Ghostbusters - Die Geisterjäger


‘Who ya gonna call?’


Originaltitel: Ghost Busters (1973)
Regie: Ivan Reitman Drehbuch: Dan Aykroyd, Harold Ramis & Rick Moranis
Darsteller: Bill Murray, Dan Aykroyd, Sigourney Weaver FSK: 12


Er hat gesagt, ich solle Ghostbusters reviewnieren.
Na klar, hab' ich gesagt, leichter für mich wär's, hättest du mich aufgefordert, den dritten Teil zu drehen. KURSIV.
Wie, bitte schön, soll ich diesem Film ein ihm gerecht werdendes Review schreiben? Ich, der ich von “gerecht“ nun gar keine Ahnung hab' (ich habe drei Kinder, hätte ich auch nur ein Strychnin von Gerechtigkeitssinn wäre ich jetzt längst tot. Und von Würmern gefressen. Und von toten Zombiewürmern vergewaltigt. Während ich sterbe).

Duuuuuuuu....
Vor langer, langer Zeit lebte eine UNI. An dieser UNI laborierten drei unbegabte (Peter), beziehungsweise, sehr freigeistige Wissenschaftler (die andren zwo): Peter, Egon und Raymond, letzterer von allen nur liebevoll Ray genannt.
Vor allem Peter verbrachte seine Zeit mit sinnlosen aber tittenvollen Experimenten, was den Zorn des, natürlich, bösen und absolut unsympathischen Dekans heraufbeschwor.
Der Rausschmiss folgt, der Film beginnt.

Willkommen in der Welt der freischaffenden Geisterjägerei.
Ektoplasma sah niemals zuvor so geil aus.
Ektoplasma überhaupt war niemals zuvor ein Begriff.
'Ich stecke mitten in einer Sache...' war auch niemals ein Begriff, zuvor, und wurde zu einer der am meisten gebrauchten Redewendungen in unserem, Hudsons und meinem, Intimleben (eigentlich hatten wir keins; dummerweise waren wir nicht schwul. Verdammt).

Rayyyyy...
Möglicherweise übertreibe ich jetzt: Peters Kopf ist mein Stonehenge. Nicht das Gesicht; seine Deckelbehaarung. Diese spärlichen und doch kecken Strähnen, wie sie sich auflehnen gegen all das was ein Brad Pitt repräsentiert. Wie alt war er zum Zeitpunkt des Drehs, unser Mista Murray? Zweiunddreißig? Vierundfünfzig? Zeitlos? Ist Peter, ’tschuldigung, Wilhelm Murray, Gott? Die Endzeitmoräne?
Was er ist: Fast kahl. Kümmert's ihn? Nö.
Beeindruckend. Und dann auch noch Geister jagen, immer mit coolem Spruch auf den Lippen, so Achtziger und doch irgendwie jenseits der Achtziger... Zeitlos.
Gute Idee. Ab sofort heißt er, aus ehrfurchtsvollen Gründen allein: Endzeitmurrayne.

Erwartet ihr Schmocks jetzt tatsächlich eine Inhaltsangabe? Wird Hudson diesen meinen getippten Nonsens wirklich auf die Seite stellen?
Ja, denke ich. In beiden Fällen.

Egooon...
Es war einmal ein Sandtörtchen. Ein Sandtörtchen von der Größe New Yorks. Was natürlich eine Metapher ist, denn so große Sandtörtchen werden nicht mehr gemacht seit Bud Spencer aufgrund unerwarteter Zuckererkrankung der Verzehr des ersten Teils des eben genannten zusammengesetzten Substantivs untersagt worden ist.
Italiens Zuckerbäcker gingen über Nacht pleite; dreihundert Jahre später war das Römische Imperium verschwunden - doch das nur am Rande. Ich hasse all jene, die da denken angeben zu müssen mit ihrem Geschichtswissen.

