Das Grauen aus der Tiefe


‘They're not human. But they hunt human women.
Not for killing. For mating.’


Originaltitel: Humanoids from the Deep (1980)
Regie: Barbara Peters & Jimmy T. Murakami
Drehbuch: Frank Arnold, Martin B. Cohen, Frederick James & William Martin
Darsteller: Doug McClure, Ann Turkel, Vic Morrow FSK: ungeprüft


Roger Corman am Werk!
Arthouse-Cineasten duckt euch! Trashmonster-Liebhaber drückt euch!

Aus'm Weg, McClure!
Wir wollen Monster sehen!
In der kleinen Küstenstadt Noyo liegen die Dinge im Argen. Eine seit kurzem dort ansässige Firma will ihren Profit erhöhen und neue Anlagen bauen lassen, was die seit ein paar tausend Jahren ansässigen Indianer ihrer Umwelt allerdings lieber ersparen wollen. Die Situation spitzt sich zu, als plötzlich zuerst Hunde sterben und dann auch Menschen-Opfer zu beklagen sind. Lokal-Matador Jim Hill (Doug McClure) versucht mit Hilfe der Wissenschaftlerin Dr. Drake (Ann Turkel) und dem Indianer Johnny Eagle (Anthony Pena) den merkwürdigen Ereignissen auf die Spur zu kommen und gerät mitten in eine Horror-Story aus genmanipuliertem Fisch, der bei Verzehr irgendwann zu warziger Monstritis führt. Doch die humanoiden Wesen aus der Tiefe haben ihre menschlichen Opfer nicht nur zum Fressen gern, sondern meinen auch, sich mit ihnen paaren zu können. Auf zum nächtlichen Volksfest, auf dem schon dutzende, wenn auch unwillige Fleischpuppen warten…

Heiß geht’s her, in Cormans Monster-Fetzer von 1980. Tits, Guts & Doug & Roll! Also alles, was so eine B-Movie-Granate benötigt.
In der Hauptrolle gibt es einen erstaunlich zurückhaltenden (und ob ihr’s glaubt oder nicht, durchweg bekleideten) Doug McClure (’Caprona’) zu sehen, an dessen Seite sich Vic Morrow (’The Riffs’) und Anthony Pena (’Megaforce’) fetzen, wenn sie nicht gerade auf Monsterjagd sind. Da McClure mit ’Oben Ohne’-Szenen spart, packte Produzent Corman (’Planet des Schreckens’) reichlich nackte Frolleins ins Bild. Gegen die protestierte Regisseurin Barbara Peters zwar, doch Corman schmiss die Gute einfach vom Set und ließ die Szenen dann von seinem Spezi Jimmy T. Murakami (’Sador’) drehen.

Feuer!
Mal abgesehen vom ausgiebigen Einsatz nackter Haut ist ’Humanoids from the Deep’ zuweilen auch eine echte Gore-Peitsche. Gesichter werden abgefetzt, tiefe Klauen-Wunden zieren die Körper der Opfer pulsierende Blutströme ergießen sich auf weißem Sand. Da lacht das Herz eines jeden Blutsuppen-Löfflers. Vor allem die letzte Szene düfte Zartbesaiteten (und Schwangeren) für einige Tage den Appetit verderben.
Die gelungenen Effekte und bedrohlichen, wenn auch leicht trashigen Monster-Anzüge gehen u.a. auf das Konto von Roger George (’Terminator’), während MakeUp-Guru Rob Bottin (’The Thing’) hier selbst in einem der grabschenden Gummi-Kostüme steckte. Für die musikalische Begleitung zeichnete (wie sooft in den frühen Achtzigern bei Corman) der spätere Star-Komponist James Horner (’Braveheart’) verantwortlich, was man (wie sooft bei Früh-Achtziger-Mucke von Horner) auch hört, wenn man einige seiner späteren Scores kennt. 1996 folgte ein unterhaltsames aber völlig überflüssiges Remake.

Reicht!

Fazit: Kurzweiliges, zuweilen sogar recht atmosphärisches und vor allem verdammt blutiges Creature Feature, das zurecht als kleiner Geheimtipp gilt. Es mag nicht Cormans bestes Monster-Movie sein, aber es ist besser als die meisten seiner Zeit.


Hudson