Ghoulies 3


‘Out of the bowl... and TOTALLY out of control!’


Originaltitel: Ghoulies III: Ghoulies Go to College (1991)
Regie: John Carl Buechler Drehbuch: Luca Bercovici, Jefery Levy & Brent Olson
Darsteller: Thom Adcox-Hernandez, Andrew Barach, Kathy Benson FSK: 16


Die ’Ghoulies’ sind wieder da! Und sie gehen auf’s College?
Nachdem sie in den Vorgängern ein altes Herrenhaus und einen Jahrmarkt verramscht haben, ist nun ein ur-amerikanischer Campus dran. Ur-amerikanisch in dem Sinne, dass er so voll mit Klischees ist, wie jeder zweite Campus, den wir aus US-Streifen kennen.

Die Griebsch-Gesichter sind zurück!

Für die Regie wurde Effekt-Spezialist John Carl Buechler (’Der Todesjäger’) verpflichtet, der schon bei ’Troll’ und ’Freitag der 13. Teil 7’ hinter der Kamera stand und allem Anschein nach vor den Dreharbeiten zu ’Ghoulies 3’ einen Clown gefrühstückt hatte.
So beginnt der Streifen gleich mit einer irren Kamera-Fahrt, die man sonst vielleicht bei Sam Raimi sieht und wildem Slapstick-Humor (Talking Ghoulies, this time!), bei dem ein comiclesender Nerd von den Ghoulies bearbeitet wird.

Warum so'n langes...
OK, OK. Ich lass es lieber!
21 Jahre später findet Student Wes das Heftchen auf einem Klo und beginnt daraus laut vorzulesen (wat man halt so macht, uff’n Klo, wa?!) Noch bleiben die Ghoulies in der Schüssel, als aber der spießige Dekan das Comic konfisziert und selbst eine Passage aus der Lippe fallen lässt, ist es soweit. Die Ghoulies erwachen aus ihrem Schlummer und springen aus dem Lokus. Da der Campus gerade von einer Serie von groben Streichen zweier rivalisierender Verbindungen erschüttert wird, wird das Chaos, das die Gnome anrichten zuerst den menschlichen Unruhestiftern angedichtet. Doch der Dekan, der die Ghoulies dank des Comic-Heftes (das hier eine Art ’Wunderlampen’-Funktion hat) nun unter seiner Kontrolle wähnt, hat ganz eigene Pläne, die Dienste der okkulten Mini-Mes zu nutzen…

’Ghoulies go to College’ wird seinem Titel in sofern gerecht, dass wir es hier mehr mit einer Campus-Komödie zu tun haben, die sich eher um konkurrierende College-Boys, groben Unfug und nackte Haut kümmert, als um einen Horror-Plot.

Straight Flush!
Das war freilich im zweiten Teil ähnlich, da funzte allerdings auch das stimmige Rummel-Setting. Auf dem College hier regiert einfach nur der Spaß und zufälligerweise spielen halt auch die ’Ghoulies’ mit. Wenn die mal zu sehen sind, dann kommen sie aber gleich mit dem groben Dampfhammer und werden auch so dargestellt. Sie saufen, rülpsen, furzen, reißen Sprüche, kleiden sich geschmacklos und schauen sich College-Girls beim Duschen an, während ’Also sprach Zarathustra’ läuft. Unterhaltung auf höchstem Niveau also! Die von ihnen angerichtete Verwüstung beschränkt sich jedoch beinahe ausschließlich auf die Sets und Requisiten, tatsächliche Kills gibt es wenige zu bewundern (die sind dann aber auch ordentlich schräg). Die ausgeflippte Musik passt sehr gut zum Geschehen und erinnert in ihren besten Momenten an den Score von Peter Jacksons ’Braindead’.
Schauspielerisch ist das Durchschnittsprogramm angesagt. Die Hauptdarsteller sind eingespielte Studenten, in peinlichen Nebenrollen sind Matthew Lillard (’Scream’) und Jason Scott Lee (’Das Dschungelbuch’) zu belächeln. Hollwood-Veteran Kevin McCarthy (’Die Dämonischen’, ’Piranha’, ’UHF’) gibt den fiesen Professor mit überdrehter Knörz-Attidüde und kann sich als einziger aus dem Uni-Volk abheben.

Die Stars von gestern im Schrott von vorgestern.

Fazit: ’Ghoulies 3’ ist besser als der erste (Kunststück!), schlechter als der zweite (schade!) und im allgemeinen ganz erträglicher Nonsens. Hätten die Macher sich ein wenig mehr in Richtung Grusel orientiert und den ausufernden Schwachsinn ein wenig gekürzt, hätt’s nochmal so viel Spaß gemacht. Aber auf die Idee, es zwei Jugendliche auf einem Laufband treiben zu lassen, muss man auch erstmal kommen.

Hudson