Ghoulies IV


‘A little black magic, a little black leather... and a lot of black humour.’


Originaltitel: Ghoulies IV (1994)
Regie: Jim Wynorski Drehbuch: Luca Bercovici, Jefery Levy, Mark Sevi
Darsteller: Peter Liapis, Barbara Alyn Woods, Stacie Randall FSK: 16


Die ’Ghoulies’ haben ein paar seltsame Wendungen hinter sich. Vom Okkult-Horror mit Matschmonstern, über Kleine Monster auf dem Jahrmarkt und auf dem College war es ein weiter Weg bis hierher. ’Ghoulies IV’ schlägt noch einmal in eine ganz andere Kerbe.

“Allmächtiger Fürst der Finsternis, ich habe alles für dich vorbereitet. Komm feiere dein Fest mit mir !“

Der Typ hat hier nur
eine Nebenrolle...
Die sexy Hexie Alexie beschwört bei einem Einbruch im Warenlager XY den Dämonen Faust aus einem Pentagramm auf dem Boden der Tatsachen. Die Schnepfe ist leider ein bissel dämlich und versaubeutelt die Aktion, wodurch a.) Faust wieder in die Hölle zurückgeschlonzt wird und b.) Zwei Ghoulies durch’s Portal auf die Erde schlüpfen können. Um die Suppe wieder auszulöffeln, muss die Leder-Lady einen Edelstein besorgen, der am Hals ihres Ex-Freundes Jonathan (ja der Jonathan aus Teil eins) hängt, welcher derweil als Cop durch die Straßen von L.A. investigiert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die drei Fraktionen aufeinanderprallen…

Ein letztes Mal tauchen die Ghoulies aus der Versenkung auf, um Freunden durchwachsener C-Kost den Tag zu versüßen. Zu diesem Zweck engagierte man den erfahrenen Trash-Zampano Jim Wynorski, der schon herrlich absurde Bad Movie-Perlen (’Mystor’, ’Vampirella’, ’Shopping’) inszeniert hatte und somit wohl einer der besten Männer für den Job war.
Die Macher nahmen sich allerdings einige ’Freiheiten’ heraus und gestalteten das Konzept komplett neu.

...die beiden auch...
Die Ghoulies sind hier ’die Guten’ und fungieren als die ’freundlichen Gnome aus der Nachbarschaft’. Überdies trifft die Beschreibung ’Ghoulies’ nicht wirklich auf die Kreaturen zu. Es sind viel mehr in Lumpen gehüllte Zwerge, die statische Halloween-Masken tragen. Das dürfte den einen oder anderen ’Ghoulie’-Fan (if there’s ever such a thing!) bedrücken. Aber nach einer kurzen Eingewöhnung merken wir bald, dass die beiden Eumel genauso abgedreht sind, wie die Original-Griebsch-Gesichter und außerdem geradezu inflationär mit dämlichen Sprüchen (“Happy Gasspray to you!“) um sich schmeißen.
Überhaupt ist der Film an allen Ecken und Enden mit schrillem Humor bestückt, zudem gibt es einige Flashbacks zum Original-Film.
Peter Liapis schlüpft noch einmal in die Rolle des Jonathan Graves, macht hier allerdings eine 180 Grad Wendung vom besessenen College-Dude zum lässigen Cop und das gar nicht mal schlecht.
Somit ist ’Ghoulies IV’ wohl eine Art ’offizielles Sequel’ zum ersten Teil, obwohl mehr Fragen aufkommen, als beantwortet werden.

“Komm, wir machen auf Starsky und Hutch!“
“Das nehmen die uns nicht ab!“

...sogar die Ghoulies sehen nicht nach Ghoulies aus.

Alberne Kicher-Zwerge, Cops, eine Dominatrix, Nutten und der Fürst der Finsternis… ’Ghoulies IV’ bietet einiges, was Fans von knalligen 90er Jahre Trash-Genre-Mixes erfreuen dürfte. ’Ghoulie’-Fans (if there’s really such a thing!) sollten mit Obacht an die Sache gehen, da der Film thematisch von seinen Vorgängern abweicht.

Hudson