The Brothers Grimm


"No curse we can't reverse. No spell we can't break. No demon we can't exterminate.”


Originaltitel: :) Regie: Terry Gilliam Drehhbuch: Ehren Kruger
Darsteller: Matt Damon, Heath Ledger, Jonathan Pryce FSK: 12


Für alle, die schon immer mal wissen wollten, was die Gebrüder Grimm so getrieben haben, bevor sie angesehene Märchensammler und Sprachwissenschaftler wurden, kommt hier die Antwort.

Sehen so zwei Sprach-
Wissenschaftler aus?
Natürlich heissen die beiden noch nicht Wilhelm und Jakob, sondern Will und Jake und sie ziehen von Ort zu Ort, durch das französisch besetzte Deutschland, um abergläubischen Bauern im Kampf gegen böse Hexen, Geister und andere finstere Mächte beizustehen.
Klingt ja soweit ganz nobel, aber schon bald erfahren wir, dass der ganze Spuk jedesmal nur eine einzige Gruselzaubershow ist, die die Brüder mit ihren beiden dösbaddligen Helfern (von denen einer der Gabel-im-Auge-Zombie-Pirat aus ’Fluch der Karibik’ ist) aufwendig inszenieren und sich von ihren ängstlichen Auftraggebern angemessen bezahlen lassen. Und während Will (Matt Damon) den Ruhm und die Bewunderung der Damen genießt, plagt Jake (Heath Ledger), der durch Nickelbrille und (von Brad Pitt’s ’Twelve Monkeys’ Performance geklaute) nervös-fahrige Hand- und Kopfbewegungen schon rein äußerlich als der sensible Part des Duos zu erkennen ist, das schlechte Gewissen.
Für beide wird die Situation unangenehm, als sie von General Delatombe (Jonathan Pryce) beauftragt werden, einen Fall von mysteriöser Kindesentführung in dem kleinen Dorf Maarbaden zu lösen.
Begleitet und überwacht, werden die Brüder vom (selsamerweise) italienischen und vollkommen lächerlichen ’Foltermeister’ Cavaldi (Peter Stormare), der auch schonmal ’aus Versehen’ bei der Ausübung seines Jobs ein kleines niedliches Kätzchen zerschreddert und welchem sie in Frauenkleidern das Quartier schrubben müssen.
Der Empfang in Maarbaden fällt unerwartet kühl aus, da der Name Grimm dort noch niemandem bekannt ist.

Ein Job für MATT DAMON!!!
Nachdem in einer Gemeindesitzung geklärt wurde, dass die Mädchen alle von einer bösen Hexe im benachbarten verfluchten Wald entführt wurden, macht sich das ’Grimm Team’ bis an die Zähne bewaffnet mit Babytränen und in Begleitung des ortsansässigen Fallenstellers, der natürlich eine Sie ist (in irgendjemanden müssen sich die Hauptdarsteller ja verlieben), auf die Suche nach der Übeltäterin.
Als im Wald, von hüpfenden Bäumen bis hin zu aggressiven Kletterpflanzen, die seltsamsten Dinge passieren, ist schnell klar, dass hier entweder jemand mit hervorragendem Equipment oder wirklich echter Zauber am Werk ist.
Auf einer Lichtung entdecken die Hexenjäger einen hohen Turm ohne Tür, in dem der Sage nach eine Königen lebt, die sich vor langer Zeit dort aus Angst vor der gerade grassierenden Pest selbst eingesperrt hat und nun versucht, mit Hilfe eines Zauberspruchs und dem Blut von 12 jungen Frauen, ewige Jugend und Schönheit zu erlangen.
Als dann die Fallenstellerin Nummer 12 sein soll und auf einmal auch feststeht, dass der große Zauber schon bei der in Kürze bevorstehenden Mondfinsternis vollendet werden muss, kommt es zum riesengroßen Abschlussspektakel, bei dem fast alle sterben und manche durch einen Wahre-Liebe-Kuss wiedererweckt werden können.
Ende gut, alles gut.

Kaum zu glauben: 'ne Hexe!

’Brothers Grimm’ lässt sich auch im Hinblick auf die gängigen Märchenklischees nicht lumpen. Da ist die wunderschöne Zauberkönigin Monica Belucci, die auch noch in allen möglichen und unmöglichen Situationen mit ihrem „Wer ist die Schönste im ganzen Land?“-Spruch daherkommt (Drinking Game!), dann noch ein böser Wolf, ein Pfefferkuchenmann, gläserne Schuhe; und was muss man machen, um den richtigen Weg nach Hause zu finden? Klar, eine Kröte ’küssen’ (obwohl ich das, was da passiert, eher ’Ablecken’ nennen würde). Man kann diesem Film, von albernem Over-Acting, über fehlende Tiefe, bis hin zur Abwesenheit eines Roten Fadens wirklich einiges vorwerfen, aber nicht, dass er langweilig ist. Auch ich habe mich, nach anfänglichen Schwierigkeiten mitreißen lassen.
Eingefleischte Terry Gilliam Fans, die von ’Time Bandits’, ’Münchhausen’ und ’Jabberwocky’ schwärmen, stellen sich einfach ganz fest vor, der Film wäre von Steven Spielberg, dann können vielleicht auch sie ihn genießen.

Leone