Godzilla gegen Frankensteins Höllenbrut


‘Space Monsters War With Godzilla For The Earth!’


Originaltitel: Chikyû kogeki meirei: Gojira tai Gaigan (1972)
Regie: Jun Fukuda Drehbuch: Shinichi Sekizawa
Darsteller: Hiroshi Ishikawa, Yuriko Hishimi, Minoru Takashima FSK: 12


Comiczeichener Gengo sucht und findet einen Job in einer zwielichtigen Firma, die in einem Steinbruch das ’Weltkinderland’, ein neues Unterhaltungsparadies für Kinder baut. Schon während des Vorstellungsgespräches kommen ihm die neuen Auftraggeber vor. Welcher Mensch mit gesundem Verstand würde schon die Monsterinsel vernichten wollen, und mit dem eigenen Freizeitpark den Kindern Freude, und den Erwachsenen den Frieden näher bringen. Allmählich kommt Gengo mit Hilfe einiger Umweltaktivisten dahinter, was erprobten Kaiju-Veteranen längst klar ist: Die Typen sind Außerirdische und wollen die der Erde zum Zweitwohnsitz ihrer schnell anwachsenden Bevölkerung umgestalten.

Gigan vs. Pappstadt!
Dies bedarf natürlich einiger Mofifizierungen. Zwei Monster müssen her, um den blauen Planeten erstmal Alien-gerecht umzukrempeln… logisch oder?
Auftritt von King Ghidorah, dem dreiköpfigen Weltall-Drachen und Gigan, dem insektoiden Monster-Dämonen mit der Bauchsäge, der hier seinen Kaiju-Einstand feiert. Bald haben die beiden halb Tokio zu Klump gelatscht (inklusive einer ’Esso’ Tankstelle). Diese Revier-Verletzung können die turmhohen Jungs von der Erden-Gang natürlich nicht durchgehen lassen und so starten Godzilla und sein Kumpi, Angilas (aka Anguirus, der lustige Riesen-Armadillo) einen monströsen Gegenangriff.

„Wir haben soeben vom Kontrollturm auf der Monsterinsel die Nachricht erhalten, dass Godzilla und Angilas die Kaktu-Region erreichen!“

Yeah! Genau solche Sätze sind es, die uns Gummimonster-Fans auf dem Sofa auf und ab hüpfen lassen. Das wollen wir hören und vor allem sehen!

Das können sich echt
nur Ausserirdische
ausgedacht haben!
Vom Feeling her ähnelt der Film seinem urigen Vorgänger ’Godzilla:Frankensteins kampf gegen die Teufelsmonster’
(hat viel zu tun dieser Frankenstein, gelle?! Wer ist der Typ überhaupt?). Er besitzt ein ähnlich skurriles Feeling und kann eine witzige (wenn auch bekloppte) Handlung vorweisen, ist jedoch nicht ganz so originell.
Auch sind die Monster-Fights ein wenig in die Länge gezogen (Huch, hab ich das eben gesagt?) und natürlich ist eine gewisse Sympathie gegenüber dieser ganzen Gummimonster Schose vonnöten, um den Trash-Faktor und die zuweilen nervige Geräuschkulisse zu absorbieren.
Wer das kann, bekommt typisch witzigen Dialoge („Sie haben viel zu wenig Monster hier! Ihnen fehlen Shukra und Mammgon!“ „Shukra und Mammagon?“ „Ja, das Monster der bösen Schulaufgaben und das Monster der strengen Mütter.“) und zwar in der deutschen Version von keinen geringeren, als Rainer Brandt, Thomas Danneberg und Christian Brückner.
Die deutsche Synchro potenziert nochmal den Spass der ohnehin schon witzigen Konversationen zwischen den Aliens (die natürlich die Erde für sich beanspruchen, nachdem ihre beiden Papp-Monster Tokio zerstört haben!) und den Japanern („Was halten sie von diesem Mann, Meister?“ „Er gibt sich infantil und dumm, ist aber intelligent. Ein seltenes Exemplar!“)

Gefangen im Tower des Grauens:
Von menschlichen Mistkäfern!

Wer das ’Plätten von Modell-Städten’, schunkelige Monster-Posen & zappelige Japaner mit albernen Dialoge mag, und sich mit den kleinen Freuden des Lebens zufrieden geben kann, ist auch bei diesem Teil der endosen Godzilla-Saga gut aufgehoben.

Hudson