Green Hornet - Die Rückkehr der grünen Hornisse



Originaltitel: Qing feng xia (1994) Regie: Lam Ching Ying
Darsteller: Chin Kar Lok, Lam Ching Ying, Yu Rong Guang FSK: 16


Alarm, die Menschenschmuggler kommen. Der Hong Konger Hafen ist voll von ihnen und ihren armen Sklaven, die verzweifelt einem furchtbaren Schicksal harren. Doch was ist das, ein Surren kommt vom Wasser her. Es ist die ’Grüne Hornisse’, die in ihrem Motorboot herbei eilt, um die Hilflosen zu beschützen und die Schurken zu vergrützen!

Ghetto-Cleaner mit Maske
Ein netter Einstieg für den Film, da kracht und pengt es gleich zu Beginn und schon fällt die äußerst gelunge Martial Arts Action auf. Stunts, Jumps, Fights und Kabooms, dass es fetzt. Leider kann der Film dieses Tempo nicht halten und so müssen wir erstmal einer Reporterin folgen, die das Phänomen der Hornisse ergründen will und somit in die Kreise zwielichtiger Gestalten gerät, vor denen sie der Titelheld immer wieder beschützen muss.
Dieser Plot streckt und dehnt sich leider so sehr aus, dass auch die eingestreuten ’Einer gegen Alle’ Kloppereien nicht über das fehlende Spannungselement hinwegtäuschen können. Die Dame gurkt in einem Dorf herum, am Hafen und in diversen Gassen, bringt sich immer wieder in Schwierigkeiten, gurkt weiter blablabla, bis irgendwann die geduldigste Fernseheule nölt: ‚Jetzt aber mal Andiamo an den Dynamo!’
Dass finstere Taschendiebe ein Komplott gegen die Hornisse planen, ist auch nicht wirklich aufregend. Erst als ein böser weißer Killertyp auftaucht (der das Wort ’Schlitzauge’ eindeutig zu oft benutzt, das Eiserne Kreuz um den Hals trägt und ein ’Untergebenen-Verklopper’ ist) kommt ein bisschen Zug in die Sache. Und wenn’s beim finalen Endkampf im Wald dann gegen eine ganze Armee geht, wird es dann auch noch einmal ein bisschen fetzig.

"Danke Kumpel,
ich mach's wieder gut!"
“Die Rückkehr der Grünen Hornisse“ ist HK-Fließbandware der seichten Art, die lediglich während der Action sprich Martial Arts Einlagen züberzeugen kann. Alles andere ist bestenfalls zweitklassig. Der Film spielt fast ausschließlich auf irgendwelchen Hafendocks oder in schummrigen Lagerdepots, was bei richtigem Handling atmosphärisch hätte wirken können, hier aber bald langweilt. Als Musik bekommt man den typischen Asia-Tüdelü-Ding-Deng-Dong Mix 12.b) mit Soße ’Süß-Sauer’ kredenzt, der leider nur die Langatmigkeit des Streifens untermalt.
Einige nette Ideen bewahren den Zuschauer ab und an vor dem Einschlafen; zum Beispiel ein Cop, der die Grüne Hornisse immer wieder zu überzeugen versucht, es dochmal bei der Polizei zu versuchen. Worauf Horni sich kontinuierlich mit ihm kloppt.
Bemerkenswert an dem Film ist allerdings, dass es wohl der erste ist, in dem ich eine Taube habe schauspielern sehen (echt witzig!). Die phänomenale Leistung der Taube kann die der restlichen Darsteller locker überbieten, obwohl diese auch nicht wirklich schlecht, aber eben nur durchschnittlich agieren.

Wenn die Gondeln Klopper tragen.

Von dem kultigen Trash-Charme der Ur-Serie ’Green Hornet’, die vor allem durch Bruce Lee in der Nebenrolle des Kato auffiel, ist nicht viel übrig geblieben. Fans von soliden Kung Fu Kloppereien kommen auf ihre Kosten, aber auch nur dann, wenn die Hornisse ihre Gegner ausschaltet. Wen das nicht juckt, der schaltet selber aus. Aber bitte nur die Glotze.

Nool