Return to Horror High


"Killer to the left...Killer to the right...Stand up...Sit down...FRIGHT! FRIGHT! FRIGHT!“


Originaltitel: Return to Horror High Regie und Buch: Bill Froehlich
Darsteller: Vince Edwards, Brendan Hughes, George Clooney FSK: 18


Die VHS-Hülle von ‘Return to Horror High’ versprach, einen der grottigsten Filme aller Zeiten zu bergen. Doch was war das? Nie zuvor war ich mehr darüber erfreut, dass das Cover nichts mit dem Film zu tun hatte.

Ein Produzent will einen Film über die mörderischen Ereignisse an einer High School direkt am Ort des Verbrechens drehen. Praktisch ’Method Filming on Location’. Am Set geht es drunter und drüber. Der Regisseur ( der aussieht wie Steve Guttenberg mit Brille und falscher Nase) hat nur Trouble. Da wäre zum Beispiel das Effektsteam, deren Arbeit natürlich keiner würdigen will.

"Meine Herren! Haben sie
denn keine Tischmanieren?"
„Nein, Harry, es werden keine explodierenden Titten gefilmt!“
„Na dann lass mich wenigstens ihre Nippel abreißen!“
„Denk doch mal ein bißchen weiter, der Film soll doch auch bei Erwachsenen ankommen!“
Von den tollen neuen Ideen des Drehbuchautors will auch keiner was wissen. Und der Produzent ist ein schmieriger Geizkragen, der seinen armen Assi durch das Set scheucht und mit knackigen Starlets Gespräche wie folgendes führt: „Hör mal, Kleine. Du hast eine große Karriere vor dir. Du siehst gut aus, hast herrliche Brüse. Wie findest du eigentlich mich?“ Am witzigsten (zumindest aus heutiger Sicht) ist allerdings eine kleine Nebenrolle, besetzt mit niemand geringerem als Mr. George Clooney. Nicht, dass Herr Clooney durch seinen Charme oder großartiges Schauspiel auffällt, aber der Fakt, dass er in die Rolle des erfolglosen B-Darstellers (und somit sich selbst zu damaliger Zeit) schlüpft, ist schon sehr komisch. Und während die Querelen den Alltag am Set eines B-Films herrlich verdeutlichen, schleicht sich auch schon der Horrorplot heran und schnappt sich erstmal den Clooney Schorsch. Von nun an nimmt das muntere Sterben seinen Lauf, wobei der Zuschauer aber zwischen Rückblenden und Szenenwechsen von Realität und Gefilmtem hin- und hergeschubst wird. Diese Methode erweist sich sowohl als einfallsreich als auch witzig, die Schnitte verhindern allerdings, dass der Film zu brutal wird. Die FSK 18 Einstufung ist aus heutiger Sicht ein Witz.

"Nein, ich bin kitzlig!"
Bei den Sprüchen jener ’Film im Film’ Szenen hat man allerdings kein Blatt vor den Mund genommen. Will heißen: Es wird mit Teenager-Sprüchen um sich gekloppt, bis die Platte dampft („Hey das is ne Muschi auf Rädern, wenn ich rufe, kommt sie angefahren.“ „Ja, der Verkehr muss stets geregelt werden.“)
Im letzten Akt fällt dann das Niveau auf das eines Chase Slashers a la ’Halloween’. Da werden die beiden Hauptdarsteller durch die Gänge gehetzt und aufgesetzte Buh-Momente dargeboten. Damit verkommt der Film ein wenig zu dem, was er eigentlich parodieren wollte. Das Finale präsentiert sich schließlich als überbordendes Twist-O-Rama und will dem Zuschauer eine Überraschung nach dem anderen verkaufen.

Regisseur Bill Froehlich versucht, seinem Namen alle Ehre zu machen. Der Anfang des Films besticht durch knarzigen Humor und ist eine tatsächlich brauchbar witzige Persiflage auf das Leben und Sterben am Set („Wir benutzen einfach mehr Titten und Blut!“ „Ich will aber, dass mein Film von Menschen handelt!“). Die meisten Pluspunkte erziehlt der Film dann auch durch seine herrlichen Dialoge:
“Mach es ergreifend, gefühlvoll. Du weißt schon ’Das Leben ist schön’ und dieses Hoffnungsgeschwafel.“
“Hoffnung.“
“Ja, und lass es im Duschraum spielen, damit sie nackt sind.“
Dass der Film am Ende zusehends aus dem Ruder läuft, kann man verschmerzen. Die Schauspieler sind mit einem auffälligen Augenzwinkern bei der Sache und der 80er Jahre Soundtrack tut das, was die Musik dieser Dekade am besten kann: Käsig sein.

Die haben wohl das Pausenklingeln überhört.

’Return to Horror High’ ist eindeutig einer der Filme, die man von zwei Seiten betrachten kann: ’Lahm oder Spannend’, ’Bescheuert oder Witzig’, ’Hü oder Hott’. Ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten und ermahne alle Spaßbremsen mit den Worten des Produzenten (die genauso zwiespältig aufgenommen werden können, wie der Film selbst): “Solange sich die Leute solche Filme anschauen, werden sie auch produziert!“

Hudson