Graf Dracula beißt jetzt in Oberbayern


‘You'll darn near die laughing! It's love at first sight!’


Originaltitel: Graf Dracula beißt jetzt in Oberbayern (1979)
Regie & Drehbuch: Carl Schenkel
Darsteller: Gianni Garko, Bea Fiedler, Tobias Meister FSK: 16


Nein, ’Dracula beißt jetzt nicht auch in Oberbayern’, aber wenn deutsche Sexkomödchen mit einem Hauch von Knoblauch Ende der Siebziger einen Namen brauchten, durfte man nicht knausrig sein. Aber lest selbst…

Derrr Grraf

Der kesse Fotograf Stan und seine deppschen Freunde wollen aus dem alten Anwesen Stans adeliger Vorväter eine hippe Disse für die örtlichen Zappelkids zaubern und ziehen sich bald den Zorn der lokal-katholischen Sittenwächter auf den Hals. Kein Wunder, treiben sich doch bald heiße Models (nunja, was damals so als heiß durchging) und sittenwidrige Strolche in der Umgebung herum. Doch nicht nur die verunsichern das Hochland des Freistaates, denn in den Kellergemäuern des alten Schlosses schleicht der untote Blutsauger Graf Stanislaus (offensichtlich einer von Stans Vorvätern: Stan -> Stanislaus… Get it?) und dessen angetraute Vampirallala auf der Suche nach frischen Hälsen umher, werden von den anwesenden Feier-Meiern aber nicht wirklich für voll genommen. Aber hey, so richtig für voll nehmen kann ich diesem Mumpitz hier auch nicht…

Man muss schon zugeben, dass der junge Tobias Meister durchaus
etwas von Brad Pitt hatte. Und sei's auch nur die Frisi. Hmnaja...

Halbnackte in der Disco, Ganznackte im Cabrio, Exotische Tänzerinnen Galore, Aktfotografen mit Tittenmäusen im Heu, Mafiosi auf Landgang, Sam Hawkins füttert Vampire im Keller und altdeutsche Starlets bumsfidelen sich durch alte Kerker.
Ja, so kennen und lieben wir unser Oberbayern.

Casting aus der 'Duh'-Abteilung:
Ralf Wolter als schräger Butler
’DbjaiO’ kommt im typischen Stil der krachledernen Deutschkomödie mit Softsex-Anstrich daher, wie wir sie aus jenen seeligen Zeiten noch allzu gut im Hinterkopf haben. Da dürfen Brüste, klamottige Sprüche, Slapstick und eine Cast aus Knarzköppen der Marke Ralf Wolter nicht fehlen.
Der Humor ist recht breitgefächert, jedoch nicht sehr subtil kredenzt. Da wird die Duschszene aus ’Psycho’ mit der Musik vom ’Weißen Hai’, zwei immer wieder ins Bild poppenden Brüsten und einem greisen Vampir gekreuzt, in der Disco tanzen zwei südamerikanische Nixen zu einem Song mit dem Titel ’Uhuhuhuhuhu Fuck me Dracula’ und Werner Röglin & Rosl Mayer, der schwuppige Stelzbock und die urige Oma aus ’Zärtlich aber frech wie Oskar’ sind in ähnlichen Rollen auch wieder am Start. Genauso Bea Fiedler (Rollenname ’Mausi’) die ja immer zur Stelle war, wenn es galt, pralle Möpse vor die Linse zu halten.
Deppert herausragend: Tobias Meister (die deutsche Synchronstimme von K. Sutherland, B. Pitt und ähnlichen Nasen), der erst in Schnellfickerbuchsen (Wusste garnicht, dass es die Ende der 70er schon gab. Wieder was gelernt!) und später als Vampirjäger mit Knobi-Kranz und Kreuz unterwegs ist, nachdem er (ähnlich wie in ’Zärtlich aber frech wie Oskar’) in einem VW-Käfer durch die Pampa düst und kesse Bienen aufgabelt.
Erstaunlich ist nur, dass sich hinter dem Synonym ’Carlo Ombra’ bei genauerer Recherche der mittlerweile renomierte (sach ich jetzt mal so) Regisseur Carl Schenkel (’Abwärts’) verbirgt, der mit ’Dracula beißt jetzt auch in Oberbayern’ sein Debüt vorlegte.

Jaja, geraucht und gebechert wurde am Set
dieses Films wahrscheinlich häufiger.

Fazit: ’Krachledern - The Movie’. Zähneputzende Vampire, bumsende Jugendliche, die heute unsere Eltern sein könnten (au weiha) und ein Score aus dem Akkordeon. Kurz: Eine Klamotte, wie sie nur aus unseren Landen stammen kann. Ich mach hier mal einen auf Patriot und bleibe neutral. Empfehlen kann ich den Film mit bestem Wissen und Gewissen all jenen Leuten, denen ich auch sonst den größten Blödsinn empfehle (und dabei nicht einmal rot werde).


Hudson