Godzilla und der Kampf der Titanen


‘From a black hole in space...they came to conquer Earth...!’


Originaltitel: Mekagojira no gyakushu (1975)
Regie: Ishirô Honda Drehbuch: Yukiko Takayama
Darsteller: Katsuhiko Sasaki, Tomoko Ai, Katsumasa Uchida FSK: 12


“Wie laufen die Vorbereitungen?“
“Es geht alles nach Plan. Unser Planet ’The Black Hole’ ist im Anflug, wir werden viel Raum brauchen. Raum wie diese Erde.“

Einer Zweit-Karriere als
Powerlifter steht nix im Weg.
Außerirdische haben die Erde unterwandert. Ihr Ziel ist deren Vernichtung und anschließender Wiederaufbau nach Alien-Art (die Menschen haben schließlich einen solchen Schindluder mit dem blauen Planeten getrieben, dass sich die Jungs from Space das nicht länger ankucken können). Der Wissenschaftler Dr. Mafune, der wegen seines ’Mad Scientist’-Gehabes vor vielen Jahren seinen guten Ruf bei den Menschen verspielte (weil er behauptete, einen Saurier gesehen zu haben. Haha, wie albern!), soll ihnen helfen.
Murakoshi, Agent von Interpol (hmmm), und Zoologe Ichinose sind seltsamen Ereignissen im Meer auf der Spur, dort wurde ein Riesensaurier beim Vernaschen eines U-Boots erwischt. Auch sie stoßen auf Mafunes Spur, prallen jedoch am Widerstand dessen Tochter Katsura ab, deren Leben vor vielen Jahren von den Aliens gerettet wurde und die nun über supernatürliche Kräfte verfügt. Die außerirdischen Antennenköppe haben unterdessen die Überreste von Mechagodzilla aus dem Meer gefischt (dort hatte ’Big G’ seine Blech-Kopie im Finale des Vogängers fachgerecht entsorgt) und wollen ihn für die Zerstörung der Menschheit einsetzen.
Als Katsura erkennt, was die Außerirdischen wirklich wollen (sie hat vielleicht im Lexikon unter ’Invasion’ nachgeschlagen), will sie ihren Vater überreden, seine Ko-Operation mit ihnen zu beenden. Doch Mafune hat seine eigene Agenda und schickt den (sich mittlerweile unter seiner Kontrolle befindlichen) Titanosaurus auf eigene Faust durch Nippon. Bald sind auch Gozilla und Mechagodzilla vor Ort. Der kampf der Titanen beginnt…

"Achten sie nicht weiter auf den Mann im Hintergrund!
Ich versichere ihnen, wir sein keine Außerirdischen."

“Was ist mit dem Titanosaurier?“
“Als er das Boot angriff, fing er an zu taumeln.“

Also erstmal: Alle Monster in Godzilla Filmen taumeln (falls das noch keiner mitbekommen hat)! Und zweitens: Der Rest dieses Film steht auf sicheren Beinen.
Natürlich vergeht erst einige Zeit, bis die heiß erwartete Zerstörungsorgie beginnt, doch ist das Vorgeplänkel weder langweilig noch (selbstverstänlich) allzu ernst zu nehmen.
Einzig die eingestreuten Archiv-Aufnahmen von den Spielzeug-Panzern alter ’Kaiju’-Movies lässt Fans die Nase rümpfen. Der Titanosaurus (mit lustigem Papier-Drachen-Kamm) ist eine schöne Ergänzung zum bisherigen ’Toho’-Bestiarium und hat ordentlich Power im Fuß. Wie immer liefert sich ’Big G’ mit seinen Kontrahenten spaßige Kämpfe, wobei natürlich erneut die japanische Infrastruktur völlig dämoliert wird (wie die das immer so schnell repariert bekommen, ist mir ein Rätsel).
Die Invasoren (zu jener Zeit ebenfalls eine Regelmäßigkeit in der Serie) sind von der manisch, hysterischen Art. Also die Art, die nach jeder Bekanntmachung in wahnsinniges Gelächter verfällt) und tragen obendrein noch völlig bescheuerte Fahrrad-Helme, die durch Antennen-Hörnchen verziert wurden.
Die letzte ’Godzilla’-Regie Ishiro Hondas, dem Vater des beliebten Riesenmonsters, beendete auch die Showa Era. Neun Jahre später wurde die Serie dann re-animiert, diesmal aber mit einem ’Godzilla’, der wieder böööse war.

That's Armageddon!

Stellvertretend für (beinahe) alle anderen ’Kaiju-Epen’, kann ich hier erneut behaupten: Ich liebe diese Filme, weiß aber, dass nicht jeder, der sich in dieses Review verirrt hat, meine Meinung teilen wird. Die ’Gozilla’-Serie (vor allem die Filme der Showra-Ära, unter Altmeister Honda und Jun Fukada und - nicht zu vergessen- mit der Musik vom Akira Ifukube) ist wundervolle, leicht zu verdauende und herrlich alberne Monster-Kost, die nicht ernst zunehmen ist, aber Groß wie Klein eine Menge Spaß bringen dürfte.

Hudson