Gruft der toten Frauen

aka

Das Teufelsritual


‘Teufelsaustreibung und Okkultismus in unseren Tagen sind Gegenstand unglaublicher Vorfälle – Geheimbünde zelebrieren ihre schwarzen Messen’


Originaltitel: Devils of Darkness (1965)
Regie: Lance Comfort Drehbuch: Lyn Fairhurst
Darsteller: William Sylvester, Hubert Noël, Diana Decker FSK: ungeprüft


Britischer Grusel aus den Sechzigern. Love it or leave it.
Da denkt man an die Filme der Hammer-Studios, an Peter Cushing, Christopher Lee, Vincent Price und ihre großen Erfolge als Spukgesellen des ’gepflegten Grusels’.
An ’Die Gruft der toten Frauen’ erinnert sich hingegen wohl kaum jemand. Kein Wunder, denn diesem Stinker-Schinken fehlt’s an allen Ecken und Enden.

Die Story:

Graf Sinistre hat das
Script verschluckt!
Graf Sinistre, ein Gentleman-Gruftie der vampirischen Hexenmeister-Art wird im 16. Jhd von einer wütenden Hochzeitsgesellschaft in die Untiefen der Erde verbannt, weil er unerlaubt die Braut zu Tode geknabbert hat.
Ein paar hundert Jahre später ist er wieder da, erweckt durch ein paar unvorsichtige Cave-Climber, die er auch gleich als Blutkonserven für die vampirische Erneuerung nutzt. Ein Freund der beiden Höhlenforscher, Autor Paul Baxter, der kurz zuvor sogar von der obligatorischen alten Zigeunerin™ gewarnt wurde, beginnt eigene Nachforschungen und stößt bald auf einen Kult von Junfgrauen opfernden Satansjüngern™, ins Leben gerufen von Sinistre selbst (der Junge lässt nix anbrennen). Zum Glück (bzw ’zum Drehbuch’) ist Paule im Besitz eines machtvollen Talismans, welcher den Schlüssel zu Sinistres Vampyr-Power darstellt. Mit Hilfe von Scotland Yard reitet der Schriftsteller schließlich in die ’Gruft der toten Frauen’ ein, um dem sinistren Lordchen in den Allerwerstesten zu pfählen…

Wer hat Angst vor Plaste-Fledermäusen?

Warten auf die Thundercats
Niemand, das hatten wir ja bereits geklärt. Angstzustände könnten hier lediglich auftreten, wenn man nach 15 Minuten auf die Uhr schaut und merkt, dass bis zum Abspann noch so viel Zeit bleibt und man sich weiterhin mit den Protagonisten dieses ungruseligen Schmierentheaters herumplagen muss. Untätige französische Polizisten™, das glorreiche Scotland Yard, Okkultisten in roten Roben und alle, durch die Bank weg, verkörpert von untalentieren Krawatten-Models mit Siegelring-Charme und Weinbrandschwenker-Mimik™. Da passt es auch wie der Pfahl ins Herz, dass die weibliche Belegschaft von wandelnden Schönheitsflecken gespielt wird. Die Musik säuselt vor sich hin und lockt die Nerven aus dem Zuschauer, wie ein Fakir die Schlange aus dem Korb. Die Effekte reichen von erwähntem Strippen-Gefleder bist zu Dunst-Leichen, dazwischen gibt es nix, nur eine Art ’Edgar Wallace’- Krimi, sans Spannung, Spaß und unterhaltsamen Figuren.

”Hmmm, die ist nix für mich! Die ist ja gar nicht tot!
Ich dachte, das hier wäre die Gruft der toten Frauen!”
”Ja, Entschuldigung Sir, das Cover hat leider auch nichts mit dem Film zu tun!”

Fazit: Unbrauchbar, langweilig und zäh wie zwei Meter Rindfleisch, das eine 90 minütige Bearbeitung mit dem Hammer nötig hat. Aber wer Hammer will, muss ’Hammer’ gucken, gelle!?

Hudson