Doch jetzt mal im Ernst: Zurück zu Ghostbusters.
Hat unsereins Schnupfen, so hat er eben Rotz in und um die Nase. Im New York der ACHTZIGER JAHRE jedoch hatte man Ektoplasma. Da half kein Tempo, kein Zewa Softi, nee, nur die...

DÖDÖDÖÖDÖDÖÖDÖ.... GHOSTBUSTERS!

Drei Jungunternehmer mit nichtlizensierten Nuklearbeschleunigern auf dem Rücken ziehen durch die Straßen und jagen freibewegliche Energiekonvaleszensen - wovon letztere sich erholen weiß ich nicht.
Jagen und Inhaftieren ist das Motto, Herangehensweise Zero Tolerance.
Die Scheißer haben's nicht anders verdient, Freunde, so sieht's aus. Eben noch deine Großmutter, plötzlich frei schwebender ständig brabbelnd belehrend nervender Schleim: Eat this, Granny! Back to Hell! Was wohl dechiffriert heißt: Zurück zu Großvater.

"Es existiert keine Dana, nur Zhuuuuul!"
Gott, das passt nicht wirklich hierher, aber wo zur Hölle kommen all die Knuddelcartoongeister her? Ein dicker, kugelrunder Proppen, so eine Art Danny DeVito, nur mit kleinerem Mund, grüner und etwas behänder (Lou Ferrigno wäre perfekt gewesen als Besetzung, doch leider war er nach dem HULK schon wieder abgeschminkt worden). Dann wäre da der riesige Marshmellow-Man, der als ultimative Bedrohung des Big Appels durch die Betonschluchten watschelt. Synchronisiert, nur so als kleines Faktschmankerl für all euch Nerds da draußen, von Kim Il-Sungs Sohn, Max, welcher damals auf der Suche nach Walt-Disney-Welten und zu entführenden Monsterfilmregisseuren in den USA verweilte. Selbst die Oberbös-Schnalle, Gozer der Gozerianer, (“Hi, ich bin Gozer, der Gozerianer, freut mich dich kennen zu lernen.“ “Tach auch, mein Name ist Frank, der Frankianer, ebenso erfreut.“) erweist sich als drollig, obwohl nicht animiert. Glaube ich. In High-Heels und Zirkus-Busch-Glitzeroutfit hopst sie saltoierend durch die Luft, dass es die reine Freude ist. Leider misslang mir auch nach dem einhundertsten Schauen des Films der Blick unter Gozerianers Rock.
Man kann nicht alles haben.


Oh, und ehe ich meine absoluten Monsterlieblinge vergesse: Torwächter und Schlüsselmeister. Im realen Leben Harryhausensche Zuckelkreaturen, laufen sie gegen Ende des Films in den Gestalten von Rick Moranis und Sigourney Weaver zu absoluter Höchstform auf. Dies führte, in meinen Augen, und wehe irgendjemand ist da anderer Meinung, zum wahrhaft erotischsten Kuss der Film-, ja überhaupt zum phänomenalsten Kuss der MENSCHHEITSGESCHICHTE! Sollte einer von euch diesen Film noch nicht gesehen haben, so weise ich darauf hin: Unbedingt Papiertaschentücher einpacken, ihr werdet diese benötigen (und ehe einer blöde fragt: Der Moment ist einfach bewegend, die Tücher sind für die... Tränen der Rührung gedacht. Schweine).

Bürokraten Troika - Der in der Mitte hat keinen Schwanz.

Doch ich schweife ab. Wo war ich... ah ja. Unsere drei Sympathieträger jagen also, unter der Führung des sympathischsten Trägers, der Endzeitmurrayne, durch die Straßen der tollsten Stadt der Welt (ehe ihr fragt: New York). Geister werden gejagt, Frauen becirct, Umweltorganisationen verarscht, Fernseher zu laut gedreht, Freundinnen getoastet, Sirenen an- und abgestellt, Rohre runtergerutscht (huch, schon wieder so was schlüpfriges), Sprüche geklopft, glupschgeäugt, kluggeschissen, dummgeschwatzt, Köpfe glatt, wenn auch nur fast, abgebissen, Schnöselhotelfachleute eingeschüchtert und abgezockt, Fangvorrichtungen ein- und ausgeschaltet, Geister gefangen und freigelassen, letzte Gerichte eingeleitet und wieder abgewendet, Stromschläge an die Richtigen verteilt, Kaugummis ausgespuckt und verschluckt, Strahlen gekreuzt und und und...

