Die größte Schlacht der Ninja



Originaltitel: Shao Lin yu ren zhe (1983) Regie: Mai Chen Jsai
Drehbuch: Un Be Kannt Charles Band & Jackson Barr
Darsteller: Alexander Lou, Alan Chui Chung-San, Robert Tai FSK: 16


Shaolin vs Ninja - Das wird nicht einfach!

Alexander Lou IS the Shaolin
Die Japaner haben China besetzt und herrschen mit eiserner Faust. Als die Ernte schlecht ausfällt, sollen die Männer als Sklaven verkauft und die Frauen in japanische Freudenhäuser gesteckt werden. Muckt einer auf, wird ihm die Rübe vom Docht gehauen.
Im Shaolin-Kloster versucht man derweil, den inneren Frieden zu bewahren. Doch längst haben es die Invasoren auch auf diese Bastion buddhistischer Religion abgesehen und schicken erste Vorboten der Gewalt. Als dies nichts fruchtet, wird ein japanischer Kaisermönch entsandt, der den Shaolin-Meister im Geisteskampf testen soll. Nach warmem Empfang und einem lyrischen ’Q & A’ ist der Mönch von der Friedfertigkeit und geistigen Reinheit der Shaolin überzeugt und propagiert dies offen. Die fiese Kaste der Yen-Krieger will das nicht dulden und tötet den Kaisermönch in Verkleidung der Shaolin. Nun bleibt den friedliebenden Kung Fu-Mönchen lediglich eine kurze Frist, um ihre Unschuld zu beweisen, bevor es zur Schlacht zwischen den beiden Superklassen des Ärschetretens kommt…

“Aber Meister, das sind lausige Japaner. Sie versuchten, dich zu töten. Deshalb habe ich…“
“Schweig! Sie sind so armselig, sie können mir nichts antun und sie können mich auch nicht verletzen.“

Some Dude IS an old fart
Zugegeben, der Plot klingt einigermaßen komplex für einen Film dieser Art, doch lasst euch nicht täuschen! Denn bei der Geschichte um Unterdrückung, Verrat und Ignoranz handelt es sich im Grunde genommen nur um einen dramatischen Rahmen für die Zurschaustellung fetziger Kung Fu-Duelle im Minutentakt. Ob mit blanker Faust, mit Stöcken, Schwertern, Lanzen, Speeren, Schilden, Ketten, Nunchakos, Äxten oder sogar mit Fürzen: Hier gibt’s auf die Omme, bis jeder Martial Arts-Wunsch erfüllt wurde.
Während die Action dank rasanter Choreographie und flotter Inszenierung überzeugt, sollte man vom dramaturgischen Element nicht allzu viel erwarten. Die Darsteller um Alexander Lou, der für Regisseur Robert Tai schon in ’Ninja: The Final Duel’ und ’Mafia contra Ninja’ die Fäuste schwang, können sich zwar bewegen wie tasmanische Teufel auf Landgang, haben die Kunst des Schauspiels jedoch kaum erlernt.
Vor allem die japanischen Protagonisten provozieren des öfteren Lachanfälle. Nicht zuletzt dank ihrer Hitlerbärtchen und der aufgepappten Fleischmützen, die eine traditionelle Nipponfrisur imitieren sollten (die Komparsen wollten sich offensichtlich nicht die Haare schneiden lassen).

This picture IS blurry

’Die größte Schlacht der Ninja’ ist ein irreführender Titel, schließlich stehen, fliegen und kämpfen hier die guten alten Shaolin-Mönche im Mittelpunkt, während die Schattenkämpfer nur ab und zu aus der zweiten Reihe mit den üblichen Methoden zulangen. Martial Arts-Fans mit Vorlieben für schnelle Fights, klassische Wuxia-Atmo und buddhistische Weisheiten werden sich hier schnell festgebissen haben.


Hudson