Golden Queens Commando



Originaltitel: Hong fen bing tuan (1982)
Regie: Yen-ping Chu Drehbuch: Li Fu & Godfrey Ho
Darsteller: Sophia Ching, Brigitte Lin, Hao-yi Liu FSK: 18


Amazon, Black Cat, Brandy, Quick Silver, Sugar Plum, Dynamite und Black Fox...

...sind sieben Powerbräute, die jeweils einzigartige Talente haben und anno WW2 überall verteilt auf dem asiatischen Kontinent Ärsche treten und sich trotzdem (nach ausschweifenden Intros) alle in ein und demselben Frauenknast treffen. Hier verschwenden die Superladies ihre Begabungen natürlich nicht lange und nachdem die Kennenlern-Phase (inklusive einiger Schuchereien, einer Runde Power-Basketball, dem obligatorischen Foodfight in der Knastkantine und Kiffen im schwarzen Loch) überwunden ist, hat man den Ausbruch geplant und durchgeführt, bevor einer "Moment mal! Das ist doch die Mucke aus ’Nobody ist der Größte!" rufen kann. Nachdem die Rangordnung ’geklärt’ und Black Fox zur Superuschi ’erklärt’ wurde, ’einigt’ man sich schließlich darauf, eine todbringende Chemiefabrik irgendwo am Arsch der Welt in die Luft zu jagen (das war womöglich der abwegigste Plan, auf den sie hätten kommen können und wurde genau aus diesem Grund auf die Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt). Verfolgt von den (in Nazi Uniformen gekleideten) Häschern des Gefängnis-Bosses ’Warlord’, konfrontiert mit dicken Banditen, die sie zu All-you-can-eat-&-drink-Wettbewerben nötigen und aufgeschreckt von albernen Geistergestalten im Wald der Unterbelichtung, atzelt sich das Golden Queens Kommando in Richtung Untergang…

Mit solchen Schurken braucht man keine Verbündeten mehr.

Kevin Chu Yin-Ping (‘Fantasy Mission Force’), der auch für die knallige Fortsetzung ’Ninja Fighters’ verantwortlich war, schüttelt hier eine recht kurzweilige Genre-Mische zusammen, die Anleihen bei ’Gesprengte Ketten’, ’Das dreckige Dutzend’ und einer handvoll anderer Vorbilder nimmt, jedoch allmählich eine eigene Identität entwickelt und sein Publikum bald in der Tasche hat.
Die herrlich überdrehten Protagonisten (Diebin, Alki-Braut, Scharfschützin, Sprengstoff-Expertin, Haudrauf-Suse, Sexbombe und äh… Einäugige mit Biberfellmütze) bekommen alle eine einzigartige Vorstellung verpasst, was bei sieben Personen alleine schon ca. ein Viertel des Filmes ausmacht. Aber hey, genau so wollen wir das hier in Flausenhausen.

"Wir haben alle ein Recht auf den
Bademantel, du mieses Stück!"
Überhaupt wird sich an keinerlei inszenatorische oder dramaturgische Konventionen gehalten. Nach den Einführungen, schwenken Yin-Ping, sein Drehbuchautor (Achtung: Großer Lacher voraus!) Godfrey Ho und deren Produzenzt (Achtung: Anschlusslacher, der allerdings auch für einige Klarheit sorgen dürfte) Joseph Lai in Richtung Knastfilm, nur um nach gelungenem Ausbruch den Weg aller Roadmovies zu gehen, komplett mit Abstecher in den Sherwood Forrest und schließlich einem finalem Baller-Intermezzo in der Wüste, als hätte Sam Peckinpah kurz das Ruder übernommen.
Neben schwofiger Akkordeon-Musik zu Beginn, werden hier tatsächlich rotzfrech unzählige Morricone-Stücke, wie die Titeltracks von ’Nobody ist der Größte’ und ’Zwei glorreiche Halunken’ gemopst und ins Geschehen gepflastert. Sorry, aber bei so etwas verstehe ich keinen Spaß. Das gibt einen bitteren Beigeschmack und Abzüge in der B-Note. Die vorliegende englische Synchronisation tut ihr übriges zum Bad Movie-Feeling des Streifens, der trotz fahriger Action und sinnfreiem Plot (oder gerade deswegen?) durchweg unterhaltsam ist. Für das Amüsement eines trashfesten Publikums ist jedenfalls mehr als gesorgt.


Hudson