Hard Rock Zombies


‘You can't keep a good band down!’


Originaltitel: Hard Rock Zombies (1985)
Regie: Krishna Shah Drehbuch: David Allen Ball & Krishna Shah
Darsteller: E.J. Curse, Sam Mann, Jack Bliesener FSK: 18


Wer auch immer sagte ’Der Wahnsinn kommt auf leisen Sohlen’, hat noch nie im Leben ’Hard Rock Zombies’ gesehen. Ein Film, der schreit und der schreien lässt, da er zum Schreien ist.

That's like... so totally cool!
Eine pudel-frisurige Spandex-Rock-Rand zieht durch die amerikanischen Backwoods, auf der Suche nach Ruhm und Anerkennung. Im Nest Grand Guignol sind sie an die Falschen geraten. Hier herrschen nicht nur die Dorf-Spießer mit Zucht, Ordnung und Moral, sondern auch ein 95-jähriger Adolf Hitler mit seiner Horror-Mischpoke in einer alten Villa. Wie’s der geplante Zufall will, landen die Rocker genau in diesem Irrenhaus, das bald Schauplatz sehr, sehr merkwürdiger Ereignisse ist. Nach anfänglichem Schnupperkurs, gehen die Bewohner der Stadt auf Konfrontation. Als nach einer Stadtrats-Sitzung der Rock’n Roll verboten wird, dreht auch die Nazi-Sippe auf: Eva Brauns Urschreitherapie entpuppt sich als Werwolf-Symptom, Töchterchen Elsa spielt in der Dusche ’Psycho’ nach und die beiden degenerierten Enkel werden zu Killer-Puppen. Schwuppdiwupp sind die unliebsamen Musiker ins Grab gemeuchelt und der Führer ruft über alle Funk-Wellen seine Rückkehr aus.
Aber dieser Film hieße nicht ’Hard Rock Zombies’ wenn die vier Jungs nicht zurückkommen würden, um sich als hart rockende Untote zu verdingen…

“Holt die braune Unterwäsche raus! No hope! No dope! No future! Überall wo ich bin herrscht Chaos, aber ich kann nicht überall sein. Amis raus aus USA, Winnetou ist wieder da!“

Adolfs Erben
Keine Frage: Urteilt man nach dem Anspruch und den Production Values, ist der Film Schrott. Aber eben die Art von Schrott, mit der man durch die gesamten US of A karren kann, lediglich mit einem anhaltenden Lachen als Treibstoff.
Einem Troma-Film nicht unähnlich, geht hier beinahe alles. Genres kreuzen sich, nackte Haut trifft auf blutige Wunden, krachlederne Synchro (Thomas Danneberg singt!) wechselt sich mit Situations-Komik ab, schriller 80er Rock und wirr plazierte Tanz-Einlagen kitten den Spaß zusammen. Nazis, Zombies, Werwölfe, Müll-Mutanten; alles muss raus!
Zudem werden hier auch Filme wie ’Texas Chainsaw Massacre’, ’Dawn of the Dead’ oder die Beatles-Filme penetrant veralbert.
Zu den Darstellern muss man nicht viel sagen. Bekiffte Zottel-Köppe im Eighties-Look: Passt! Die Effekte von John Carl Buechler (hat schon beim ’Todesjäger’ und den ’Ghoulies’ geholfen und später bei ’Troll’ Regie geführt) glänzen zwar nicht, aber wir haben es hier ja auch nicht mit einem BMW-Commercial zu tun, sondern mit Erste-Sahne-Horror-Trash und dafür ist das dargestellte Gekröse mehr als zweckmäßig.
“Was? Was soll das? Herr im Himmel, die lieben Enkelkinder. Raus! Raus!“
“Können wir nicht ein bisschen zukucken, Opa?“
“Eurem Großvater und eurer Großmama zukucken wenn sie eine schöne Nummer schieben, hm?! Schämt euch! Schämt euch!“
“Was ist denn dabei, wenn die Lieben zuschauen?“
“Was? Eva, es reicht wenn die Kinder zuschauen. Nicht noch die Enkel!“
“Oh bitte bitte Opa!“
“Ihr seid süß. Wer könnte da ’nein’ sagen. Also gut, ihr dürft zusehen, aber nicht fingern!“

Der ganz besondere Hangover: Man wacht mit KISS-Makeup auf

So muss Trash sein! Sinnfrei, einfallsreich, grob spaßig und unterhaltsam. Und überhaupt: “Ohne Rock, kein Bock, Alter!“

Hudson