Hellgate


‘Doe Pforte zur Hölle geht auf’


Originaltitel: Hellgate (1989) Regie: William A. Levey
Drehbuch: Michael O'Rourke
Darsteller: Ron Palillo, Abigail Wolcott, Carel Trichardt FSK: 18


Opa Ortwin bei
der Orgelprobe
Irgendwann in den 50ern (wir wissen das, weil alte Musik aus einer Jukebox spielt und halbwegs zeitgenössisch gekleidete Biker einen drauf machen): Im lokalen Diner der Kleinstadt Hellgate gibt’s Ärger. Die Biker aus der Klammer eine Zeile weiter oben randalieren im Etablissement und entführen schließlich die junge Josie mit ihren Höllenkisten auf einen abgelegenen Jahrmarkt. Dieser wird allerdings vom Vater des Mädchens gewartet und der ist scheinbar auch gelernter Axt- und Messerwerfer. Der Versuch, seine Tochter mit einem gezielten Wurf auf des Bikerchefs Rübe zu retten, wird dem Alten zum Verhängnis und Josie segnet ebenfalls das Zeitliche. Alle sind betrübt. Wir blenden ab.
Dreißig Jahre später (wir wissen das, weil einer der Biker mittlerweile das Haar voller Mehl hat und in schäbige Latzhosen gekleidet ist) kommt College-Heini Matt nach Hellgate, wo er seine drei Freunde Pam, Chuck und die andere treffen will, die sich am Kamin übrigens gerade die Vorgeschichte des Films (ihr wisst schon, den 50er Jahre Teil) erzählen. Doch der Spuk geht um in Hellgate, seit Vater Wurfarm einen magischen Stein fand, der nicht nur tote Schildkröten zum Schnappen bringt sondern auch Menschen reanimieren und seine geliebte Tochter aus dem Grabe bringen kann. Es dauert nicht lange, da sind die vier Kids Gefangene im Jahrmarktwahnsinn der lebenden Toten…

Afterlife Alternative, vom Herrgott abgesegnet

"Kennen sie den Unterschied zwischen einer Frau in Paris und dem Eiffelturm? Der Eiffelturm wird nicht so oft bestiegen."

’Hellgate’ vom Regisseur der Blaxploitation-Graupe ‘Blackenstein’ ist einer jener obskur-albernen Horror-Tröten der Achtziger, denen viel zu schnell die Puste ausgeht, obwohl wirklich mehr drin gewesen wäre, wenn die Macher einfach mal die Sau raus gelassen und/oder sich ein bissel was Neues hätten einfallen lassen.
Nur leidlich amüsant, wenn nach einer halben Softporn-Szene zu Tschaikowskis ’Romeo & Julia’ die entblößte und mit Brustimplantaten bestückte Geisterische ihren Wächterzombie bittet, keinen Aufstand zu machen. Zwar gibt’s ein paar echte Oldies wie ’Earth Angel’ auf die Lauschlappen, aber heiße FX der blutigen oder einfach spaßigen Art (abgesehen von einem ‘explodierender Monster-Goldfisch’ zu Beginn), kompetente Schauspieler oder gar Stars darf man hier nicht erwarten. Naja, einer der Biker (der mit dem Mehl im Haar) sieht aus wie Ralph Möller. Macht daraus, was ihr wollt.

Ja, okay, die Szene war spaßig...

Nach der recht witzigen ersten halben Stunde eiert der Streifen auf die ’Wir trampeln an der Nebelmaschine vorbei durch die Geisterstadt, reißen ein paar Sprüche und werden einer nach dem anderen von Zombies (die eigentlich keine sind) ums Eck gebracht’-Schiene und bummelt auf den Abspann zu, ohne Abstecher auf die Fun-Gleise zu wagen, deren Weichen links und rechts Winke Winke machen.


Hudson