Gefährliche Reise zum Mittelpunkt der Erde



Originaltitel: Journey to the Center of the Earth (1993)
Regie: William Dear Drehbuch: David M. Evans, Robert Gunter & Jules Verne
Darsteller: John Neville, Jeffrey Nordling, Tim Russ FSK: unbekannt


Die phantasievolle Literatur Jules Vernes lieferte Vorlagen für mittlerweile unzählige Filme. Dabei sind gleichermaßen wundervolle Perlen (’20.000 Meilen unter dem Meer’), unterhaltsames Popcorn-Kino (’In 80 Tagen um die Welt’) und trashiger Abenteuer-Schmarren herausgekommen (’Reise zur Insel des Grauens’). Dass es auch richtig schlecht geht, bewies Regisseur William Dear mit einer sehr vagen Neuauflage von ’Reise zum Mittelpunkt der Erde’.

Als sich sein Onkel nach zehn Jahren immer noch nicht von seinem Ausflug in einen Vulkan zurückmeldet, sammelt Chris Turner eine Crew zusammen, die im Untergrund-Schiff Adventure mit ihm zum Mittelpunkt der Erde reist…

Han & Chewi sind
alt geworden...
Klingt soweit gar nicht schlecht, sieht auf der Glotze dann aber umso beschissener aus.
Das fängt schon bei der abgeschmackten Klischee-Crew an! Ein tatkräftiger Capt’n, ein vorlautes Hologramm, ein Professor der Quantenphysik (gespielt von John Neville. Schäm dich, John!), zwei attraktive, weibliche Doktoren und ein aufmüpfiger Schwarzer, der ’Briggs’ heißt.
Unter der Erde geht’s dann gleich heiss und heiter weiter. Dort herrscht nämlich ein schlecht installierter Untoter, verkabelt und mit Schläuchen bestückt, als wär er ein Boiler auf einem Borgwürfel. Dieses Wesen ist der Befehlshaber über eine Horde von quietschenden Vampir-Höhlenrochen mit leuchtenden Augen, die für ihn unter anderem ein heiliges Buch mopsen sollen, das auf der ’Adventure’ in der Vitrine steht. Ebenfalls am Start: Ein freundlicher, weißhaariger Yeti-Zausel mit Fresse zum Dreinschlagen und dem unausprechlichen Namen ’Auuuuuuuuuuuuuuhrrrr’ (genannt ’Dallas’), ein humanoider Rasta-Krabbler namens ’Haariges Wesen’ und dessen Kannibalen-Kollegen, sowie riesige Pilze, von denen vielleicht auch die visuellen Gestalter dieser SciFi-Graupe genascht haben.

“Mein Volk besteht nur aus Vegetariern.“
“Nicht zu fassen, ein Liberaler.“

"Ey, was machen wir hier?"
"Warten, bis es vorbei ist!"

Monotones Schauspiel (mit Ausnahme von Neville und einem Kurzauftritt von F. Murray Abraham), schlecht getrickste Fantasy-Landschaften und Action-Armut geben jedem noch so abgehärteten Phantastik-Fan den Rest. Dass die Serie, für die dieser Film als Pilot auf die Startbahn schlingerte, nie verwirklicht wurde, ist das einzig positive, was ich an dieser Stelle zu vermerken habe (aber dennoch keine Entschuldigung für das unmotiviert plumpe Ende.)


Hudson