Hobgoblins


"Sie sind böse!"


Originaltitel: Hobgoblin (1987) Regie: Rick Sloane Drehhbuch: Rick Sloane
Darsteller: Tom Bartlett, Paige Sullivan, Duane Whitaker FSK: 18


Ein Studiogelände. Ein junger Wachmann. Ein verbotetener Tresorraum.
Einer geht rein, keiner kommt raus.
Und im Hintergrund sitzt schon der erste Hobgoblin an den Synthies und werkelt am Score.

Tja, sowas kommt von sowas!
Wenn man ein fieses unmenschliches Knurren im Dunkeln hört, sollte man eben das Weite suchen und nicht "Ist da jemand?" rufen und reingehen.
Der Verschleiß an Wachmännern ist hoch, seitdem die Hobgoblins vor Jahren auf dem Studiogelände landeten. Nur noch der alte McReedy ist übrig und man möchte fast glauben, der nette Opi hätte was mit den Machenschaften der Monstermischpoke zu tun.

Grubber-Fight bis zum Tod!
Der neue Wachmann Kevin ist jedenfalls einer von den Guten, soviel steht schon fest. Er hat eine ordentliche Frisur und würde, laut seiner Freundin, niemals einen Porno ausleihen. Zu seinem Pech hängt er mit grenzdebilen Trotteln rum (wie gesagt, zu seinem Pech. Uns freut das natürlich, da wir wissen, was mit Nervensägen in Monsterfilmen passiert.)
Ein Höhepunkt wird uns schon nach zehn Minuten geboten, als der nervigste von Kevins Kumpis einen Kampf gegen ihn anzettelt. Kampf? Ja, ein sportlicher Wettkampf zwischen zwei jungen Männern, der mit einer Harke und einem Grubber ausgetragen wird.
Leider verliert Kevin diesen und wir verlieren sowohl das Vertrauen in ihn, seine Freundin („Du hast uns beide beschämt!“) und Regisseur Rick Sloane.
Als Kevin dann während seiner Nachtschicht einen Einbrecher stellen will, flüchtet dieser in den ominösen Tresorraum und befreit die Hobgoblins!
Da kommen sie auch schon: Auf einem Golfcart aus der Finsternis herangefahren, mit einer Hupe in der Hand!
Wie sich herausstellt, hat McReedy sie tatsächlich versteckt oder vielmehr weggesperrt. Sie sind Wesen, die sich in die Gehirne der Menschen einschleichen können, um sie zum Wahnsinn zu bringen.
Fragt sich bloß, was sie dann bei Kevins Party wollen, wo die doch eh alle schon einen an der Klatsche haben. Und nachdem die Hobgoblins den Protagonisten über zwei drittel des ganzen Filmes am Rockzipfel hängen und ihnen Plumpaquatsch in die Birne spuken, findet das (absolut body count-arme) Debakel dann seinen ’Höhepunkt’ in einem schäbigen Radauschuppen, wo gerade eine Band namens ’Die Fontanellen’ spielt.

Nach dem ersten Anblick der titelgebenden Kreaturen wollte ich eigentlich den Fernseher ausschalten, aber schließlich hatte ich 50 cent für das Ding berappt und blieb tapfer. Ich möchte darum bitten, dieses Opfer zu würdigen, da sonst dieses Review nie zustande gekommen wäre und es jetzt keine offizielle Warnung vor ’Hobgoblins’ gäbe.
Zugegeben, das Cover und der Klappentext sind Warnung genug, doch können sie niemals die Schande beschreiben, die dahinter auf den ahnngslosen Konsumenten wartet.

"Die Critters sind dran!
Sie meinen, ihr wärt Scheiße!"
Waren die ’Gremlins’ und auch die ’Critters’ noch hervorragend bis anständig animierte Geschöpfe, sind die Hobgoblins nur simple, regungslose Puppen, die in totaler Starre aus unbeweglichen Augen vor sich hinglotzen. Lediglich der Mund (eine Art Klappe) ist beweglich, sodass jeder halbwegs fähige Praktikant die Kralle hineinschieben, und die (wahnsinnig furchterregende) ’Happa Happa’- Bewegung simulieren konnte.
Nee, mal ehrlich, da hat ja jedes Puppentheater aus der Drogerie ein besseres Equipment. Keneth J. Hall wird in den Credits als ’Creature Artist’ aufgeführt und es gibt einfach nicht genug ’Gänsefüßchen’ auf der Welt, um diese Beschreibung zu relativieren.
Es wundert mich schon sehr, dass ein Film, dessen Hauptattraktion eine Horde kleiner, fieser Monster sind, so gänzlich ohne Special-Effekts Team (vom ’Pyrotechniker’ mal abgesehen) daher kommt. Wo ist denn bloß das Budget geblieben? Stars hat diese Gurke ja nicht.
Apropos Schauspieler, ich hab keine gesehen. Lediglich Duane Whitaker (Bruce Willis’ Samuraischwertopfer aus ’Pulp Fiction’) gibt in seiner ersten Rolle, als Bouncer ’Roadrash’, einen unterhaltsamen Auftritt zum besten. Der Rest passt sich dem Niveau des Films an und hält sich mit Sprüchen wie „Oh geil, du fängst schon wieder an zu schwitzen!“ über Wasser.
Ach, und die Musik…Siehe Kommentar in der Zeile Drei.
Regisseur, Cutter, Autor und Kameramann Rick ’All-in-One’ Sloane (Schöpfer der sechsteiligen ’Straps-Akademie’ Saga) glaubte wohl, hier seinen ’Citizen Kane’ verwirklichen zu können. Anders ist auch das bildschirmfüllende ’A Rick Sloane Film’ nach dem Absapann nicht zu erklären. Die Horror-Ecke hätte er besser überspringen, und sich gleich seiner ’Cops in Strapsen’- Filmkarriere widmen sollen, denn…

Achja; noch ein lustiges Bild
in einem völlig unlustigen Drecksfilm.

Dieser ’Film’ ist a) einfach nur Müll b) nicht mal mehr unfreiwillig komisch und c) von nun an nicht weiter erwähnenswert. ’Hobgoblins – Sie sind böse’ Honk, Honk!

Hudson