Grotesk – Kampf ums Überleben


‘There is a fate worse than death.’


Originaltitel: Grotesque (1988) Regie: Joe Tornatore
Drehbuch: Joe Tornatore & Mikel Angel
Darsteller: Linda Blair, Donna Wilkes, Tab Hunter FSK: 18


Orville Kruger (Guy Stockwell, ’Die Wiege des Bösen’) ist ein Special-Effects und Make-Up Guru, der sein Talent in B-Produktionen verschwendet und wenigstens in der Freizeit der Traumfabrik fern bleibt. Mit seiner Frau und Tochter Lisa (Linda ’Exzorzist’ Blair, mit tuffiger Powermecke) lebt er in einem alten Haus in den Bergen.

Linda 'the Hair' Blair
Als Lisa eines Tages eine Freundin mit zu Besuch bringt, treffen sie unterwegs auf eine üble Punk-Horde, denen sie in letzter Minute entfliehen können.
Die Punks, deren Anführer Scratch (eine Art Billy Idol für ganz Arme), genauso wahnsinnig wie böse ist, haben davon gehört, dass Orwell angeblich etwas in seinem Haus versteckt. Da kann es sich ja nur um “…Dope oder Geld!...“ handeln.
Als die Geisterstunde näher rückt und alle im Bett sind, haben die Verrückten das Haus umzingelt und fallen über die Familie her. Nach einem kruzen aber rabiaten Intermezzo, kann Lisa fliehen und die Eindringlinge finden hinter einem Bücherregal eine geheime Tür, hinter der eine böse Überraschung auf sie wartet…

Nachts, wenn die Punker kommen!

Klären wir das wichtigste zuerst. Ja, ’Grotesk’ ist ein B-Film, mit B-Effekten und B-Darstellern (jeweils auch in den C-Bereich tendierend). Aber lasst euch davon bloß nicht täuschen, denn die Inhaltsangabe schneidet gerade mal leicht an, was euch tatsächlich erwartet. Der Film bietet Überraschungen und Wendungen an allen Ecken und Enden und bedient sich dabei gleich mehrerer Genres. Leider hapert doch sichtbar bei der Ausführung. Zu viele holprige Exploitions-Versuche, Klischees zum Zähneknirschen, und Charaktere jenseits von 'Schlaps & Schlumbo'.

'The Beer-Hunters'
Wie die Punks (im Film immer ’Punker’ genannt, u.a. Robert ’Maniac Cop’ Z'Dar), die nicht’s besserers zu tun haben, als sich selbst in Bösartigkeit und Wahnsinn zu überbieten (“Wir sind Herren-Menschen!“). Da haben es selbst die Antagonisten aus Wes Cravens ’Mondo Brutale’ schwer, hier mitzuhalten. Die Schaupsieler (allen voran Linda Blair herself und Ober-Punker Brad Wilson) lassen eben so zu wünschen übrig, wie die plumpe deutsche Synchro. Aber was läßt man sich nicht alles gefallen, um das albernste Twist-Spektakel diesseits von ’Grube des Grauens’ zu Gesicht zu bekommen.
Vor allem das Finale (nach dem Finale) ist ein granatenstarker Brathammer, der wirklich den letzten Grummel-Kopp zum Johlen bringen dürfte.
Wenn ihr sicher seid, dass ihr wissen wollt, wie der Film ausgeht, markiert folgenden Inviso Text:

Es stellt sich heraus, dass alles nur ein Film war, dessen Vorpremiere Orville samt Belegschaft gerade im eigens gemieteten Kino-Saal begutachtet hat. Kurz vor Ende wird der Film jäh unterbrochen. Und zwar von (Achtung!) Frankensteins Monster und dem Wolfsmensch, die gerade die Rolle von der Spule nehmen, mit der Begründung “Der Film zeigt uns Monster nicht, wie wir wirklich sind!“. Dann rennen sie in den Kinosaal, um alle Gäste zu erschrecken!!!
(Nein, ich nehme keine Drogen.)

Inviso Ende.

Damit es auch der Letzte kapiert:
Punks (im Volksmund auch Punker genannt) sind dumme,
bestialische und geldgierige 'Herrenmenschen'!

Ohne hier weitere Details zu verplempern oder zu behaupten, der Film hätte keine unübersehbaren Mankos, sei ’Grotesk’ jedem Trash-Fan ans Herz gelegt.
Keine Frage: Das Teil ist ein klarer Kandidat für den TopFlop Titel.

Hudson