Hard Bull


‘The Hard Way - The only way’


Originaltitel: Via dura, La (1987)
Regie & Drehbuch: Michele Massimo Tarantini
Darsteller: Miles O'Keeffe, Milton Morris, Chuck Bishop FSK: 18


Hard Bull, also.
Ich weiß schon, was ihr denkt: ’Wie lange wird der Typ jetzt brauchen, bis er den ersten ’Bullshit’-Spruch bringt?’
Bin ich wirklich so vorhersehbar? *Schnüff*

Henry Silva - Jungle Lord

Story: Der Armee des bolivianischen Drogen-Kartells unter Finsterling Wesson (Henry Silva) ist kaum das Handwerk zu legen. Schon etliche Einheiten wurden in die grüne Hölle entsendet, keine kam je lebend wieder. Das soll sich nun ändern und die Offiziellen schicken Kombat-Spezialist Bull (Miles ’Ator’ O’Keefe) und sein Mini-Squad (zwei Männer) in den Dschungel. Schon kurz nachdem sie mit dem Fallschirm über Feindesgebiet abgesprungen sind, müssen sich die Jungs nicht nur dutzender Bodentruppern erwehren, sondern bekommen auch noch aus dem Himmel die Hucke vollgeschossen und von Piranha-Schwärmen den Arsch angenagt. Das kann ja heiter werden…

"Siehst gut aus, Miles. Können wir dann weiter?"

C-Action-Insider haben vielleicht schon bemerkt, dass sich die Plot-Synopsis beinahe genau so liest, wie jene von O’Keefes (amüsanterem) Dschungel-Knaller ’Phantom Raiders’ (genau, der, wo er mit einer Ninja-Netzstrumpfmaske durch das Dickicht kraucht).
Da letzterer allerdings aus dem Jahre 1988 stammt und (machen wir uns nichts vor) wahrscheinlich jeder dritte Jungle-Actioner mit genau dieser Handlung versehen wurde, hat das wohl nichts zu bedeuten.

Camoukeulen in Not
Viel bedeutsamer ist da schon der Name des Regisseurs. Michele Massimo Tarantini ist nämlich für einen der schlechtesten Barbaren-Filme aller Zeiten (’Das Schwert des Barbaren’ würg) verantwortlich und steht dafür schon seit Jahren auf meiner Shitlist.
Was er mit ’Hard Bull’ auf den Zuschauer loslässt, ist erzählerisch kaum über dem Niveau einer Klowand-Kritzelei, hat aber genau die richtige Überdosis sinnlose Action, die Freunden solcher Filme das Holz in der Hose splittern lässt.
Durch Sümpfe, Flüsse und Wälder wird sich geballtert, geschlitzt, gedroschen und gebombt, hier ein ganzes Schwadron übler Finsterlinge aus den Ästen gewischt, da ein knatternder Hubschrauber aus den Wolken gefetzt und zum Finale fahren dann sogar die Panzer auf. Getrübt wird der Spaß von der unmotiviertesten Leistung Miles O’Keefes, die mir je unter die Augen gekommen ist und so grottigen Dialogen, dass nicht einmal ich mich traue, sie zu zitieren. Auch die Standard-TickeTucke-Synthie-Mucke ist erbärmlich und selbst ’Bad Boy for Life’ Henry Silva (’Killer kennen keine Gnade’), der Befehle wie “Riegeln sie das Sumpfgebiet ab!” in seine Quäke bellt oder seinem Vorgesetzten verrät “Töten ist meine Leidenschaft. Es befriedigt mich zutiefst.” weiß scheinbar nicht, was er da für einen Blödsinn verzapft.

Lääääuuuft...

Fazit: Abwechslungs- und pausenlose Brachial-Action der Marke ’How drauf can you get?’ trifft auf ein schwarzes Loch, in dem Banalitäten wie Schauspielkunst, Story und Originalität längst verschwunden sind. Insgesamt also tatsächlich ‘Hard Bullshit’ (you had that comin’!)


Hudson