Das Horror-Hospital


‘So frightening you'll never recover.’


Originaltitel: Visiting Hours (1982) Regie: Jean-Claude Lord
Drehbuch: Brian Taggert
Darsteller: Michael Ironside, Linda Purl, William Shatner FSK: 18


Slasher-Gestalten gibt’s ja zu Hauf. Meistens sind sie maskiert, tragen ein ganz bestimmtes Outfit, folgen einem leicht durchschaubaren Schema und töten mit einer speziellen Lieblingswaffe.
Bis auf die Sache mit der Maske treffen all diese Attribute auch auf den Killer in ’Horror-Hospital’ aka ’Visiting Hours’ zu. Von Michael Ironside (’V- Die Außerirdischen Besucher kommen’) dargestellt, schlitzt dieser sich durch das Personal eines Krankenhauses, in dem eine TV-Frauenrechtlerin liegt, die ihren Aufenthalt dort keinem geringeren als dem Schlitzer selbst verdankt. Dieser überfiel sie nämlich nach einer feministischen Ansprache in einer Sendung, die ihr schon bei ihrem Chef (William Shatner) ordentlichen Ärger einbrachte. Nach dem missglückten Anschlag in ihrem Haus ist Frauenhasser Colt Hawker also im titelgebenden Horror-Hospital unterwegs, wo er allerlei Versuche anstellt, um zu beenden, was er begonnen hat…

Visiting Auas

Tja und das isses auch schon. Weder wirklich clever, noch spektakulär und alles andere als befriedigend. Dabei ist das größte Problem des Films eigentlich, dass er viel zu viel sinnloses Hin und Her zeigt. Drehbuchautor Brian Taggert (’Poltergeist III’) beließ es nämlich leider nicht bei dem Spital-Szenario (aus dem viel mehr hätte gemacht werden können, hätte man den Zeitrahmen auf eine einzige Nacht beschränkt), sondern schickte den Schnetzler erst noch in Bars und durch Parks, in denen er seine Ersatzbefriedigung sucht und findet. Zusätzlich wird versucht, dem Täter einen (psychologischen und alltäglichen) Background zu geben, der den Zuschauer entweder langweilt oder im besten Fall einfach nicht interessiert.
Das Schema des Killers ist allzu durchschaubar: Alle Frauen müssen sterben. Ironside spielt ihn vornehmlich mit stoischer Kaltblütigkeit und lässt erst nach und nach die Psychohosen runter. Sein Klappmesser (die Lieblingswaffe) ist wenig beeindruckend und sein Kunstleder-Unterhemd (das bestimmte Outfit) ist allenfalls lächerlich. Seine weiblichen Antagonisten tun sich lediglich durch Hysterie und Verzweiflung hervor und ihre Dialoge gehören eher ins ’General Hospital’ als ins ’Horror Hospital’. Was William Shatner hier zu suchen hatte, bleibt ungeklärt. Dessen Honorar hätte man sich sparen sollen und wenigstens ein paar Blutkleckse einbringen können.

Unglaublich, der Shatner.
Hält sogar die Intensivstation für 'ne Kommandobrücke.

Fazit: Spannungsarmer, überlanger und sich bis zum erlösenden Finale im Kreis drehender 0815-Slasher. So was muss wirklich nicht sein. Lasst den hier durch’s Raster fallen und macht lieber Sport oder besucht die Oma im Altersheim.



PS: “So frightening you'll never recover.“ ? Wer kommt nur immer auf solche Taglines? Shatner?

Hudson