Das Grab der Lygeia


‘His first wife is dead- but still a little CATTY!’


Originaltitel: The Tomb of Ligeia (1964) Regie: Roger Corman
Drehbuch: Edgar Allan Poe & Robert Towne
Darsteller: Vincent Price, Elizabeth Shepherd, John Westbrook FSK: 16


Trouble in the Adelhood
Als der Adlige Verden Fell sein geliebtes Weib Ligeia an den Sensenmann verliert, ist er sich sicher, dass ihre Seele nicht den Weg ins Reich der Toten gefunden hat und ihn eines Tages aus dem Grabe heimsuchen wird. Die unheimliche schwarze Katze, die seit Ligeias Tod auf dem zerfallenen Anwesen wie wild herumfaucht ist eines der Zeichen, die darauf hindeuten, dass hier etwas aus den Fugen geraten ist. Verden sucht Ablenkung und findet diese bald in den Armen der jungen Lady Rowena, die zufällig über dessen Landsitz galoppiert und kurze Zeit später sein neues Weib wird. Doch das Eheglück wird bald vom Geisterschatten Ligeias verfinstert…

Typisch Gothchick: Hat 'nen
Sarg mit Bullauge bestellt...
’Das Grab des Grauens’ aka ’Das Grab von Ligeia’ ist Roger Cormans letzter Beitrag in einer Reihe von Verfilmungen nach Geschichten von Edgar Allen Poe. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Poe-Adaptionen, wurde hier erstmals auch außerhalb spukiger Räumlichkeiten, auf dem Gelände einer Abteiruine gefilmt. Die englische Landschaft in Kombination mit umhertrollenden Adeligen, die sich in diverse Konversationen hineinsteigern, verleihen dem Film zunächst eher den Touch einer Jane Austen-Verfilmung, denn eines Gothic-Horrorfilms. Auch schweift Drehbuchautor Robert Towne (’Chinatown’, ’Orca’) etwas von der Poeschen Vorlage ab, was bei Adaptionen zwar meist unabdingbar ist, hier jedoch zu einem befriedigenderem Resultat hätte führen sollen.
Die Darsteller leisten solide Arbeit, auch wenn einiges an ’suspension of disbelief’ vom Zuschauer abverlangt wird, wenn Lady Rowena die Liebe zu Lord Verden findet. Elizabeth Shepherd gibt sich alle Mühe in der Doppelrolle, hat jedoch keine Chance, sobald Vincent Price im selben Raum ist. Price spielt den hin- und hergerissenen Lord, der allmählich dem Wahnsinn anheim fällt, mit gewohnt eindringlicher Ausstrahlung. Seine exzellente Darstellung rettet den Film auch über langatmige Strecken hinweg.

Der Price ist heiß!
(ja, ich hab das wirklich geschrieben)

’The Tomb of Ligeia’ mag nicht die beste Poe-Verfilmung aus dem Hause Corman sein, dafür wurden die Gruselaspekte zu weit nach hinten geschoben und die Geduld der Zuschauer einen Tick zu sehr strapaziert. Dennoch habe ich bis heute noch keinen Film mit Vincent Price in der Hauptrolle gesehen, der es nicht wert gewesen wäre, bis zum Abspann durchzuhalten. So auch hier. Außerdem ist dies einer jener Streifen, deren Wirkung selbst auf der besten DVD nicht zu voller Entfaltung gelangt. Das Ding wurde für die große Leinwand gedreht und wär perfekt für eine Wiederaufführung in einer Matinee-Vorstellung des Kinos unseres Vertrauens. Aber darauf können wir lange warten.


Hudson