Godzilla – Angriff der Sauriermutanten


‘Der Saurier-Shocker der Superlative’


Originaltitel: Gojira vs. Mosura (1992) Regie: Takao Okawara
Drehbuch: Kazuki Ohmori
Darsteller: Tetsuya Bessho, Satomi Kobayashi, Takehiro Murata FSK: 12


“Was sagen sie da? Ein Riesenei? Mothra? Das wäre unvorstellbar!“

Scheiß die Stadt zu...
Die haben Mothra ausgemottet!
Unvorstellbar ist hier schon mal gar nichts. Wir sind im Kaiju Universum der Toho-Liga und da ist alles drin, dran und dabei. Dieses Mal ist es ein Meteorit, der vom Himmel hernieder kommet und keine halben Sache macht, sondern direkt die riesige Killerlarve Battra aus ihren Versteck/zeitlich begrenztem Grab befreit. Battra macht sich im Nu auf durch Ozean und Landmasse, um Tokio zu Klump zu hauen, was unsere dicke, große, grüne Lieblingsechse Godzilla auf den Plan ruft. Auf der menschlichen Seite des Geschehens gibt es derweil einen Möchtegern-Indiana-Jones, der nach einigem Tohuwabohu zwei magische Mini-Twins (’Cosmos’ genannt) findet, die auf ebenso magische Weise mit dem Schicksal der Supermotte Mothra verbunden sind. Und genau die schlüpft bald aus ihrem Riesenei, um sich ihrer Erzfeindin Battra zu stellen und sich nebenbei noch mit Godzilla anzulegen…
Ja, kommt, Leute! Wichtig ist doch nur, dass all diese gigantischen, vom deutschen Verleih idiotischerweise ’Sauriermutanten’ geschimpften, Superwesen auf dem urbanen Schlachtfeld der Ehre aufeinander treffen. Oder?

Raus aus den Rabatten!
’Angriff der Sauriermutanten’ ist eine Art Quasi-Remake von Ishiro Hondas ’Godzilla und die Urweltraupen’ und vierter Teil der Neuauflage, die Toho mit ’Godzilla - Rückkehr des Monsters’ 1984 startete. Durch letzteren und dessen unmittelbaren Nachfolger ’Godzilla der Urgigant’, zeichnete sich die Reihe zunächst durch einen klaren Richtungswechsel aus, weg von dem knallbunten Image der 70er-Kaiju-Streifen Jun Fukudas, schlitterte mit ’Duell der Megasaurier’ jedoch schon wieder in altbekanntes Terrain, in dem UFOs, Minimonster und eine allzu fantastische Story eine Rolle spielten. Mit ’Angriff der Sauriermutanten’ aka ’Gojira vs. Mosura’ sind wir fast schon wieder komplett in den bunten Tagen der Reihe angekommen.
Nicht, dass ich auch nur das kleinste Problemchen damit hätte. Ich war schon immer ein großer Fan der Riesenmotte/Larve Mothra, die mit ihren zwei niedlichen, singenden Zwergenzwillingen der Serie einen Hauch Mystik verlieh und später sogar ihre eigene Trilogie verpasst bekam. Dass Godzilla selbst wieder als Bösewicht herhalten muss/darf, der im effektgeladenen Finale sogar gegen das Tagteam Battra und Mothra antritt, ist genau so zu begrüßen. Obwohl die Frage nach dem Bösewicht eigentlich müßig ist. Schließlich lassen die voll ausgelasteten Tricktechniker alle drei Monster die Tokioter Innenstadt mit aller Macht zu Klump hauen, was bei der Bevölkerung der geplagten japanischen Hautstadt für genau so viel Ärger, Trauer und Frust sorgt, wie es dem Publikum einen Riesenspaß bereitet.

“Los Mothra! Vernichte ganz Tokio! Ich bau’s neu auf. Was für ein Geschäft!“

And that's why we are here.

’Gojira vs. Mosura’ ist eine hin und wieder vom Kitsch gepeitschte Materialschlacht, die von liebevollen Effekt-Szenen, irren Monsterfights und der Extraportion magischem Mottenstaub getragen wird. Ach ja und von einer handvoll bekannter japanischer Nebendarsteller, auf die letztlich doch keiner achtet, wenn gigantische Nippon-Monster durch die Straßen geprescht kommen, um Modellbauten in Windeseile zu Trümmern zu kloppen.


Hudson