Die gnadenlose Clique


‘They're back on the mean streets.
But this time, they're the good guys.’


Originaltitel: Band of the Hand (1986) Regie: Paul Michael Glaser
Drehbuch: Leo Garen & Jack Baran
Darsteller: Stephen Lang, Michael Carmine, Lauren Holly FSK: 16


“Wo sind wir hier? Bei den Pfadfindern? Ich bin der Anführer der Los Diablos!“

"Hab den Löffel gefunden, Sir!"
Dass schrille Gangs die Straßen der Großstädte in den Achtziger Jahren unsicher machten, wissen wir spätestens seit ’The Riffs’ und ’Streets on Fire’. Wie man mit solchen kriminellen Subjekten umzugehen hat, zeigt uns der 80s-typische Survival-Thriller ’Die gnadenlose Clique’.
Fünf jugendliche Straftäter, drei Weißbrote (Yuppie, Redneck, Psychopath), ein Puerto Ricaner (tuntiger Aggressor) und ein Schwarzer (genervter Aggressor) werden aus dem Knast in die Sümpfe Floridas geschifft und müssen dort unter der Aufsicht des weisen und knallharten Indianers (und natürlich Vietnam Veteran) Joe (Stephen Lang) das Rambo Messer wetzen und die Tücken der Wildnis überleben. Nachdem sich die Jungs zusammengerauft und einen weiten Weg durch Schlamm und Schlangen geaxt haben, sind sie bereit, im Ghetto aufzuräumen. Gemeinsam müssen sie ein abgewracktes Haus renovieren und lernen, in urbanem Gelände ihre Naturerfahrungen anzuwenden. Es dauert nicht lange, bis sie den echten Gangstern der Gegend (u.a. Larry Fishburne) dabei auf den Schlips treten. Jetzt muss die ’Band of the Hand’ zu groben Kellen greifen, um sich durchzusetzen…

“Es ist noch keine drei Monate her, da hatten wir ein Frauenhaus, aus dem haben sie einen Callgirl-Ring gemacht.“

Tja, heutzutage werden amerikanische Rowdies ins Bootcamp gesteckt, damals waren’s die Everglades.

Hier klickt die Knarre
’Running Man’-Regisseur (und eine Hälfte von ’Starsky & Hutch’) Paul Michael Glaser verpackte seinen Film in allerlei Achtziger Jahre Kitsch-Kolorit, komplett mit schrägen Gang-Outfits, drapierten Sakkos, zeitgenössischem Gossen-Slang und den üblichen Frisur-Verbrechen, die ihn mittlerweile wie ein reichlich veraltetes Relikt seiner Zeit dastehen lassen. Allein schon der deutsche Titel ’Die gnadenlose Clique’ dürfte Leuten, die in den Achtzigern/ frühen Neunzigern groß geworden sind und womöglich auch noch einer Peergroup angehörten, heutzutage ein spöttisches Grinsen zwischen die Backen zaubern. Gott sei dank gibt es neben schnulzigen Popballaden wie Foreigners ’Take these Broken Wings’ wenigstens etwas stilvolle Musik von Bob Dylan, der mit Tom Pettys Heartbreakers auch für den Titelsong verantwortlich war.
In Sachen Action geht erst im letzten Drittel die Post ab. Leider wirkt die finale Konfrontation mit den Handlangern des Oberbösewichts, gewohnt lustlos von James Remar gespielt, etwas angetackert, da der emotionale Höhepunkt des Films längst abgearbeitet wurde.
Lediglich die Darstellungen von Stephen Lang (‘Manhunter’) als stoischer Survival-Chief Joe und Larry Fishburne (’Matrix’) als Ghetto-Pimp Cream bleiben im Gedächtnis.
’Die Straße holt euch wieder ein’, sagt Lang, nachdem die Jungs die Fassade ihres Hauses im Ghetto gelb und pink gestrichen haben und bereitet sie anschließend auf einen Shootout mit den echten Gangstern vor. Die Moral von der Geschicht? Was lange leckt, das hält nicht dich.

Hier knarrt die Clique

’Teenager außer Kontrolle - The Movie’. Als Annegret Noble sehen sie Stephen Lang, den G.I.-Grobi aus ’Avatar’. Scherz beiseite, ’Band of the Hand’ ist ein, bloß nicht Ernst zu nehmender, ‘Juvenile delinquents get a swamp training to kick some ghetto asses’-Brocken und eine Schippe Spaß, wenn man auf diese Art von kitschiger Action-Unterhaltung abfährt.


Hudson