Hell on the Battleground


‘Two Brave Men With One Big Choice: Wait To Die, or Fight Like...’


Originaltitel: Hell on the Battleground (1989) Regie & Drehbuch: David A. Prior
Darsteller: William Smith, Fritz Matthews, Ted Prior FSK: 18


“Was hat diese Ruhe zu bedeuten?”
“Keine Ahnung, bleib in Deckung.“

Ähm, darf ich? Ich weiß es nämlich. Das ist die Ruhe vor dem Scheißsturm, um es mit den Worten des unvergesslichen Jim Lahey zu sagen.

Mischwald-Rambos beim Gegnerweitsprengen

Worum geht’s?
Um die beiden Supersoldaten Casey und Lance, denen keiner das Wasser reichen kann, die selber aber immer wieder gerne ihren Vorgesetzten in die Suppe spucken und überhaupt ganz gerne mal eine Extrawurst spachteln (so zum Beispiel haben sie zwei Privat-Schicksen im Bootcamp, die ihre emotionalen und körperlichen Bedürfnisse befriedigen). Für ihre neueste Mission werden sie von Colonel Meredith (Wiliam Smith) mit einem Haufen Anfänger in den ... äh Busch geschickt. Entschuldigt meine geographische Inkompetenz, aber ich wurde aus den Örtlichkeiten nicht ganz schlau. Es soll wohl Vietnam sein, aber es sieht nach Wüste Kunersdorf aus und überall rennen Russen rum. Denen gehört die Balalaika verbogen und wenn Lance und Casea auch sonst nichts können, Backpfeifen verteilen sie, wie sonst nur Chuck Norris…

“Ich liebe dich, Casey“
“Ahja.“
“Hör zu. Wir sind jetzt seit vier Monaten zusammen und du hast das noch nie zu mir gesagt.“ “Wir sind im Krieg. Und da ist für Liebe keine Zeit.

That's right. No time for love, Dr. Jones.

Herrje, David A. Prior am Werk. Wer Filme wie ’Future Force’, ’Raw Nerve’ oder ’Kill Zone’ kennt, der weiß, dass mit Prior nicht zu spaßen ist, wenn’s um filmische Mangelware geht. Will sagen: Action-Trash ohne allzu viel Fun, meist jedoch mit seinem Bruder, Napfsülze Ted Prior und einem abgehalfterten Genre-Haudegen auf der Besetzungsliste. Hier ist’s mein persönlicher Kultheld, Bikerdude und Bodybuilder William Smith, der in Klassikern wie ’Conan’ und ’Rumble Fish’ punktete, sich aber auch jederzeit für Schund-Fabrikateure wie Donald G. Jackson verkauft (man denke nur mit Grauen an ’Big Sister 2000’ zurück). An ihrer Seite ballert Frisur-Eumel Fritz Mathews (’Operation Warzone’) für eine bessere Welt, sinnlose Gewalt und schmierigen Pathos, der in hundsmiserabel synchronisierten Dialogen ausgekotzt wird.

Eine amüsante Szene hat der Film jedoch: Als Casey seinen Vorgesetzten einmal mehr aus der Scheiße ballert, bedankt sich dieser bei ihm mit den Worten: “Sie haben mir das Leben gerettet. Ich schulde ihnen etwas!“. Woraufhin Casey dem Typen eine ballert und meint: “Ich hasse Schulden.“ *
Dieser Elfmeter-Treffer macht die etlichen Eigentore drum herum jedoch nicht vergessen und spätestens wenn William Smith zu säuselnder Synthie-Mucke folgendes Monolog-Geschwafel zum Besten gibt, ist uns klar, dass wir es hier mit einer Graupe zu tun haben, die sich keiner mehr schön reden kann:

It's time for war...

“Casey und Lance sind bisher noch allen Gefahren entkommen. Zwei Kampfmaschinen mit Muskeln aus Stahl und Knochen von Granit. Normale Soldaten fragen nicht, wo und warum sie zu kämpfen haben. Egal ob in der Wüste oder im Dschungel, egal ob am Tage oder bei Nacht. Sie kommen aus den Dörfern und den Städten und sie gehen überall hin. Ihre Leichen bedecken die Schlachtfelder, jung und unwissend wie sie sind. Denn heldenhafte Worte im Kopf und Poster an der Wand lehren sie nicht die Furcht vor dem Tod und sie bringen ihnen auch nicht bei, wie ein Mann zu sterben. Genau so wenig wie Selbstverachtung, wenn sie einen guten Kameraden im Stich lassen.
Doch Casey und Lance lachen dem Teufel ins Gesicht. In dieser Dschungel-Hölle haben sie die besseren Karten. Sie wissen, wie man überlebt. Auch wenn es scheinbar keine Chance gibt. Die beiden sind zu allem fähig, wenn die versprochene Rückendeckung nicht eintrifft. Dann können sie nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden. Sie wissen, dass ihnen diesmal vielleicht zum letzten Mal eine Ruhepause im Camp vergönnt war. Und sie weinen, wenn sie hören wie viele ihrer Kameraden bei der letzten Patrouille im Jungle blieben. Sie beten, dass ihr Instinkt am nächsten Tag keinen Alarm schlägt. Dass ihnen ihre angespannten Nerven nur einen Streich spielen wollen.
Sie wollen nicht mit dem Geräusch fallender Schüsse im Ohr Abschied nehmen von dieser Welt. Casey und Lance, die zwei sind wie Brüder. Doch einer wird sterben. Kameraden im Leben, wie auch nach dem Tod. Und hier wie dort hört man sie schreien: Warum?“

...and stupid gibberish.

Womöglich muss man hauptberuflicher Vietnamveteran sein, um dieses sinnlose Gebrabbel deuten zu können. Wie auch immer, ’Hell on the Battleground’ ist Machomüll auf Nachoniveau und sollte nur von erfahrenen Action-Trash-Heinis (unter Vorbehalt oder vorgehaltener Waffe) konsumiert werden.


* Der gleiche Vorgesetzte heult später rum: “Wir gehen alle drauf. Wir verrecken hier.“, woraufhin Casey ihn am Schlafittchen packt und nur meint. “Halt die Klappe. Schieß!“ Dieser Casey… schon ’n irrer Typ.


Hudson