16


’House’… einer dieser Filme, deren Cover einem jahrelang bei den allwöchentlichen Streifzügen durch die Videotheken ins Auge fiel, den man trotzdem links liegen ließ und nach etwas anderen griff. Dieser unglückliche Kreislauf hat nun ein Ende. Also auf die modrigen Türen und die Glotzgutachter reingelassen!

Immer rein in die gute Stube!

Als sein Sohn bei einem Besuch im Haus der Tante spurlos verschwindet, nimmt das Leben für den Schriftsteller Roger Cobb (William Katt, ’Carrie’) eine üble Wendung. Der Verlust des Kindes zerstört seine Ehe und stürzt ihn in eine Schreibblockade. Zwar will er seine Vietnam-Erlebnisse in einem neuen Buch verarbeiten, doch sein Agent und seine Fans wollen Horror. Als seine Tante aufgrund einer Überdosis ’Strick um den Hals’ verstirbt, packt er seine sieben Sachen und bezieht das alte Haus, in dem es angeblich spuket.
Bald erscheint ihm tatsächlich der Geist der alten Dame und prophezeit ihm, dass dieses Haus alles über ihn weiss und er sich besser schleunigst von dannen machen soll.
Nachbar Harold (George ’NORM!’ Wendt) verschafft nur kurze Ablenkung, denn die unheimlichen Ereignisse häufen sich und sowohl Rogers Sohn, als auch ein alter Kamerad aus Kriegszeiten scheinen durch das Gemäuer zu spuken…

Hui, ganz schön modrig hier!
Anno ’86 (schon allein bei der Erwähnung dieses Jahres, komme ich eigentlich filmtechnisch ins Schwelgen) mögen Regisseur Steve Miner (der zuvor 2 ’Freitag der 13.’-Episoden hingelegt hatte) und Produzent Sean S. Cunningham (’Deep Star Six’) für viele Lacher und Schocker gelangt haben. ’Tanz der Teufel 2’ war noch ein Jahr weit entfernt, große Konkurrenz gab es im Horror-Comedy-Bereich nicht (abgesehen vielleicht von ’Die Nacht der Creeps’, das im selben Jahr erschien und von ’House’ Co-Autor Fred Dekker in Szene gesetzt wurde).

Bis zum heutigen Tag hat jedoch der Zahn der Zeit auch ’House’ die rasselnden Knochen ordentlich abgenagt. Vom einstigen Charme ist nicht mehr viel übrig. Die Humor-Breitseiten erschließen sich dem Zuschauer nur bedingt, die Effekte sind zwar immer noch drollig anzusehen, wirken aber hoffnungslos altbacken. Die 16er FSK, die dem Film anheftet wie ein Wegweiser zum Kindergeburtstag, verhindert sowieso, dass mehr passiert, als ein bissel Kalk-Bröselei und glitschige Make-Up-Celebrations.
Die beiden Hauptdarsteller, William Katt und George Wendt, geben ein halbwegs akzeptabeles Odd-Couple ab, das sich ebenso halbwegs spaßiger Mittel bedient, um den gespenstischen Fiesematenten Einhalt zu gewähren. Zudem ist die deutsche Synchro nicht wirklich als ’gelungen’ zu bezeichnen. Immeherin gibt es einen frühen Cameo von Mindy Sterling (’Frau Farbissina’ aus den ’Austin Powers’-Filmen) zu bewundern. Habe die Ehre!

“Endlich ein neuer Nachbar. Die Oma die vor ihnen hier gewohnt hat, war irre. Der schrägste Vogel unter der Sonne. Die senile Alte war nicht ganz dicht. Würde mich nich wundern, wenn die irgendwer an die Schlinge gehängt hat. Sie wissen, was ich meine?“
“Sie war meine Tante.“
“Herz aus Gold. Aber genau genommen eine Heilige. Und sah immer noch fabelhaft aus, für ihr Alter.“

Hand drauf

Allen Unk beiseite, ist ’House’ recht erträglich. Unbedingt empfehlen kann ich euch den altbackenen 80er-Spaß-Spuk nicht, davon abraten mag ich euch auch nicht. Typische Zwickmühle. Wenn lustige ’Haunted House’-Dinger euer Ding sind, dann macht mal ruhig.

Nool