Die Abenteuer des Herkules 2



Originaltitel: Avventure dell'incredibile Ercole, Le (1985)
Regie & Drehbuch: Luigi Cozzi
Darsteller: Lou Ferrigno, Milly Carlucci, William Berger FSK: 12


„Herkules nahm seinen gebührenden Platz auf dem Olymp ein, von dem aus Zeus friedlich herrschte. Dank seiner Donnerkeile. Sieben Magische Blitze!“

Laut dem 'SandalenLexikon' von
Stupido Stronzo ist diese Grotte
in ingesamt 122 Italo-Schinken
als Location benutzt worden!
Jaha! Da ist sie wieder, die verheißungsvolle Stimme aus dem Off. Und bisher hört sie sich ja recht zuversichtlich an.
Zu blöd, dass vier rebellische Götter (Poseidon, Aphrodite, Hera und Flora öh ... wer war die gleich?) die sieben Blitze klauen und somit den Göttervater am Arsch haben.
Sie re-animieren den von Herkules in Teil eins erlegten König Minos (da wir scheinbar unbedingt noch einen Bösewicht brauchen) und verstecken alle 7 Blitze in den Bäuchen (joah) fieser Monstren.
Bei dieser Gelegenheit opfert auch gleich ein Hohepriester eine unschuldige Maid dem Zeichentrick Ungeheuer Antios, was deren Freundinnen Urania und Glaukia (uff) ganz schön doof finden. Darum beten sie kurze Zeit später drei Vaterunser am frisch rot gestrichenen Hünengrab, wo ihnen zwei feenhafte Erscheinungen (sehen aus wie die Mothra-Twins) erst einmal ein wenig den Plot vermitteln und die neue Adresse von Herkules rausrücken.
Und da kommt er auch schon angeritten, auf einem weißen Schimmel, die strahlend-ölige Brust weit nach vorn gereckt und eine tumbes Lächeln auf dem Bart. Jetzt wird alles gut, weiß der Zuschauer. Doch zuerst gilt es, die göttlichen Blitze den Wänsten der miesen Ungetüme zu entreißen.
Bloß gut, dass hinter der nächsten Biegung schon das erste Monster lauert… Erinnert sich noch jemand ’Zotti, das Urvieh’?

Oh je, oh je. Nomen est omen! Vor allem bei ’Die Abenteuer des Herkules Teil 2’, dessen Regisseur Luigi Cozzi heißt.
Cozzi (der auch den Hasselhoff-Trasher ’Star Crash’ auf Zelluloid bannte) hat hier einen uninspirierten Steroid-Streifen zusammengeschustert, der selbst in der trüben Suppe durchschnittlicher Italo-Schinken untergeht und zum weiß-ich-wievieltem-Male aus dem römischen Sandalen-Archiv schöpft. So sind etliche Einstellungen (Minos Krater, der Mond und wieder mal die Höhle, diesmal blau-rot angestrahlt) aus dem Vorgänger übernommen. Ebenso Schlappohr Daedalus (jetzt mit männlicher Synchro! Warum auch nicht?) und die dauerhafte Bedrohung für Geist und Augen, durch die nervigen Disco-Licht-Effekte, die wohl außerweltlich wirken sollen, aber nur außerordentlich zum Würgen sind.

Wenigstens er hält die Stange...
Lou Ferrignos Schauspiel... Was soll’s, ich mag den Lou! ABER: Die grobschlächtige Darbietung des griechischen Helden (die in Teil eins noch käsig ertragbar war) hat der Junge beim 2. Mal gründlich verbockt. Immerhin hat das Kraftpaket diese lustige Auf und Abbewegung der Brustmuskeln drauf (Ladies love it!) und seine ’Co-Stars’ (wenn man die Ansammlung italienischer Set-Schranzen so nennen will) sind auch nicht viel besser als er.

Dann ist da noch die unglaubliche Ideenlosigkeit von Skript-Räuber Kotzen-Plot.
Massenweise Monster-Kladderadatsch ist ja Gang und Gebe auf der zweiten Stelle des Film-Alphabets und auch meist recht unterhaltsam. Doch hier sieht man den Titelhelden mit jedem Ungetüm (Sumpf-Menschen, Amazonen, Lichtwesen, weiße Ritter, schwarze Ritter, arme Ritter etc.) auf ein und die selbe Art fertig werden (immer und immer wieder), nämlich: Greifen, Stemmen, Schmeißen! Gähn...
Wenn ich dann noch mit ansehen muss, wie einer der gelungensten Vertreter des Fantasy-Genres (nämlich ’Kampf der Titanen’), durch ein derartig dreistes Rip-Off (Gorgone & Spiegel) in den Schmutz gezogen wird und dann mit den miesesten Stop-Motion Effekten jenseits ’Mysterious Planet’ (Knet-Kopp vs. Blendgranate) noch eins hintendrauf bekommt, dann ist der alte Hut mitsamt meiner Geduld verbrannt!

"Wenn ich's doch sage: Ihre Krankenkasse zahlt
den vollen Beitrag für diese Spezialbehandlung!"

Also Leute, jetzt mal ohne blöd: Der Film ist wirklich ein saudummes Stückchen Patchwork-Cinema und nur unter Zuhilfename starker Betäubungsmittel zu ertragen! Die Milchmädchen Rechnung:

Lou Ferrigno
- Story
+ Sets from the Bong
- Production Values
- Schauspielerisches Talent
= ’Die Abenteuer des Herkules 2’

Q E D

Hudson