Angriff der Riesenspinne


‘Creeping!...Crawling!...Crushing!’


Originaltitel: The Giant Spider Invasion (1975)
Regie: Bill Rebane Drehbuch: Robert Easton & Richard L. Huff
Darsteller: Steve Brodie, Barbara Hale, Alan Hale Jr. FSK: 16



Dieses Review wird ihnen präsentiert von 'ZÜ-EI', dem Ü-Ei aus der Zone.
(Empfohlen von Catweazle Jr. und seiner Frau Ida May.)

’Angriff der Riesenspinne’; bei diesem Titel bekomme ich jedesmal den sprichwörtlichen ’Blast from the Past’. Mit 13 Jahren entdeckte ich dieses grottige Lowlight des Monster-Tierhorrors eines Nachts auf irgendeinem C-Grade Programm und bekam riesige Augen. Das war womöglich mein erstes ’aktives’ Trash-Erlebnis und es war großartig! Am nächsten Tag trafen sich die üblichen Verdächtigen auf dem Schulhof und spielten die ’besten Szenen’ nach. Tja, so war das damals, Kinder. Wir haben keine Drogen genommen, wir haben noch anständige Sachen gemacht!

"Wenn der mich noch einmal Gilligan nennt, dann setzt's was!"

Eines Nachts schlägt ein Meteor aus dem All (woher auch sonst?) in den Backwoods einer Gemeinde im tiefsten Wisconsin ein. Es dauert nicht lange (es dauert nie lange), da werden Vertreter des lokalen Viehs völlig skelettiert auf der Weide aufgefunden. Während der Sheriff und ein paar andere Hillbillies sich fragend den Schritt kratzen, hat NASA-Forscher Vance schon die ungewöhliche Strahlung der Gegend auf dem Schirm. Um genau zu sein: Gammastrahlung (wahrscheinlich die gleiche, die auch den ’Hulk’ zur grünen Bestie machte), die zur Folge hat, dass fiese Spinnen aus Kokosnuss-artigen, Diamanten-bestückten Space-Kötteln steigen und die Bewohner dieser Einöde befallen. Doch es soll nicht bei ’normalen’ Spinnen im Tarantel-Format bleiben, denn einige der Viehcher entwickeln sich zu extrem gefährlichen Spidor-Muppets und eine wächst sogar um einen VW-Käfer herum…

Wisconsin: Come to were the Plüsch is!

Uaaaah.
’Angriff der Riesenspinne’ ist ein filmisches Kackorama der Sonderklasse. Diese unterirdische Spinnen-Invasions-Kiste mit den typisch schlecht recherchierenden Knallchargen und Effekten aus der untersten Schublade eines Chemiebaukastens, hat zwar die Lacher auf seiner Seite, dafür aber eine furchtbar juckende Qualitätsallergie.
Als Sheriff muss ’Gilligan’s Island’-Skipper Alan Hale Jr. herhalten und der ist noch der beste Schauspieler der zottelig-versifften Backwood-Bagage. In Form eines nervtötenden Audio/Video-Kommetars begleitet ein von ’Schwefel und Höllenfeuer’ wahnsinnig faselnder Priester den gesamten Film und wenn der Spinne-im-Mixer Gag verbraucht ist und die ganzen Normalo-Spiders ihren Trash-Charme ausgeglottert haben, tritt endlich die titelgebende Riesenspinne auf den Plan. Die sieht aus wie eine gigantische Stoffppuppe, die man kleinen Kindern vor’s Bett legt, wenn sie richtig böse waren. Um ein offensichtlich benzinbetriebenes Motorengefährt herumgweickelt jagt das Vieh die Dorfbewohner über’s Football-Feld, durch die Straßen und Gassen der Kleinstadt bis sie zum Schluss (’Glü, Glüh, Glotter!’) in ihre Bestandteile zusammenfällt.

'Haus und Boot'?
Nee, 'Haus und Spinne' sind des Neureichen hippster Trend!

Fazit: Trash as Trash can. Poröser Backwood-Tierhorror mit Riesenquark auf Beinen, Darstellern die den Titel ’Wahre Erben von Fuzzy F. Jones’ verdient haben und einer Lachgarantie, die möglicherweise schon abgelaufen ist. Für das Supertrash-Siegel jedoch nicht verrückt genug.


Hudson