Golden Ninja Warrior



Originaltitel: Golden Ninja Warrior (1986) Regie: Joseph Lai & Godfrey Ho Drehbuch: Joseph Lai & AAV Creative Unit (whatever that means!)
Darsteller: Donald Owen, Queenie Yang, Mike Tien FSK: 18


3… 2… 1… Go!

Das Prolog-Voiceover nach dem ’IFD Films & Arts Limited’-Intro (Insert random ’Star Wars’ Score-Snippet here! No shit…) startet genau jetzt:

Ninyeah!
“Seit mehr als 1000 Jahren ist die goldene Statue des Ninja Kriegers das Symbol für Geschicklichkeit und die überlegene Kampfkraft der Ninja. Ihretwegen wurden viele blutige Kämpfe ausgetragen. Denn es war das höchste Ziel jeder Ninja-Bruderschaft, die Statue in ihren Besitz zu bringen. Die mächtigsten rivalisierenden Bruderschaften, die goldenen Ninja und die roten Ninja, stritten am erbittertsten darum. Nach langen Kämpfen gelang es den goldenen Ninja, die Statue zu erobern und seither versuchen die roten Ninja immer wieder, sie ihnen abzujagen.“

Zur Untermalung dieses Schlecht-Sprechs spielt man dieselben Archiv-Aufnahmen vom Camouflage-Ninja Richard Harrison ein, die schon in ’Ninja Dragon’, ’Ninja Terminator’ und (dessen bin ich mir sicher) zig anderen Lai/Ho-Verzapfungen zu sehen waren.
Dann beginnt schon der eigentliche Film und zwar auch gleich als eine Art Deja Vu zu ’Ninja Dragon’. Erneut sehen wir ein paar Unterwelt-Schuchen, die am Klapptisch ein Besäufnis veranstalten, bei der ein Wanst namens Simon an Alkoholvergiftung krepiert. Dann gibt’s den typischen Schnitt und die Handlung führt nach janz, janz weit draußen.

Das pasiert, wenn Mädchen
tun, was Buben tun sollten.
(ja, wir meinen dasselbe!)
Die junge Shelli, Simons Tochter, gehört angeblich zu den Goldenen Ninjas und will sich nun an den beiden Saufbrüdern rächen. Zu diesem Zweck wird denselben in jegliche Suppen gespuckt, ein dämlicher Comedy-Bulle heiß gemacht und Ninja-Kollege Michael herbeigezaubert. Nicht zu fassen, dass die Ische eines der Schurken zu den roten Ninjas gehört und sich der Kreis tatsächlich… fast… irgendwie… beinahe… ein bisschen schließt.

Im Gegensatz zu anderen Filmen dieses Schlages, scheint ’Golden Ninja Warrior’ tatsächlich ein kompletter Film, also nicht aus diversen Resten zusammengestückelt, zu sein. Nichtsdestotrotz fiel es mir auch hier schwer, nachzuvollziehen, wer hier wer ist und was warum macht.
Eines ist, ob man nun die Zusammenhänge rafft oder auch nicht, klar:
Der Film spielt in der grottigen Z-Liga, die man aus so vielen Ninja-Produktionen des fernen Ostens gewohnt ist und dürfte dementsprechend auch seine Fans im Trash-Bereich finden.
Klar ist es auch nach dem 25. Mal immer noch lustig, dass Gweilo-Spackos mit Oberlippenbärten und Kassierer-Hemden von allerlei Ninja-Gesocks aus dem Nichts attackiert werden, wonach sie sich selbst blitzschnell in einen Nachtschatten-Fighter verwandeln (yellow smoke, that’s the trick) und eine fünfminütige Speed-Up-Fight-Sequence beginnen kann (wahlweise in den genre-üblichen Wohnzimmer-Sets und Industrie-Anlagen).

Oh, behave!
Zwischendurch gibt es immer wieder unappetitliche Szenen zu bestaunen, in denen ein dicker Chinese seine Mätresse bügelt und auch ein paar andere Nackedeis, die eigentlich ihre Textilien besser am Leib behalten hätten.
Die eingangs belaberte ’Goldene Statue’ hat es dann leider nicht in die Handlung geschafft, selbst wenn ein- oder zweimal kurz drüber philosophiert wurde. Und nicht nur die!
Erinnert ihr euch, dass ich Richard Harrison im Vorspann erwähnte? Nun ja, das war’s dann auch schon mit seiner Performance. Er spielt hier nämlich ganz einfach nicht mit, es sei denn, er spielt gekonnt den alten Monty Python Gag ’How not to be seen’ nach.
An seine Stelle tritt Donald Owen, ein 0815-Heino mit dem Charisma eines Braunschweiger Sesselpupser, der Hauptdarstellerin Queenie Yang (niedlich, aber ist das ihr echter Name?) die Abwesenheit von Harrison ähm versüßt.
Abwesend wünscht man sich auch die Musik, die wohl von einem Orgel-Fritzen kommt, der sonst für zwei Krapfen auf Jugendweihen die Leier bedient.
Die unfähigen und teilweise pott-hässlichen Asietten als Schauspieler zu bezeichnen wäre zuviel des Guten. Irgendwann ist der Spaß zu Ende. Geht nach Hause Leute, ihr habt bestimmt Familien, die euch brauchen.

Ich war so frei.

Und du, lieber Leser, spar dir die Mühe, diesen Film ausfindig zu machen! Sicherlich ist er nicht annähernd so zusammengeflickt wie (und vielleicht sogar ein Iota nachvollziehbarer als) der Rest vom Ninja-Fest, lockt aber bestimmt keinen diesseits der Ninja-Schmerzgrenze hinter dem Hochofen hervor.

Hudson