Gunan - König der Barbaren



Originaltitel: Gunan il guerriero (1982)
Regie: Franco Prosperi Drehbuch: Piero Regnoli
Darsteller: Pietro Torrisi, Malisa Longo, Giovanni Cianfriglia FSK: 16


Dieses Review wird ihnen präsentiert von 'Burning Huts' dem Spezialisten für Hüttenfeuer. Garantiert sinnfrei und hundert mal erprobt!

1982 - das Barbaren-Genre war noch frisch, das Blut auf ’Conans’ Stahl noch nicht getrocknet, da kamen die ersten findigen Italiener aus der Pizzeria gestolpert und läuteten eine Rip Off-Welle ein, die schon das Endzeit-Genre ergriffen hatte.
Gunan (ich glaub’s selbst kaum!) kann sich also mit ’Ator’, ’Talon’ und dem Beastmaster ’Dar’ den ersten Platz als frühester ’Conan’-Nachzügler teilen. Was natürlich überhaupt nix zu bedeuten hat.

Die Story (von der ich mir sicher bin, dass ihr sie euch selbst denken könnt) lautet wie folgt: Papa Barbar und Mama Barbar erwarten Nachwuchs. Bevor es soweit ist, müssen allerdings laut Vertrag noch die Heerscharen des Bösen über ihr Dorf herfallen, Papa Barbar umbringen und die Lokalität zerstören. Hebamme Barbar kann standardgemäß fliehen und hat (zur großen Überraschung aller) Zwillinge im Arm. Worüber sich andere Eltern gefreut hätten, bringt großen Kummer in die Gemeinde der Amazonen, in der sich die beiden Bälger jetzt befinden. Der Nachkomme sollte eigentlich der Retter des Volkes (gemeint ist wahrscheinlich die unlängst dezimierte Population des Barbaren-Nestes) werden und den Namen ’Gunan’ tragen, so wie es die Sterne (die am Himmel, nicht die Band!) dem Papa Barbar einst befahlen.

Wieso konnten sich diese Dödel
Pferde leisten, und die Ritter
der Kokosnuss nicht?
Dumm gelaufen, da bahnt sich schon im zarten Sabber-Alter eine unschöne Rivalität an. Nicht nur, dass jetzt einer von beiden keinen Namen haben darf (kein Scheiß!), nein, dieser welcher (übrigens der schwarzhaarige der beiden nicht wirklich eineiigen Zwillinge) fordert seinen Bruder zum Kampf auf, damit er auch endlich mal ’Gunan’ heißen darf. Da hilft nur die weise Magierin, die ebenfalls den endgültigen Beweis haben will, dass der blonde, junge Herr tatsächlich ’the real Gunan’ ist.
“Ihr werdet euch in diesem Wald gegenübertreten. Man kennt ihn als ’Wald der bösen Geister’.“
Gesagt, getan. Blondie ist tatsächlich der Auserwählte und erhält auch den Superpreis: Ein pompöses Power-Schwert, das selbst He-Man neidisch gemacht hätte. Zornig reist der schwatte Bruder dennoch gen Rachlust, wird jedoch von den gleichen Eumeln erdolcht, die auch schon seinen Eltern zum frühen Ableben verhalfen. Gunan schwört nun doppelt Rache, muss sich allerdings erst noch in eine Blondine verlieben, die aus dem Meer herbeigespült wurde, was wiederum Ärger mit den Amazonen-Tanten gibt …

Okay, da es auf dieser Seite schon genug zum Thema ’Barbarismus und seine Folgen’ zu lesen gibt, halte ich es zum Thema ’Gunan’ (ein Film der nichts, aber auch gar nichts Interessantes zum Genre beiträgt) kurz und schmerzlos:
Lahmes Finale; check!
Zeitlupen-Epik; check!
Plastikschwerter; check!
Musik, die keiner hören will; check!
Abwesenheit jeglicher Kulissen; check! … bis auf:
Wald Location; check! Strand-Location; check! Steinbruch-Location; check!
Höhlen-Location und Soundffekte aus Ferrignos ’Herkules’; check!
Gunan macht Liegestütze; check! Gunan wird von Thomas Danneberg synchronisiert; check!
Gunan sieht aus wie Christopher Guests ’Nigel Tufnel’; check!
Sabrina Siani (‘Conquest’, ‘Ator – Herr des Feuers’, ‘Throne of Fire’) spielt mit; check! Pseudo-Romantische Waldspaziergänge mit freiem Oberkörper, während Musik spielt, die keiner hören will; check!

Der Trick ist es, den Typ vor dem Nieser zu killen.

Fazit: Barbarische ’Open Air’-Veranstaltung, aus der schon alle Luft entwichen war, als die erste Klappe fiel… check! Kuckt lieber aus dem Fenster, als hier rein. Gut, dass wir verglichen haben!

Hudson