Ghoulies II


‘Just when you thought it was safe to go back in the bathroom.’


Originaltitel: Ghoulies II (1987)
Regie: Albert Band Drehbuch: Luca Bercovici, Charlie Dolan & Dennis Paoli
Darsteller: Damon Martin, Royal Dano, Phil Fondacaro FSK: 18


‘The Fullest Moon I’ve ever seen.’ faselt ein alter Mann gleich zu Beginn. Da hatte sich Schrott-Zampano Charles Band wohl gerade aus den Karten lesen lassen.

Hauptschauplatz des Sequels zum unsäglichen ’Ghoulies’ ist der abgewrackte Wander-Zirkus ’Satans Den’, der von netten Typen mit Herz betrieben wird, dessen Existenz aber von dem üblen Yuppie-Sohn des Besitzers bedroht wird.

"ICH bin dein Opa!"
Der will den Rummel nämlich durch eine ’SchlammCatch-Arena für Frauen’ ersetzen. Jetzt muss natürlich Kundschaft her. Wie’s der Zufall will, schlüpften auch einige Ghoulies durch die Tore von Satans Den und sind bald dabei, die Besucher zu schocken. Das spricht sich herum und kurz darauf will jeder im Umkreis die “Ratten … oder Fledermäuse!“ sehen. Das lassen sich die Ghoulies gerne gefallen und ziehen ihre Show auch vor einem anfeuernden Publikum (“Ratten, Ratten, Ratten!“) ab. Der Spaß hat ein Ende, als erste Vermisstmeldungen bei der Polizei eintreffen. Während die Uniformierten das Gelände durchsuchen, glaubt der alte Zauber-Zausel Ned noch immer, er habe die ’Ghouiles’ duch Magie erschaffen und könne sie auf die selbe Art und Weise wieder loswerden. Mächtig großer Fehler! Denn jetzt sind die kleinen Schmadder-Brüder so richtig böse…

Huch was war das denn?
Nach dem zweifelhaften Genuss von Teil eins hatte ich hier einen weiteren filmischen Kotzbrocken erwartet und wurde angenehm überrascht.
Zu allererst wurde mal die völlig unpassende Düster-Atmo entfernt, die im Erstling so gar nicht mit den albernen Ghoulies zusammenpassen wollte. Desweiteren haben die Titelmonster nun endlich etwas mehr zu tun, als immer nur herumzusitzen und triefig zu glotzen. Es klingt verkehrt, aber es ist wohl so:

Ob die Werbung zieht?
Je mehr kleine Monster von den Achtziger Urvätern des Genres, den ’Gremlins’ abkupfern, desto spaßiger wird der Film (siehe bzw. siehe nicht ’Hobgoblins’, der es ja leider verkehrt machte). So kotzen sie beispielsweise Pärchen mit grünem Schleim voll, benutzen das Inventar einer Foltershow an anderen, Fahren im Auto-Scooter Rummelbesucher um und funktionieren Karusells in Todesschleudern um. Kurz gesagt: Die Viecher werden in den Mittelpunkt gestellt, sind urig blöde und dürfen richtig ausrasten. Das macht schon einen ganz anderen Eindruck als die langweiligen Rotz-Puppen aus dem ersten Teil. Zumal die Gummiköppe im Vergleich zu diesem auch sichtbar besser animiert (u.a. duch Stop-Motion-Technik) und ansehnlicher designt wurden.
Auffällig sind auch die Verbesserungen in Sachen Schauspiel. Die Hauptdarsteller geben sich sichtlich Mühe, gegen die Widrigkeiten eines ’Ghoulies’-Films anzuspielen. Besonders positiv fällt hier (mal wieder) Phil Fondacaro auf. Der kleinwüchsige Schauspieler ist u.a. aus ’Hard Rock Zombies’ und ’Stahljustiz’ bekannt, spielte ’Torok den Troll’ und den tapferen Nelwyn-Krieger ’Vonkhar in Ron Howards ’Willow’. Wer allerdings darauf gekommen ist, die (vor allem im Close-Up) sichtlich unattraktive Kerry Remsen (’Halloween Monster’) als weiblichen ’Love Intrest’ für den jugendlichen Protagonisten zu besetzen braucht(e) ganz dringend ein Monokel. Dafür sind aber in den Nebenrollen bekannte Genre-Köppe vertreten. Romano Puppo (’Sinbad – Herr der Sieben Meere’) ist hier ebenso zu sehen, wie der sonst durch Monster-Masken verhüllte Michael Deak (’Arena’).

“Hast du meine kleine Muffy gesehen?“
“Wer hat das nicht?“
“Ich rede von meiner Katze, du Flachbirne!“

Good... Bad... He's the Ghoul with the Gun!

Das war mal wieder typisch für B-Movie-Magnaten Charles Band. Mal drückt er seinem Zuschauer eine halbe Zwiebel ins Auge, mal reicht er ihm einen köstlich zubereiteten Entertainment-Cocktail.
’Ghoulies II’ liegt irgendwo dazwischen. Mit den Gremlins und den ersten beiden Critters’-Teilen kann er nicht mithalten. Mit allem was danach kommt, kann er sich dicke messen. Eine Verbesserung zum gräusligen Vorgänger war das mindeste, was zu akzeptieren war. Also: Klassenziel erreicht. Für Trash- und ’Kleine Monster’-Fans bestimmt keine vergeudeten 90 Minuten.

Hudson