Ghoulies


‘They'll get you in the end.’


Originaltitel: Ghoulies (1985)
Regie: Luca Bercovici Drehbuch: Luca Bercovici & Jefery Levy
Darsteller: Peter Liapis, Lisa Pelikan, Michael Des Barres FSK: 18


Let’s retrospect! Nach meiner ’Kleine Monster’-Film-Rechnung waren am Anfang die grandiosen ’Gremlins’, denen folgten die teuflischen ’Critters’, welche von den dämlichen ’Munchies’ abgelöst wurden, bevor das Genre mit den grottenschlechten ’Hobgoblins’ den Gnadenstoß verpasst bekam und mit ’Troll 2’ wie Phoenix aus dem Arsche stieg.
Wo passen da jetzt die ’Ghoulies’ hin? Die waren mir bis dato nämlich nur aus den untersten Horror-Regalen örtlicher Videotheken bekannt. Die Antwort kam überraschend. Die ’Ghoulies’ kamen tatsächlich noch vor den ’Critters’ aus ihren Höllenlöchern gekrochen und so stellte sich natürlich gleich die nächste Frage: Sind sie legitime Vertreter des ’Little Monster’-Genres oder ist das Cover hier Programm?

Willkommen in der Twilight Zone!

Schaun wir mal:
Gleich zu Beginn bekommt der Zuschauer eine gehörige Dosis Knet-Monster ab. Die ’Ghoulies’ beobachten einen Mummenschanz örtlicher Satansanbeter, die soeben ein Kind ihrem Götzen-Dämon opfern wollen. Die Mutter des Kindes (ebenfalls eine der anwesenden Bekloppten) interveniert jedoch in letzter Sekunde und stellt den Herrn Papa (übrigens der Ritual-Leiter mit dem Opferdolch) zur Rede. Es könne ja nicht sein… ihr eigen Fleisch und Blut… yadda, yadda. Also schön, wird das Blag dem erstbesten Untergebenen in die Pfote gedrückt und Mami kommt an seiner Statt auf den Opfertisch, um die ’Ghoulies’-Spezialbehandlung abzugreifen.
Viele Jahre später:

The Prince of Dorkness
Die Windel-Bratze ist zum stolzen College-Heini Jonathan herangewachsen, der von seiner Heiden-Herkunft keinen blassen Schimmer hat. Eigentlich ist er ein ganz normaler Student, mit Freundin und Kumpels und zieht soeben in das schummrige Anwesen seines verstorbenen Vaters ein. Bei der Einweihungs-Party kommt Jonathan nach den üblichen Vergnügungs-Vorschlägen (Scharade, Trivial-Pursuit, Strip-Poker) auf die beste Horrorfilm-Idee überhaupt: “Lasst uns ein Ritual machen!“
Ab in den Heizungskeller, Kerzen aufgestellt, Symbole auf den Boden gekrakelt und aus einem alten Schmöker Beschwörungsformeln gemurmelt… haben wir ja alle schon mal gemacht (na schön, haben wir nicht!). Resultat: Nada. Enttäuscht zieht die Mischpoke ab, doch des Nachts zeigen sich die wahren Ausmaße des Ritus’. Der Family-Spirit springt auf den Spross über, welcher alsbald völlig freidreht. Er erweckt die ’Ghoulies’ zu neuem Leben, bekommt den gleichen grünen Schimmer in den Augen wie einst sein Dad und lässt es sogar per Hokus Pokus (inklusive Plaste-Dreizack und Satanisten-Kutte) im Keller regnen.
Seine Freundin Rebecca ist über diesen Lebenswandel alles andere als erfreut, dabei ahnt sie ja nicht, was der Gute noch alles plant…

Aber mit den Augen haben sie's hier alle!

Ähnliche Ahnungslosigkeit wohnte mir inne, als der Film begann.
Das änderte sich schlagartig, als der Schriftzug: Produced by Charles Band auf dem Schirm brannte. Wie oft ich diesen Namen allein schon im letzten Jahr in den Credits irgendwelcher zweit- und drittklassigen Filme gelesen habe, ist beinfastig erschreckend.
Noch erschreckender ist die tatsächliche Qualität von ’Ghoulies’ und damit meine ich sowohl den Film, als auch das Design der Titelmonster. Beides ist nämlich beschissen.
Der Film an sich ist lahm. Lahm gespielt, lahm produziert und von Regisseur Luca Bercovici, der seine Brötchen auch als Schauspieler verdiente (u.a. in ’Space Raiders’), lahm inszeniert.
Die ’Ghoulies’ sind ein Kapitel für sich. Vielleicht werde ich demnächst in unserem ’Bestiarium’ noch einmal näher auf diese erbärmlichen Gips-Tüten eingehen, bis dahin vergnügt euch mit den hier dargestellten Fotos:

Bin ich jetzt der einzige, dem hierbei das dämliche 'Prinzen'-Video einfällt?

Darstellerisch sieht’s genauso düster aus. Dass hier neben den beiden Hauptsülzen tatsächlich Jack ’Eraserhead’ Nance und Michael des Barres (’MacGuyver’-Fans als dessen Nemesis ’Murdoc’ bekannt)mitspielen, ist kaum zu fassen. Da waren die beiden Spezis mit ihren Rollen in ’Der Blob’ (Nance) und ’Spaceshift’ (des Barres) ja noch richtig gut beraten! Jeffrey Combs kann wirklich froh sein, dass er die Rolle des Jonathan (für die auch er sich bewarb) nicht zugesprochen bekam.
Bevor ich hier mit einem kurzen Röcheln abschließe, will ich noch etwas zu den Nebenfiguren loswerden: Es gibt in allen Genre-Filmen bestimmte Rollen-Klischees, die des Öfteren einen Wettstreit in Sachen Flachheit und Überflüssigkeit auszutragen scheinen.
Glaubt mir, es beschämt mich selbst fast ein bisschen, Protagonisten eines narrativen Werkes wie folgt zu beschreiben:
’Ein Breakdance-Clown, ein Kiffer mit Riesen-Haartolle, ein Macho mit ebenfalls beachtlicher Haarpracht, ein Nerd ohne Brille und die dazu passenden Weibsbilder’.
Gern würde ich in hochgeistigem Charakter-Geschwafel aufgehen, aber wo nichts ist, kann auch nichts beschwafelt werden. Sorry, ich bin nur der Bote und ich hab sowieso schon wieder viel zu viele Worte an diesen Schund verloren.

“Ja, wie gesagt: Schon für den geringen Betrag von 20 Dollar
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Ob nun ’Ghoulies’ noch vor den ’Critters’ kam oder nicht: Der Film saugt an meinen Nerven, wie ein Polyp am Walfleisch. Glibbrige Knet-Monster, die nach getrocknetem Gulasch aussehen und sich die Bildschirmzeit mit uninspirierten Acting-Geigen teilen, die selbst den Takt ihrer eigenen Dialoge versemmeln… Reicht doch, oder?

Hudson