Haunting Fear


‘Die Grenzen zwischen Leben und Tod sind fließend.’


Originaltitel: Haunting Fear (1991) Regie: Fred Olen Ray
Drehbuch: Fred Olen Ray & (angeblich) Edgar Allen Poe
Darsteller: Brinke Stevens, Delia Sheppard, Jan-Michael Vincent FSK: 18


Edgar Allen Poes ’Haunting Fear’? Da will uns der Titel wohl verulken. Denn hier haben wir es mit einem weiteren Trash-Thrill von B-Beule Fred Olen Ray zu tun…

Bloody Hell...

Böse Alpträume schütteln Vicky. Ihr Schlafrhytmus ist dermaßen im Eimer, dass sie auch schonmal mit einer Tasse Kaffee im Arm auf dem Küchenboden, auf der Treppe oder sonstwo zusammenklappt und munter weiter sägt. Zudem sind Vickys Träume so real, dass nicht mal der Zuschauer weiß, ob sie wach ist oder nicht. Einer ihrer schlimmsten Alpträume ist es, lebendig begraben zu sein, was auch angeblich ihrem Vater widerfuhr. Ihrem Mann geht der Zirkus jedenfalls gewaltig auf den Geist. Seinen ehelichen Pflichten kommt er lieber im Büro mit seiner Sekretärin nach (klar, eine waschechte Tippsen-Nummer gehört in jede ernstzunehmende Poe-Adaption. Hui.) Da der Gute bei einem Gangster hohe Wettschulden gemacht hat, plant er, seine mit reichlich Scheinen gesegnete Frau zu hintergehen und sich mit dem besagten Kleingeld und besorgter Bürofachkraft in ein Land abzusetzen, das nicht an geisteskranke, geneppte Ehefrauen ausliefert… oder so ähnlich.
Doch es kommt noch besser! Nach Cameos von Karen Black (’Die Wiege des Schreckens’) als Hypnoteuse und Michael Berryman (’Die Barbaren’) als Leichenschnibbler, packen Mann und Mieze die gute Vicky einfach in einen Sarg im Keller.

"KAUFEN!"

Was jetzt folgt, sollte Fans von Fred Olen Ray (’Cyclone’) bekannt sein:
Die Toten kommen ins Reich der Lebenden zurück, Köppe rollen, Busen blitzen, Schüsse fallen, Messer stechen und derweil sorgt ein säuseliger Pianist an seinem verstaubten Klimperkasten für musikalische Begleitung.
Jan Michael Vincent (’Straße der Verdammnis’) sitzt beinahe den gesamten Film über in einem Auto vor dem Haus und jede Frau muss mindestens einmal blank ziehen (sans Karen Black, die dafür aber an folgendem Dialog teilnehmen musste: “Ja, hallo!“ “Guten Tag Dr. Harford. Hier ist Richard Carlton.“ “Kennen wir uns?“ “Ja, wir haben uns bei dem Kongress ’Parapsychologie heute’ kennengelernt.“)
Tja… da hilft’s auch nix, dass man Michael Berryman dick auf’s Cover pappt.

"Darf's ein bisschen mehr sein?"

’Haunting Fear’ haunted kaum, feared selten und kommt nicht ohne die für Olen Ray typische Portion Sleaze aus. Leider nicht unterhaltsam genug, um an seine 80er Spaß-Mauken herranzureichen.

Hudson