Highwayman



Originaltitel: The Highwayman (1987)
Regie: Douglas Heyes Drehbuch: David Garber
Darsteller: Sam J. Jones, Claudia Christian, Jimmy Smits FSK: 16


Irgendwann, Ende der 80er Jahre, als seine Erfolgsserie ’Knight Rider’ auslief, das TV-Action-Publikum aber nach neuem heißen Stoff gierte, dachte sich Produzent Glen A. Larson, dass man den gleichen Kram eigentlich noch mal in anderer Form vermarkten könnte. Also packte er Versatzstücke aus ’Knight Rider’, der kultigen ’Mad Max’-Trilogie, Peckinpahs ‘Convoy’ und der ebenfalls in den letzten Zügen liegenden Krawumm-Show ’Airwolf’ in einen Tiegel, holte den nie zu Weltruhm gelangten Genre-Squarejaw Sam Jones (’Flash Gordon’) mit an Bord und verkaufte das Paket als ’Highwayman’.

Fast wie in Nam. Fast!

Im hier besprochenen Piloten zur Serie, ist der Highwayman (Jones) in seinem Supertruck (eine Art Brummi mit ’Airwolf’-Cockpit) im Auftrag einer mysteriösen ’Agency’ unterwegs, die ihn auf die Spur des Vietnam Veteranen und Bikerbanden-Chefs Bo Ziker (Jimmy Smits) führt. Nachdem Bo mit seiner Bande (bestehend aus seiner alten Nam Einheit, den ’Blue Bullets’, u. a. Michael Berryman & Roddy Piper) die Bank des Örtchens Galeco überfällt, wird der Highwayman (sorry, er hat keinen anderen Namen) vom Fall abgezogen, doch er ermittelt auf eigene Faust (aber immer noch im Supertruck) weiter. Nach einer Konfrontation mit den hiesigen Behörden landet Highway schließlich im Knast von Galeco, wo auch schon Ziker einsitzt, der gleich nach dem Überfall geschnappt wurde.
Von ihm erfährt unser Held, dass die Offiziellen der Stadt finstere Geschäfte am Laufen haben und das Geld in der Bank keineswegs sauber ist. Kann er dem Gangster trauen? Er versucht es zumindest und tritt gemeinsam mit den ’Blue Bullets’ den Kampf gegen die Hintermänner der Verschwörung an…

Technik die entgeistert

“It’s nice to know, that if we don’t wanna talk, we can always kill each other! “

Nur wenige von uns werden sich noch an den ‘Highwayman’ erinnern, aber die paar, die es tun, sehen den coolen Sam Jones, seinen irren Truck und seinen extra-irren Partner Jetto noch irgendwo vor dem geistigen Auge Ärsche treten und Sprüche klopfen.
Zwar ist Crazy Jetto im Piloten noch nicht mit dabei, dafür fuhr man hier aber mit einer geradezu berauschenden Auswahl an Kultfressen auf. Neben Mr. Cool himself, Sam Jones, der die Rolle mit lässigem Power-Potential ausschöpft, geben sich Jimmy Smits (’Tommyknockers’), Wings Hauser (’Vice Squad’) und die immer gern gesehenen Genre-Nasen Lyle Alzado (‘Neon City’), Roddy Piper (‘Sie leben’), Branscombe Richmond (’The Scorpion King’) und Michael Berryman (’Die Barbaren’) die Ehre.
Die Cast ist eine der Stärken des TV-Films, der zwar zuweilen einen Gang zurückfährt und deutlich macht, dass er nicht fürs Kino gedacht war, aber mit witzigen Gimmicks Anhängern käsiger Trick-Action das breite Grinsen aufs Gesicht zaubern wird. So hat der Supertruck beispielsweise Claudia Christian (’Arena’) in digitaler Form im Cockpit (quasi eine visuelle, weibliche Version von K.I.T.T.), kann sich unsichtbar machen und das ’Airwolf’-Cockpit tatsächlich zum einsatzbereiten Helikopter ausbauen.

HarHar-Handlanger

Fazit: Durchaus brauchbarer TV-Pilot mit cooler Crew, passablen Effekten und genug Rumms, um Fans von Michael Knight, Stringfellow Hawk und B.A. Baraccus auch den Highwayman im Kreis der action-geladenen Achtziger Unterhaltung willkommen zu heißen.


Hudson