Happy Hell Night


‘Tonight The Party Animals Of Phi Delta Kappa Will Raise More Than Hell!’


Originaltitel: Happy Hell Night (1992) Regie: Brian Owens
Drehbuch: Michael Fitzpatrick, Brian Owens & Ron Petersen
Darsteller: Larry Robinson,Lisa Nichols, Sam Rockwell FSK: 18


Zeigestock-Footage
Vor 25 Jahren ermordete ein urplötzlich vom Satan besessener Priester names Malius ein paar Studenten, die in einer Gruft eine schwarze Messe abhielten. Seither sitzt er in Einzelhaft im Keller der hiesigen Irrenanstalt, ohne dass die Öffentlichkeit je von seinen Taten erfuhr.
1991 kommen ein paar College-Kids hinter das Geheimnis um den Meuchel-Opi und wollen die Geschichte publik machen. Zu diesem Zweck steigen zwei angetrunkene Fratboy-Paparazzis in die Tiefen der Anstalt und wollen ein paar nette Fotos von Malius knipsen. Es kommt wie es kommen muss: Die Jungs erwecken den Satanisten im Ruhestand, der sein blutiges Handwerk nun wieder aufnehmen kann. Und zwar im Verbindungshaus seiner Befreier…

’Happy Hell Night’ lässt sich zunächst sehr viel Zeit, für Charaktere und Handlungsrahmen, was grundsätzlich keine schlechte Idee ist, wenn Regisseur und Autor das Zeug dazu haben. Auf Brian Owens (Autor und Regisseur von ’HHN’) trifft das leider nicht zu und seine Darsteller (Neunziger Jahre Aushilfs-Akteure in trendigen ’Booker’-Ausschuss-Klamotten) sind ihm leider auch keine Hilfe.

Drama, Baby
Überzeugen kann hier zunächst nur Dämonenpriester Malius (dargestellt von Charles Graign, den Arnie-Fans sicher noch als fiesen und kurzlebigen Foltermeister aus ’True Lies’ kennen). Der hagere, haarlose und bleiche Priester mit den schwarzen Augen und der ’Eissichel’ ist tatsächlich einmal wieder eine Slasher-Gestalt, die (wenn schon nicht durch eine faszinierende Hintergundgeschichte) immerhin durch gruseliges Äußeres punkten kann. Zu dumm, dass der Gruselfaktor durch Malius’ mahnendes Gebrabbel (“Niemals scherzen!“ “Kein Fernsehen!“ “Kein Sex!“ “Parken verboten!“), das jeden Kill begleitet, wieder zunichte gemacht wird und man den Killer somit eher als altes Slasher-Mieseperterle in Erinnerung behält. Im Ernst, “Parken verboten!“?!?
Abgesehen von einigen blutigen Hinrichtungen durch Malius Mordwerkzeug und einem Cameo des jungen Sam Rockwell (’Per Anhalter durch die Galaxis’) kann sich der Film rühmen, mit Ted Clark einen der hässlichsten Nerds der Filmgeschichte im Gepäck zu haben. Clark war übrigens elf Jahre später in ’Wrong Turn’ zu sehen. Als Monster.

“Ich rufe die Mächte der Finsternis. Außerdem rufe ich die Mächte der Verdammnis. Ich bin eure Priesterin und rufe euch.“

Da isser: Mal mit der Sichel.

Ja und ich rufe vielleicht noch den Pizzadienst, die Biertankstelle und meinen Telefon-Joker an, die drei Anlaufstellen, die mir am ehesten beim Überstehen dieses Streifens helfen könnten. Auf die Pizza könnte ich zur Not verzichten, aber das Bier muss sein und der Joker kann mir in knappen Sätzen für’s Fazit erzählen, warum 90 % aller Slasher mit unterdurchschnittlich begabten Quadratköppen von der Schauspiel-Ersatzbank beherrscht werden und Hackebeil-Horror nach dem 47. Slasher einfach nicht mehr zieht.
Technisch gesehen ist ’Happy Hell Night’ ganz okay, doch außer dem optisch interessanten Bösewicht und einem Hauch satanischen Gruseldusel beibt hier nicht viel im filmtechnischen Hirnspeicher stecken. Next one…


Hudson