Hall of Death – Die Todeshalle


‘Before you are buried...be sure you are really dead!’


Originaltitel: Mortuary (1983)
Regie & Drehbuch: Howard Avedis
Darsteller: Mary Beth McDonough, David Wallace, Bill Paxton FSK: 18


Slasher Alarm die 3768ste!

Wieder einmal aus den Achtzigern.
Wieder einmal ein mordender Mann im Mantel.
Wieder einmal 90 Minuten brutaler Durchschnitt und kaum etwas dazu gelernt.

Hier könnte der Text auch eigentlich schon enden, aber da es der eine oder andere von euch vielleicht etwas konkreter braucht, bitte sehr:

“Hasch mich, ich bin der...“
“Ja komm. Geh aus'm Bild!“
Seit ihr Vater eines schönen Tages am Swimming Pool eine ’Überdosis Baseballbat’ auf den Kopf bekam, plagen Christie furchtbare Alpträume. Als kurz danach ihr Freund Josh beim Reifenklauen in der Leichenhalle (fragt einfach nicht nach kausalen Zusammenhängen) umgebracht wird, sind Christie und ihr Lover Greg einer möglichen Verschwörung auf der Spur. Kurz vor Joshs Ableben haben er und Greg nämlich Christies Mutter mit einigen Frauen und dem Bestattungsunternehmer Andrews bei einer unheimlichen Seance beobachtet. Als der Killer in Christies Nachbarschaft auftaucht und ihr nächtens nachstellt, manifestieren sich ihre Phantasmagorien. Was wohl der verschrobene Sohn von Andrews, der alle zehn Minuten mit einem allzu offensichlichen ’Hint Hint!’-Zwinkern in die Szenerie stolpert, mit der Sache zu tun hat? We can only guess!

Leider kann ’Hall of Death’ einem recht stimmigen Einstieg im weiteren Verlauf nicht gerecht werden. Erstens schlägt der Film einige Haken und landet dann in einem ganz anderen Metier, als dem, das uns VHS-Cover und Setup vorgaukeln wollen. Zweitens krankt der Film an einer Abstinenz von Schauwerten, die lediglich von der Leistung Bill Paxtons gebrochen wird. Dieser beherrscht seine Szenen als schrulliger Bestattungsangesteller perfekt (und nichts anderes habe ich von ihm erwartet). Natürlich gibt seine Rolle auch einiges mehr her, als beispielsweise die von Hauptbimbo David Wallace (’Humongous’). Auf der Habenseite ist der Auftritt von Christopher George (’Panik in der Sierra Nova’) zu verzeichnen, der hier auch seine Frau Lynda mit unterbrachte, leider aber kurz nach Erscheinen des Filmes verstarb.

The Corpse Bride
Der Killer zeigt sich in Gestalt eines schwarzbetuchten Clownsmasken-Metzlers (sehr ähnlich dem aus Wes Cravens ’Scream’-Trilogie), schleicht keuchenden Atems durch die Nacht und meuchelt mittels Bestattungszubehör. Das Punktuieren mit dem spitzen Frontstück der Innereien-Saugpumpe ergibt zuweilen sogar einen Hinkucker für Leute, die… das Punktuieren mit dem spitzen Frontstück einer Innereien-Saugpumpe schon immer (abseits der herkömmlichen Verwendung) in Aktion sehen wollten. Ein bissel holpriger ’Six Feet Under’-Humor, ein paar Mozart-Stücke und ein paar nette 80er-Impressionen ergänzen die Meuchel-Melange zu einem zähen aber nicht unspannenden Film.
Einen Extra-Punkt für Bill Paxton, einen für die Darstellung des Phänomens der ’Rollschuh-Disco’ (wow!) und einen halben Punkt Abzug für die oberdämliche letzte Einstellung.

Hudson