Angel's Höllenkommando


‘Im Spezialeinsatz gegen Terror’


Originaltitel: Hell Squad (1986) Regie & Drehbuch: Kenneth Hartford
Darsteller: Bainbridge Scott, Glen Hartford, Tina Lederman FSK: 16


“Stell dir vor, ein Pferd. Beim letzten Mal war’s eine Kuh. Was zum Teufel ist mit denen passiert?“
“Sind einfach in der Atmosphäre verschwunden. Unglaublich, ein ganzer Elefant hat sich aufgelöst, in Nichts.“
“Gigantisch, was sich diese Burschen im Pentagon alles einfallen lassen.“
“Ich frage mich nur, was sie mit dieser neuen Bombe beweisen wollen.“
“Dass sie alles Leben vernichten können, ohne die Städte in Schutt und Asche zu legen.“
“Wär doch ’ne Riesenidee für ’nen Werbespot für ’ne Lackfabrik: Mensch und Tier sind längst schon Schlacke, doch was bleibt sind Millers Lacke.“

Aquirieren...
Diese irren Pentagon-Heinis! Haben sie doch tatsächlich schon wieder ein neues Spielzeug der Vernichtung erfunden: Die Ultra-Neutronbome. Ihre interessante Wirkung (siehe Dialog oben) ist natürlich auch für die obligatorischen Schurken-Parteien höchst interessant. Es dauert nicht lange, da hat ein Terrortrupp im mittleren Osten den Sohn des US-Botschafters Jack Stuart gekidnappt und droht mit stückchenweiser Rücksendung, sollte die Regierung nicht augenblicklich die Pläne für die U.N.-Bombe herausrücken. Da die Staatsmacht auf die nette Anfrage der Terroristen ohnehin nicht antworten wird, kommt Stuarts Attaché Jim auf eine grandiose Idee. Er fährt nach Las Vegas zu seiner alten Freundin Jenny, die mittlerweile im Strip-Business unterwegs ist und heuert eine komplette Truppe kichernder Showgirls an, die mit der aktuellen Geschäftslage eher unzufrieden sind (“Ach, manchmal denk ich, meine Mum hatte Recht. Setz dich bei Woolworth an die Kasse, sagte sie.“)

...trainieren...
Den Mädels wird ein Angebot gemacht, dass sie nicht ablehnen können: Eine Stange Geld, freie Kost und Logie, plus schönes Wetter unter heißer Wüstensonne für ein paar kitschige Trainingsmontagen. Die Gewinner der Ausbildung dürfen an einer heiklen Rettungsmission teilnehmen und bekommen eine noch größere Stange Geld. Die bereitwilligen Damen werden kurze Zeit später auf das Trainingsgelände verfrachtet (“Hier hat Rambo vermutlich auch schon trainiert.“ “Ja, hundert Liegestütze auf seiner Alten.“) und beginnen die Ausbildung zu knapp bekleideten Killermaschinen. Nachdem das Training überstanden ist und die Creme de la Creme ausgewählt wurde (“Denjenigen, die nicht ausgewählt wurden, möchten wir danken. Sie erhalten als Entschädigung tausend Dollar und haben die Möglichkeit, sich beim nächsten Kommando-Unternehmen zu qualifizieren.“), werden die Ladies in heiße Uniformen gesteckt und in den Mittleren Osten geflogen, wo sie mit flatternden Blusen und knatternden Kanonen für die freie Welt eintreten…

“Hey, was soll das sein? Ein Scherz? Sie lassen hier ’ne Gruppe Showgirls antanzen und die sollen meinen Sohn befreien?“
“Mr. Stuart, das ist kein Scherz. Das ist unsere Geheimwaffe. Jedes dieser Mädchen hat eine Spezialausbildung hinter sich. Nahkampf, Karate, Waffensysteme, Sprengstoffe.“
“’n Haufen Showgirls aus Las Vegas?“
“Das ist ihre Tarnung!“

...initiieren...
Ganz recht! Bei ’Armageddon’ sind schließlich auch Bohrexperten zu Astronauten gemacht worden! Warum sollte das hier nicht genau so klappen?
Na sicher ist das der denkbar bescheuertste Plan, auf den ein Regierungsbeamter kommen kann, was (in diesem Fall) aber automatisch bedeutet, dass es der beste Plan für ein B-Movie ist.
’Angels Höllenkommando’ ist so lächerlich, überdreht, exploitiv und pausenlos mit Sprüchen, nackten Tatsachen und Dauerfeuer vollgepackt, dass sich jeder, der über die Dummheit dieses Streifens mosert, schämen sollte.
Klar haben wir es hier weniger mit professionellen Darstellerinnen, als mit gutgebauten, dauerkichernden Bikini-Schnitten zu tun und der Film ist sich auch nicht zu fein, die Kamera bei einigen Dialogen direkt auf die Oberweite zu halten und das Gesicht auszublenden, doch schauspielerische Mängel werden hier durch puren Enthusiasmus weggeblasen.
Die Action bewegt sich meist in den wackeligen Umlaufbahnen des Schwachsinns.

... Ärsche treten!
Herausragendes Beispiel ist hier das Finale, in dem eines der Mädel eine Benzinspur von der Festung des Bösen (eine Ritterburg … Ja, wir sind noch im mittleren Osten!) bis zum Rettungsziel legt, den halbvollen Kanister unachtsam zu Boden wirft und schwuppdiwupp einen Streichholz zündet, der den Behälter zwar verschont, die Brennspur bis zum Schloss jedoch entzündet und die Festung selber in die Luft gehen lässt. Da sehen wir sie brennen, die grundsoliden, steinernen Mauern der Burg und zwar in einer Nachtaufnahme. Ist doch egal, dass der Rest der Szene tagsüber spielte. Schließlich kann man Flammen bei Tageslicht nicht sehen.

“Wir werden einfach drauf los ballern. Wenn jemand umfällt und krepiert ist das seine Schuld.“

Leicht bekleidete Arschtritt-Amazonen nehmen den Kampf gegen Terroristen auf! Das hat schon bei ’Kommando der Frauen’ funktioniert und klappt, dank gekonntem Einsatz saudämlicher Sprüche, strunzdummer Action und knalldoofer Tittenmäuse auch beim ’Hell Squad’. Schön, dass es solch unterhaltsamen Trash noch zu entdecken gibt!


Hudson