Gremlords


‘Just when you thought you had seen it all.’


Originaltitel: Hyperspace (1984)
Regie: Todd Durham Drehbuch: Traut sich keiner zuzugeben
Darsteller: Alan Marx, Paula Poundstone, Chris Elliott FSK: 12


„Wenn Welten ins schleudern kommen und sich knapp verpassen…

GREMLORDS

Episode IV

Der letzte Ausweg

Die Widerstandsbewegung steht
kurz vor dem totalen Zusammenbruch.
Abgesandte von Woop, einer bösen galaktischen
Macht, die mit den gefährlichsten und teuersten Spezial
-Effekten im uns bekannten Universum ausgestattet sind, irren
am äußersten Randgebiet der Galaxie gerum. Sie sind auf der Suche
nach Prinzessin Serina, die wertvolle und unersetzbare Funkübertragungen
gestohlen hat. Die Mannschaft des Raumschiffes weicht durch einen Navigationsfehler um etliche Lichtjahre vom Kurs ab.
Das Schicksal der Menschheit steht auf des Messers Schneide…“

Tja Leute, auf diesen Opening Crawl hatte George Lucas scheinbar kein Patent.
Und auf große schwarz bekleidete Männer mit Blechtüllen auf dem Kopf auch nicht.

“Durchkämmt die Erde!“
Auftritt LORD EIMERKOPP, der aus fernen Galaxien gekommen ist, um… aber das habt ihr im Text oben ja schon selbst gelesen. Auf der Erde notgelandet, macht er sich mit seinen Mini-Mes auf die Suche nach Prinzesschen Serina, die es auf unserem blauen Planeten ja gar nicht gibt. Stattdessen treffen sie auf die gemütlichen Einwohner einer amerikanischen Kleinstadt, die gar nicht wissen, wie ihnen geschieht. Karen, die Freundin von Kammerjäger Max wird schließlich fälschlicherweise für die verschollene Prinzessin gehalten und eine dämliche Jagd beginnt, die LORD EIMERKOPP und seine Opfer durch die Backwoods der kleinen Stadt bis in das Raumschiff der Invasoren führt. Nur Hopper (Chris Elliot, ’Verrückt nach Mary’), der Direktor vom ’Forschungsinstitut für Astralphänomene’ kann jetzt noch zwischen dem mittlerweile aufgefahrenen Militär und den verpeilten Aliens vermitteln…

“Am Wochenende war ich mit den Jungs draußen. Warum konntest du nicht mit? Wir haben Butangas in die Kaninchenhöhlen gepumpt.“

’Gremlords’ ist ein herrlich bescheuerter Science-Fiktion-Ulk, der völlig aus dem Nichts kommt und zahlreiche Anspielungen auf das Genre mit närrischen Albernheiten vereint. Hier werden nicht nur die Invasions-Filme älterer Generationen parodiert, sondern vor allem auch der ’Krieg der Sterne’ auf’s Korn genommen.

"Die Cola war alle und ich hab
auf SchwippSchwapp gedrückt!"
"Du Wahnsinniger!"
LORD EIMERKOPP (im Original ’Lord Buckethead’) ist die depperte Inkarnation von Darth Vader, ähnlich finster und ruchlos, doch nicht für 5 Cent ernst zu nehmen. Seine kleinen Minions sehen aus und reden wie die ’Javas’ und die Musik ist beinahe Eins zu Eins von John Williams gemopst.
Darstellerische Höhepunkte gibt es kaum zu verzeichnen. Humor-personeller Dreh- und Angelpunkt ist Chris Elliot. Sein von Robert ’Quint’ Shaw inspirierter Auftritt ist toll, seine Vermittlungsversuche mit LORD EIMERKOPP (“Wäre es ok, wenn wir uns ergeben?“ “Nein, keine Gefangenen. Bereiten sie sich auf den Tod vor!“) und die krächzende ’Sesamstraßen’-Synchro tun ihr übriges.
Auch wenn Ausstattung und Tricks nicht sonderlich herausragen, passen sie aber bestens zur B-Film-Atmosphäre. Das exzessive, explosive und spaßige ’Hin & Her’-Feuergefecht gegen Ende und die Verfolgungsjagd im Supermarkt auf fliegenden Einkaufswagen sollte man als Fan solcher Spoof-Albereien unbedingt gesehen haben.

“Also müssen wir freundlich zu den Aliens sein, oder können wir sie einfach umbringen?“

Invasion U.S.A. sans Chuck Norris

Fazit: Schöner Invasions-Blödsinn im Science-Fiction-Mantel mit Riesenhelm und Killerzwergen. Nicht leicht zu finden, im Falle dessen aber zuschlagen und mit Spaßkameraden oder auch allein fröhlich durch die Glotze zwirblen. Bedenkt: Ein Film, in dem eine Andacht für eine Kuh namens Daisy gehalten wird, kann nicht wirklich schlecht sein.


Hudson