G.I. Executioner


‘The wildest nude shootout in film history!’


Originaltitel: G.I. Executioner (1975) Regie & Drehbuch: Joel M. Reed
Darsteller: Tom Keena, Victoria Racimo, Angelique Pettyjohn FSK: 18


Klar, man sollte stutzig werden, wenn die Bilder auf der Rückseite der VHS-Hülle gemalt sind. Und ich wusste auch gleich, dass mich hier kein 2. ’Apocalypse Now’ erwarten würde…
Als dann aber plötzlich das Troma Logo auf dem Schirm erschien, die Stimme von Thomas Danneberg das Voice-Over zur Vorstory lieferte und ein amerikanischer Tourist in Singapur den Schuchen auf die Nuss gab…tja, was soll ich sagen: Da hatte der Film meine Aufmerksamkeit. Ich meine; schaut doch mal nach oben, auf die Tagline!

Jaja: Original-Schauplätze!
Dave Dearborn (Tom Keena) war mal ein richtig harter Hund. Er arbeitete als Auftragskiller, diente in Vietnam und war sogar ’Undercover’ als Homosexueller unterwegs. Heute ist er ein Filou. Er lebt auf einer alten (zur ’Schwimmenden Disco’ umfunktionierten) Dschunke im Hafen Singapurs, wo er regelmäßig tanzt, baggert und säuft. Als ihm ein Job angeboten wird, bei dem es um das Ausfindigmachen eines chinesischen Wissenschaftlers geht, lässt er das Lotterleben hinter sich. Auf seiner Suche trifft er auf allerlei Gesocks, aber auch auf willige Weiber, darunter auch seine ehemalige Geliebte Mai Lee, die mittlerweile für den schurkischen Ling arbeitet. Als Dearborn zu tief gräbt, schlagen die Fieslinge zurück und treffen Dearborns beste Freundin.

Die spannendste Szene im
ganzen Film. Genießt sie!
„Bin ich der nächste in diesem tödlichen Spiel?“ fragt sich unser Held und das Publikum denkt nur noch: ‚Na hoffentlich!’.
Denn leider entpuppt sich ’G.I. Executioner’ nicht nur vom Namen her als bescheuerter Titel. Regisseur Joel M. Reed (’Blood Sucking Freaks’) bedient sich sowohl nackter Haut, blanker Gewalt und einiger völlig überflüssiger, weil hirnrissiger Ideen (ich sach nur ’Riksha bergauf’, ’Rosa Weste beim Bondage-Frühstück’ und ’Killer-Monkey mit Windel’). Viel Erfolg hat er damit nicht und der Rest verliert sich in träniger Groove-Mucke, verwischten Exploitions-Motiven und Dialogen a la:
„Die Bräute machen hier ’ne Nummer für ganze drei Dollar.“
„Das ist immer noch mehr, als du in der Tasche hast!“
„Weißt du was, du hast’n Ding im Tee!“
Keenas Darstellung des ’hard boiled’ Machos ist noch das Überzeugendste am ganzen Film, aber Handlanger mit dickem Oberlippenbart und Hasenzähnen, und ein tuntiger Oberbösewicht mit rosa Tütü klingen zwar lustig, sind aber nur für den (pardon) Arsch!
Immerhin: Dies ist der Film, in dem tatsächlich zum ersten Mal der Spruch: „Ja ist denn heut schon Weihnachten!“ gebracht wurde. Die Antwort auf diese Frage ist allerdings ein lautes: NEIN!

Ähm ... hui!

Manchmal ist mir wirklich nich ganz klar, warum Filme wie dieser jemals das Licht der Welt erblicken. Niemand, wirklich niemand hat es nötig, sich diesen Schund anzutun, egal ob nun Troma-Release oder nackte Schießereien. Dass das oben abgebildete Cover absolut nichts mit dem Film zu tun hat, soll mein letzter Tipp sein. Ich hab schon viel zu viele Worte für diesem Quark vergeudet.

Nool