Monster aus dem All


‘A new prescription for terror.’


Originaltitel: The Green Slime (1968) Regie: Kinji Fukasaku
Drehbuch: Bill Finger, Ivan Reiner, Tom Rowe & Charles Sinclair
Darsteller: Robert Horton, Luciana Paluzzim, Richard Jaeckel FSK: 18


"Sir, wir ham Kötbollar auf'm Schirm!"

“You cant send him on a mission like that, where chances of survival are zero! “

Ach, das geht schon. Mag Commander Rankin auch ein Riesenarschloch sein, der sich von keinem etwas sagen lässt, von früh bis spät die Alphatier-Show abzieht und die Weiber seiner Kameraden abgreift, so eine sich anbahnende Katastrophe wie die aktuelle, meistert das Kantkinn mit links. Ein Asteroid rast auf die Erde zu und eine Mission ins Weltall soll das verhindern. Tatsächlich gelingt Operation Superbohrkopf, doch bei den Arbeiten schleust sich ein außerirdischer Schleim-Parasit in die Raumstation, der sich bald vermehrt und zu gewaltigen Tentakel-Wesen heranwächst, welche allmählich die Crew der Station dezimieren. Kann Commander Rankins Macho-Tour den Tag retten?

Der Typ links is'n echtes Arschloch!
’The Green Slime’ (so der viel schönere Originaltitel) ist, wie ein Freund sagte, sehr unjapanisch für einen japanischen Film. Hier laufen lediglich Langnasen durchs Bild und kantige US-Gesichter wie TV-Star Robert Horton und Richard Jaeckel (’Panik in der Sierra Nova’) beherrschen die Cast mit schwerem Ami-Akzent.
Dass die liebenswerte Hibbeligkeit unserer Freunde aus Fernost durch den typischen US Macho-Bullshit ersetzt wird, könnte Freunde des klassischen Nippon-Effektkinos möglicherweise vergrätzen. Regisseur Kinji Fukasaku, der später weiterhin Science Fiction-Streifen wie ’Virus’ und ’Message from Space’, aber auch den Yakuza-Klassiker ’Graveyard of Honor’ und selbst im hohen Alter noch das Meisterwerk ’Battle Royale’ inszenierte, schafft es trotzdem, einen funktionierenden Genre-Film zu zaubern. Der kommt dank ulkiger Quietsch-Tentakel-Wedler, bunt leuchtenden Sets und klassischer Bunsenbrenner-Effekte zwar nicht ohne eine deftige Portion Cheese aus, hält aber auch ein paar irre Gefechtsszenen bereit, in denen durchs All sausende Astronauten mit fiependen Lasern auf schrill kreischende Winky Winkys ballern.

Tentakelzyklopen from outa space...
Wo soll ich unterschrieben?!
Die Effekte wurden von Yukio Manoda und Akira Watanabe realisiert, die ihr kombiniertes Talent für so ziemlich jeden Toho Knaller von ’Godzilla’ über ’Matango’ bis hin zu ’Der große Krieg der Planeten’ unter Beweis stellen konnten.
Mit Peter Hortons Commander Rankin hat man hier womöglich einen der unsympathischsten Helden der Kinogeschichte vor der Linse. Der Typ ist großkotzig, rotzig, trotzig und dermaßen arrogant, dass selbst Captain Kirk dagegen wie ein bescheidener Gefolgsmann der Förderation erscheint. Man möchte den von Horton ununterbrochen herumkommandierten Richard Jaeckel fast für seine Gelassenheit loben und ihm zustecken, dass er der eigentliche Held des Films ist. Auch eine Art, Charaktere zu basteln, denen das Publikum zu folgen bereit ist.
Die Raumstation hier heißt übrigens ’Gamma 3’. Bei Fans der italienischen Space Opera von Antonio Margheriti wird da sofort etwas klingeln. Und tatsächlich, Ivan Rainer, Autor und Co-Produzent von ’Green Slime’, hatte genau die gleichen Funktionen bei den vier ’Gamma Uno’-Filmen.

EPIC!

Fazit: Major Asshole meets the rubbery Mr. Tentacle Guy from Outer Space. Eine äußerst vergnügliche Angelegenheit, voll von all jenen Ingredienzen der preisgünstigen Space Opera, die Fans lieben und obendrein gesegnet mit einem der knalligsten Titelsongs der Filmgeschichte.


Hudson