Hardcover


‘Lose Yourself in a Good Book’


Originaltitel: I, Madman (1989) Regie: Tibor Takács
Drehbuch: David Chaskin
Darsteller: Jenny Wright, Clayton Rohner, Randall William Cook FSK: 18


"Har-Har-Hardcover!"
Eigentlich will Virginia Schauspielerin sein, doch die Konkurrenz ist groß (“Sie war großartig. Nicht umsonst hat Colette eine Rolle in der Fernseh-Serie ’Hart aber herzlich’ bekommen.“), also steckt die junge Frau in einer staubigen Buchhandlung fest, in der sie zum Zeitvertreib einen Schmöker nach dem anderen verschlingt. Als sie bei den obskuren Werken des Horror-Autors Malcolm Brand angelangt ist, wächst Virginias Faszination über gewöhnliche Begeisterung hinaus. Beim Roman ’I, Madman’ manifestiert sich schließlich die Figur des irren Protagonisten Dr. Kessler und macht Virginias Leben zur Hölle. Kessler, der seine Liebe zur Schauspielerin Anna nie verwirklichen konnte, weil diese sein Gesicht abstoßend fand, begeht in Virginias unmittelbarer Umgebung diverse Morde (bye, bye Colette) und schneidet den Opfern Gesichtsteile ab, um sie sich dann selbst auf die Visage zu tackern und Virginia in schaurigen Besuchen vorzuführen. Niemand glaubt ihr auch nur ein Wort. Nicht einmal ihr Freund, der Polizist Richard, denkt, dass an Virginias Story etwas dran ist. Doch der fiktive Kessler ist zur tödlichen Realität geworden, der sich die junge Frau stellen muss...

“Er zerschneidet sich aus Liebe das Gesicht? Der Kerl hat wohl noch nie etwas von Pralinenschachteln oder Blumensträußen gehört?”

"Tut mir leid, wir haben
wirklich nur Paperbacks."
Schön, im Achtziger Einerlei des Horrorfilms immer wieder mal einen Streifen zu finden, der die Dinge ein wenig anders anpackt. Auch wenn ’I, Madman’ (Originaltitel) keineswegs perfekt ist und mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen hat. Das Script von ’Nightmare on Elmstreet 2’-Autor David Chaskin braucht ein wenig, um in die Gänge zu kommen und lässt erst ab dem zweiten Drittel einen konkreten Spannungsaufbau zu.
Regisseur Tibor Takács (’Mosquito Man’) verbindet Elemente aus Slasherfilm, Horror-Fantasy und Mystery-Thriller und inszeniert seinen Schlächter in mal possenhaften, mal schaurigen Bildern. An Blut und grausigen Make Up-FX wurde nicht gespart, allerdings spielt sich der Horror meist im Kopf ab. Zum Finale gibt es dann sogar eine stilsicher designte Stop Motion-Kreatur, die nicht von ungefähr an die Monster aus Takács ’The Gate’-Reihe erinnert. Auch kommt der Film ohne bekannte Darsteller aus, was den Grusel allerdings nur bekräftigt. Jeden kann es erwischen und es sieht fast so aus, als würde genau das passieren.

"Und dann habe ich versucht, das Flugzeug zu landen und
bin beim Aufprall mit der Visage im Propeller gelandet."

Fazit: Interessante Horror-Mischung die sich angenehm aus dem Einheitsbrei des Genres abhebt und somit einer der Gründe ist, warum hartnäckige Filmfans nie aufhören sollten, nach kleinen Schätzen zu suchen. Auch wenn das bedeutet, dass man sich dafür erst durch die Graupen wühlen muss.


Hudson