Hell Night


‘Pray for day!’


Originaltitel: Hell Night (1981) Regie: Tom DeSimone Drehbuch: Randy Feldman
Darsteller: Linda Blair, Vincent Van Patten, Peter Barton FSK: ungeprüft


‘Alpha Sigma Rho’ – Wer in diese Verbindung gelassen wird, der hat’s geschafft. Nie wieder lernen, jeden Tag Sex, Drugs & Schmock’n’Roll und die Nerds bringen einem die Puschen ans Bett. So jedenfalls stellen sich das unsere Protagonisten vor, die unbedingt in die ASR-Fraternity hineinwollen und dafür jeden Scheiß mitmachen. Zur Hell Night ist es soweit. Erst wird eine gewaltige Fete veranstaltet und wer von den Anwärtern zum Ende noch steht, wird vom Ober-Frat-Präsi Peter und einem ganzen Mob an grölenden Studniks um Mitternacht zum Garth Manor geführt. In diesem Spukschloss ermordete der Hauseigentümer vor zwölf Jahren seine Familie und beging anschließend Selbstmord, weil seiner Frau nur abnormale Monstrositäten aus dem Schoß gepurzelt kamen. Und genau hier sollen die vier Anwärter Marti, Seth, Jeff und May sechs Stunden bis zum Morgengrauen verbringen, während Peter und zwei Assistenten insgeheim Poltergeist spielen. Zu dumm, dass außer den Akademikern noch etwas anderes im Hause Garth lauert und bald einen nach dem anderen ins Jenseits befördert…

”Is that all you do? Drink and Screw?”
“Yeah, I surf. I surf, drink and screw.”

Horror-Herzblatt: Schon entschieden?

Liebe Leser, es tut mir leid. Auch ich hätte euch an dieser Stelle zur Abwechslung gerne einmal eine andere Synopsis gegeben, als bei jedem zweiten Slasher dieser Art. Aber die Einfältigkeit der Filmschaffenden zu Beginn der Achtziger Jahre war offensichtlich kaum zu toppen.
Im Gegensatz zu Genre-Vertretern Marke ’Goodnight’, nimmt sich ’Hell Night’ immerhin einige Zeit, um Charaktere, Setting und Stimmung zu etablieren. Ob das bei flachen Figuren wie den hiesigen wirklich notwendig war, steht auf einem anderen Blatt, aber der Schauplatz der Handlung ist wahrlich gut in Szene gesetzt und bietet in der ersten halben Stunde Platz für ein paar gelungene Gruselmomente. Inhaltlich bietet der Film jedoch nur Altbekanntes, was je nach Gesinnung auch ’Altbewährtes’ genannt werden darf.
Auf der technischen Seite überzeugen vor allem die hervorragende Musik und die äußerst stimmige Kamera-Arbeit. Letzteres ist kaum verwunderlich, schließlich ist hier Mac Ahlberg hinter der Linse und der hat schon bei Genre-Highlights wie ’Re-Animator’, ’From Beyond’, ’Arena’, ’Trancers’, ’Zone Troopers’, ’Elimionators’ und ’House’ ganze Arbeit geleistet. Wirklich gehaltvolle Effekte gibt es allerdings nicht zu bestaunen, meist wird kurz vor allzu übertriebenem Gesuppe ausgeblendet, was sicher keinen schlechteren Film macht, aber das übliche Klientel solcher Streifen zu Protestgemurre provozieren wird.
Schauspielerisch bewegen wir uns hier auf leicht verkrampftem Mittelmaß, das lediglich vom tiefen Dekolletee der (hier mal außerordentlich süßen) Genre-Truse Linda Blair (’Grotesk’) aufgelockert wird.

Fazit: Standard-Slasher der sich dank netter Schock-Spukereien und gelungener Atmosphäre wenigstens ein kleines bisschen vom Rest der Unmenge ähnlicher Machwerke abheben kann. Große Kunst ist das kaum, große Spannung auch nicht, aber …

... nich wahr?




Hudson