Auf der Suche nach dem goldenen Kind


‘Eddie Murphy Is The Chosen One’


Originaltitel: The Golden Child (1986)
Regie: Michael Ritchie Drehbuch: Dennis Feldman
Darsteller: Eddie Murphy, Charles Dance, Charlotte Lewis FSK: 12


Es war einmal in den Achtzigern.
Steven Spielberg schwomm mit seinem zweiten ’Indiana Jones’-Abenteuer weiterhin auf der Welle des Erfolges und Eddie Murphy war als ’Beverly Hills Cop’ gerade zum Superstar aufgestiegen. Da dachten sich ein paar oberschlaue Hollywood-Heads “Ja mei, machen wir doch ein Murphy-Vehikel im ’Indy’-Stil. Ich hab da noch ein Script im Schrank. Wer ist dafür? Sehr gut! Gegenstimmen? Sie sind gefeuert!“

“Ach ich seh schon, du musst erst noch schlüpfen!“

Also wurde Murphys Eddie das vorliegende Script (ursprünglich gedacht für einen eher ernsteren Mel Gibson-Streifen) auf den Leib (um)geschneidert und die ganze Chose angeleiert.
Heraus kam ein unterdurchschnittliches Abenteuerchen, dessen Grundidee sich gar nicht mit dem typischen Murphy-Stil vereinbart.
Der Eddie spielt hier eine weitere Inkarnation seines aus ’Beverly Hills Cop’ bekannten Charakters ’Axel Foley’ und somit wohl sich selbst. Je mehr man versuchte, seinen ’Humor’ (größtenteils olle Witzeleien und Spruch-Kamellen) hier hineinzuquetschen, desto verquerter wirkt schließlich auch der Film.

Goldig
Im Großen und Ganzen geht es darum, dass dem Protagonisten (Murphy) unterbreitet wird, es sei sein Schicksal, das ’Goldene Kind’ zu finden, da sonst die Welt ’zur Hölle’ würde. Nach anfänglichen Zweifeln (“Sie sind so ein hübsches Mädchen. Leider rauchen sie Schriftrollen.“) willigt er ein und gerät in die obligatorischen Adventure-Eskapaden voll übernatürlichem Budenzauber.
Er muss durch den Schnee reiten, über Todesfallen hüpfen, gegen Dämonen kämpfen und darf dabei nur nicht vergessen, sein Plappermaul aufzureißen. Zuweilen kann er sogar richtig böse zuhauen und vermöbelt sowohl Biker, als auch Triaden-Lümmel mit links. Ein richtiger Kerl, uns Eddie. Nur seine Mütze ist so schwul wie die Koteletten von Ralph Morgenstern.
Musikalische Begleitung liefern mittlerweile antiquierte Synthie-Rhytmen und einige Spray-Rock-Songs. Die Effekte mögen damals für wohlwollendes Staunen gesorgt haben, werden aber heute wahrscheinlich eher mit Bildstörungen verwechselt.
Charles Dance (‘Alien ³’) gibt den fiesen Antagonisten, einen Diener der Hölle, der sich mit ähnlich fiesen Handlanger-Gestalten dem Helden in den Weg stellt. Zauselkopp Victor Wong (’Die Fürsten der Dunkelheit’) macht einen auf ’Meister Yoda’ und Randall 'Tex' Cobb (‘Blinde Wut’) und James Hong (’Tango & Cash’) laufen auch kurz durch’s Bild.

Switch on Murphy-Mode: “Ey du Schleiereule, steht auf!
Dem Balg stinkt schon die Flatulenz-Bremse!“ Switch off

’Auf der Suche nach dem Goldenen Kind’ werdet ihr nicht viel finden, geschätzte Abenteuer-Freunde. Die Mischung ’Größte Klappe der Achtziger macht abenteuerlichen Remmi-Demmi’ ist ziemlich böse auf dem Hosenboden gelandet.
Aber, aber! Kein Grund zum Weinen! Schließlich gibt es doch mit ’Big Trouble in Little China’ (aus dem selben Jahr) eine hervorragende Alternative zu diesem Rohrkrepierer.

Hudson