Hai-Alarm auf Mallorca



Originaltitel: Hai-Alarm auf Mallorca (2004) Regie: Jorgo Papavassiliou Drehbuch: Jörg Alberts, Roland Heep, Frank Koopmann & Don Schubert
Darsteller: Ralf Moeller, Julia Stinshoff, Gregor Bloéb FSK: 12


“Er kommt direkt auf uns zu!“

Danger! Warning! Caution!

Ralf Möller (’Conan - Der Abenteurer’) in einer Hauptrolle! Ja, schlimm genug. Wenn er auch noch einen deutschen Aussiedler spielt, der auf Malle Helis fliegt und seine Frau an einen Riesenhai verloren hat (was er so emotional wiedergibt, wie ein Holzfäller der Harfe spielt), dann isses ganz schlimm.
Seinem rauhen Leben widerfährt etwas Ablenkung, als die Mikro-Biologin Julia, die sich mit Haien und Hubschraubern auskennt, für Forschunszwecke auf die Insel reist.
Im sogenannten Santoro-Graben (lange Geschichte; da hats Ralles Frau erwischt, außerdem spukt’s da) sind grad ein paar Hobby-Taucher im Käfig unterwegs (hey… wie wär’s eigentlich mit einem Käfig-Match unter Wasser!?), die von Haien angegriffen werden (jaja der Film heißt ja auch ’Hai-Alarm auf Mallorca’) und vom tatkräftigen Mr. Universum aus dem Wasser gehievt werden.

"Wat hast du denn da, Ralf?"
"Dat is der Zahn der Zeit."
Seiner Tochter Maja, die auch grade in der Nähe herumeimerte, hält er erst einmal eine Standpauke. Maja hat keinen Bock auf den Scheiß und vergnügt sich lieber mit einem spanischen Fischers-Fritze bei einem sexy Rave in einer Liebes-Grotte. You know the drill: Einige Kids stehlen sich davon, schippern raus aufs Meer, happa happa, sind nicht mehr. (Hai-Alarm!)
Derweil auf der weltgrößten Hai-Forschungsstation der Welt (natürlich auf Malle!). Die leitende Hai-Expertin (WALTER aus ’Hinter Gittern’ !!!) forscht an möglichen Hai-Heilmitteln. Wie ja mittlerweile jeder weiß, sterben Haie zwar an Flipper, an japanischen Gourmets und an Menschen, die wegen etlichen Hai-Filmen nur noch mit einer Schrot-Flinte zum Baden gehen, nicht aber (Achtung: dramatisch-roter Faden!) an Krebs! Daran leidet leider auch die Frau von Ralles bestem Kumpi, dem Polizei-Präsidenten von Mallorca (oder so, jedenfalls später noch wichtig!) Bald gibt’s mächtigen Streß für den deutschen Möchtegern-Arnie, denn mit seinem Fund eines Zahnes, der das Killer-Vieh auf ca. 100.000 Jahre zurück datiert, verärgert er nicht nur ein mallorkinisches (schreibt man das so?) Forscher-Syndikat, sondern auch den Oberbürgermeisters von ’Amity Isl…’ äh Mallorca und Ottfried Fischer (no shit!), der sich als dicker ’Global Player’ auf die Insel verirrt hat…

Ottfried Fischer: “Ja, wo komm’ sie hea?“
Ralf Möller: “Mich schickt der Himmel.“
Ottfried Fischer: “Machen sie auch Bodybuilding?“
Ralf Möller: “Früher.“


Da passt halb Malle rein...
Holy moly! Was hier von Jorgo Papavassiliou (Regisseur von ’Held der Gladiatoren’ Prust!) aufgefahren wird, passt keinem Riesen-Hai zwischen die Kiemen. Es gibt Verfolgungsjagden im Wasser, in der Luft, im Labor und auf den Straßen, die weißeste Unterkiefer-Kauleiste seit der Erfindung von Dr. Best (wer ist dein Zahnarzt, Ralle?), Otti Fischer am Grill (“German Barbecue Association!“), Hacker am und Haie aus dem Computer, Requisiten aus der Geisterbahn, ’Smart’-Werbung, Soap-Titten, Carsten Spengemann, ’ne fast witzige ’Terminator’-Verarsche (“Ich komme wieder!“), Hannibal der weiße Hai (ja, immer noch Malle), großes Drama, Harpunen, Wave-Race 64, und Trash! Außerdem fährt der Film mit Ralf Möller, Ottfried Fischer und Jeannette Biedermann (“Hey, hey, hey, do the ’69!“ WTF! Are you kiddin’ me?!) drei deutsche ähm Superstars auf. Hmmm, was auch immer das bedeutet.
Eins steht jedenfalls fest: Wo Herr Möller hinspricht, da wächst kein Gras mehr. Warum man nicht einfach einen Thomas Danneberg mal fix ins Synchron-Studio schicken kann, um die stümperhafte Dialog-Leierei der Muckibeule vernünftig zu vertuschen, bleibt mir ein Rätsel (zumal der Dödel sogar mit dem Hai redet: “Du willst ein Spielchen? Du kriegst ein Spielchen!“).

“Wenn ich mir das Ding so anschaue, frage ich mich wirklich, was sich die Evolution dabei gedacht hast!“ Witzig, genau dasselbe denke ich immer, wenn ich Ralf Möller sehe.

Das ist doch niemals Ralf Möller!

Fazit: Von vielen deutschen Film-Fans wird ja immer gemosert, es käme zu wenig Genre-Kost aus den Produktionsstätten des Landes der Dichter und Denker. Aber diese Filme existieren doch … und sie sind grottenschlecht! ’Hai-Alarm auf Mallorca’ macht da keinen Unterschied, ist aber in meinen Augen herzhaft dämlicher Supertrash! Ich hoffe demnächst auf ’Oktopus-Warnung an der Oder’, ’Quallen-Katastrophe am Kliestower See’ oder ’Bandwurm-Bescheid in der Badewanne’.

Hudson