Herrscher der Hölle


'He is the Overlord of strange beasts and stolen souls...'


Originaltitel: The Dungeonmaster (1985) Regie und Drehbuch: diverse
Darsteller: Jeffrey Byron, Leslie Wing, Richard Moll FSK: 16


Wo fang ich an?
Hier: Ein Typ schleicht einer Schnitte hinterher, die kurz darauf nackt auf dem Bett liegt. Er will sie begatten, doch plötzlich kommen Monster aus einer roten Tür und scheuern ihm eine. ’Holy Maccoroni!’

"Ich ZÄHLE..."
Was wie ein schlechter Traum klingt, ist auch einer. Und zwar nicht nur für den Protagonisten Paul Bradford, sondern auch für jeden Zuschauer, der diese Gruselgrütze tatsächlich verdauen will.
Nach der Anfangssequenz geht’s folgendermaßen weiter:
Zwei Dödel quatschen, dann gibt’s einen ellenlangen ’Medizin nach Noten’ Einspieler. Zuhause bei Bradford, der ein muskulöser Nerd ist, steht ein alter C64, der reden kann und seinem Besitzer tolle Geschichten erzählt.
Bradford hat auch eine Freundin, die für ihn einkauft, aber eifersüchtig auf den Brotkasten ist. Er will die Olle trotzdem heiraten, nach dem Schäferstündchen wachen die beiden aber dummerweise in einer Parallelwelt auf.
Weitere wirre Szenen folgen: Er hämmert auf eine unsichtbare Wand ein (Zeichentrickeffekte Galore!) dann schmilzt sein Gesicht. Doch Glück gehabt; Wieder nur ein Traum.
Der Verursacher des ganzen Brimboriums ist der böse Mestema, ein Zauberknilch in ’Graf Zahl’ Aufmachung, der andauernd rumschreit und wirr mit den Armen fuchtelt (noch mehr Zeichentrick).
Dieser treibt mit Bradford ein teuflisches Spiel. Während seine Mieze an einem roten Pappfelsen in Ketten hängt, muss Paul kontinuierlich in eine andere Dimension hüppen, um irgendwelche Monsteratrappen wegzuditschen.

Der letzte Schrei:
Das High-Tech
Laser-Schweißband!
Den Anfang macht eine Höhle, in der Albert Einstein, Jack die Rippe, ein Samurai und Maria Stewart vereist rumhängen. Achso, der Teenwolf ist auch dabei. Paul schätzt die Lage für den Zuschauer logisch ein: „Alle Kriminellen der Welt wurden hier vereinigt!“ (Jaha, da haste deinen Denkzettel für die A-Bombe, Eini!)
Alsbald erwachen die Dinger zum ’Leben’ und fuchteln rum (eindeutig Mestemas Geschöpfe), aber Gottseidank gibt’s einen Eiskristall (des Films Äquivalent zu der ’Heiligen Handgranate von Antiochia’) der alle wegbombt.
Dann geht’s weiter zur nächsten Höhle, in der Axtzombies rumschlurfen, die einem schlecht ausgestopften Schlabber-Gremlin gehorchen (der mit der Stimme des Folterandroiden aus ’Rückkehr der Jedi Ritter’ spricht). Zwischen den Episoden geht’s immer wieder zum Zauberzausel, der mit weiteren Zeichentrickeffekten (Drachen) auftrumpft. Zudem gurgelnde Mini Me’s, ein Rockschuppen in dem ein Alice Cooper Klon rummuckt und später geht’s dann in die härteste aller Parallelwelten: die 80’er Jahre! Zwischendrin immer wieder eine Aufnahme von Bradfords angeketteter Freundin, was ziemlich nervt.
Zu seiner Unterstützung hat Paul übrigens seinen sprechenden Computer am Arm. Dieser gibt ihm zwischendurch immer ‚hilfreiche’ Tipps, zum Beispiel, als er von einem Riesen-Steinwesen verfolgt wird:
„Die mystische Kraft hat ein Röntgenauge.“ und „Sie hat ihren Ursprung in Indonesien.“ Fascinating Facts, wenn einem gerade ein Stop-Motion-Stein-Berber auf die Pelle rückt. Aber wenigstens hängt der Compi nicht in Ketten an der Wand, da kann er im Gegensatz zur Herzdame klar punkten.

"Das ist hoffentlich die Fernbedingung
für diesen Scheiß-Film!"

Also nee, das Ding muss man echt gesehen haben, um dessen Schlechtness zu fassen. Sparen wir uns die Witzelei über den Fakt, dass an diesem Schrott sieben Regisseure und sieben Autoren herum gefuhrwerkt haben und vergessen wir einfach mal die Bewertung der Schauspieler, Trick-Effekte, Musik und Beleuchtung, weil die alle sowieso nur sehr, sehr rudimentär vorhanden sind. Stattdessen bauen wir uns lieber schnell unsere eigene Tagline: ’The Schlechtst of Sci-Fi meets Graf Zahl vs. Schmaddermasken from Outa Rim’

Hudson