Gladiator Cop


‘2000 years ago he conquered the world... Now he's back to clean it up’


Originaltitel: Gladiator Cop (1995) Regie: Nick Rotundo
Drehbuch: Nick Rotundo, Paco Alvarez & Nicolas Stiliadis
Darsteller: Lorenzo Lamas, James Hong, Eugene Clark FSK: 18


Selbst als großer Fan käsiger Genrefilme jedweder Art muss man sich eingestehen, dass ein Streifen mit dem Titel ‘Gladiator Cop’ viel eher nach einem der ‘Film im Film’-Beispiele klingt, welche die Branche hin und wieder nutzt, um sich selbst ein wenig auf die Schippe zu nehmen, als nach einem B-Movie, das tatsächlich jemand produzieren würde. Ihr wisst schon, so wie ‘Viking Quest’, ‘ProtoCop’ oder Filme mit Rainier Wolfcastle in der Hauptrolle.

Aber hier sind wir nun, bei ‘Gladiator Cop’, der als zweiter Teil einer Trilogie herhält, was angesichts der Thematik und des Plots auf der einen Seite reichlich absurd ist, uns auf der anderen jedoch nur mal wieder beweist, dass der kreative Ausverkauf immer Saison hat.

Lorenzo in his prime
Worum geht’s? Um den geheimnisvollen Föhnfrisur-Bullen Lorenzo Lamas, der in seinen blau getünchten Träumen als vorzeitlicher Schwertkämpfer umherwandelt und am Tage Mordfälle aufklärt, in dem er an den Wunden der Toten herumgrabbelt und dadurch… Todesvisionen erlebt… oder so ähnlich. Als das Schwert Alexanders des Großen von einem sleazigen Professor und dessen brontalen Handlangern entwendet wird und dabei ein paar Wachmänner drauf gehen, haben wir auch schon einen Fall für den Titelgeber. Die Bösewichter wollen das Schwert nicht etwa an den meistbietenden verhökern, sondern nutzen es in illegalen Schwertkämpfen, schließlich ist jeder der damit kämpft unbesiegbar.
Untersetzt wird dieser Blödsinn mit Reinkarnationsgeseier, einer öden Love Story und lächerlichen Traumsequenzen (Lamas latscht in Strumpfhosen vor billigen Pappkulissen herum), die anscheinend hauptsächlich dazu dienen, Lorenzo ein ums andere Mal mit freiem Oberkörper schweißgebadet aufwachen zu lassen.
Geschenkt. Für die Ladies. Verzichten kann man allerdings auf Szenen wie jene, in der sich der alte Prof. von einer Professionellen auf dem Rücksitz einer Limousine oral verwöhnen lässt. Dachten die Macher vielleicht, die Dramaturgie würde durch diesen Einblick in das Privatleben des greisen Schurken an Substanz gewinnen? Amüsanterweise ist bei ‘Gladiator Cop’ auch Charakterdarsteller James Hong zugegen (mit urigem Charakterdarsteller-Zauselbart courtesy of chinese wisdom), der sich in seinem Regiedebut ‘The Vinyard’ auf ganz ähnliche Art und Weise inszenierte. Was soll der Gramps-Sleazo-Shit, Freunde? Ich behaupte einfach mal, sexuelle Vorlieben alter Säcke sind keine Priorität beim B-Movie-Publikum.

Seilhüpfen mit Fatality

"Ah, Gladiator Cop. Sie überraschen mich jedes Mal aufs Neue."

Ja, dieser Satz fällt tatsächlich während des Finales. Nein, viel mehr gibt’s hier nicht zu lachen. Der Begriff ‘lustlos’ will mir als erstes einfallen, wenn ich ‘Gladiator Cop’ rekapituliere. Die Optik ist trist, an Tempo fehlt’s völlig, die Darsteller wirken selbst beim Vögeln gelangweilt. Und muss ich an dieser Stelle wirklich noch über das Drehbuch herfallen? Immerhin hat’s einige amüsante, wenn auch beim Finale durch dazwischen geschnittene Rückblenden völlig verhunzte, Fights bulliger Gladiator-Wuchtbrummen mit Namen wie ’Mongol’, ‘Jodar’ und ‘Mowerman’ und Lorenzo Lamas mit dem zweiten Gesicht. Also eins mehr als seine darstellerische Bandbreite zu bieten hat.


Hudson