"Mutter, da brennt die Muschi!"
Fragt nicht. Der Film hat alles, weswegen er, aus Prinzip, von mir die Höchstwertung plus eins erhält. (Hudson, bitte eigens für die Geistbastas ein neues Bewertungslogo zeichnen - am besten thematisch angelehnt an, öhm, die Geistbastas.)
Die Leistungen der Schauspieler sind klassisch und genial und wenn sie mal nicht überzeugen, dann ist es so gewollt und die schauspielerische Leistung überragend. Tricks und Specialeffects sind eher mau, was daran liegt, dass es keine gibt - denn wie wir alle wissen, wieder ein kleiner Nerdfakt am Rande, wurden nur echte Gespenster, Monster und New Yorker für den Film gecastet und genutzt. Real Ghostbusters eben, alles echt. Der Marshmellowmann lebt im Leben außerhalb des Films übrigens in der Schweiz und malt die Gletscher dort weiß. Dass es derzeit keine Gletscher mehr zu sehen gibt, ist, zumindest in Europa, auf die plötzliche Weißfarbenknappheit, eine direkte Folge der Bankenergiekrise, zurückzuführen.
Aber ich will hier, wie bereits eingangs erwähnt, nicht mit meiner mühsam erfundenen Bildung angeben. Immerhin geht's hier ja auch nicht um mich, sondern um den wichtigsten Film aller Zeiten: Rambo 5.
Die Kernfrage, die sich allen Fans stellt, ist ja wohl: Warum wird Rambo zum ersten Mal von Arnold Schwarzenegger gespielt und warum, noch interessanter für den Interessierten, hat Stallone die Rolle an seine Jugendfreundin abgetreten? Also, ich persönlich...

Ghostbusters, das war's!

Der wirklich BESTE Film aller Zeiten! Tschuldigung, kommt nicht wieder vor.
Wo war ich? Ach ja, dieser Bewertungsmist, weil ihr Idioten immer Schubladen braucht und euren Kopf nur habt, um Endmurraynsche Frisuren zu proben und phänomenal zu scheitern.
Der Film ist Klasse, schaut'n euch jetzt bitte an. NEIN. SCHAUT IHN EUCH AN. SOFORT! Und das ist alles was ich zu diesem Thema zu sagen habe.


Franx


Editors Note: Moooment mal! Aber ich habe noch etwas zu sagen. Kann es sein, dass in diesem Text nicht ein einziges Mal die Figur des Winston Zeddemore erwähnt wurde und er überhaupt in der Popkultur viel zu wenig Zuspruch bekommt (davon abgesehen, dass er nicht mal auf dem Poster ist)!? Was soll das? Ist es, weil er sch...päter im Film auftaucht als die restlichen Geisterjäger? Ist es, weil er lieber etwas Musik hören will, anstatt über das Ende der Welt zu reden? Ist es, weil er sich dezent im Hintergrund hält und seinen eigenen Anwalt will? Oder ist es, weil Ernie Hudson als Ersatz für Eddie Murphy einsprang, der scheinbar wichtigeres zu tun hatte? Jaha, genau. Stellt euch mal Eddie Murphy bei den Ghostbusters vor! Jetzt wischt die Kotze vom Fußboden, beruhigt euch und dankt der Fügung, dass wir Ernie Hudson bekommen haben. Von wem sonst wüssten wir, dass wenn uns jemand fragt, ob wir ein Gott sind, wir JA sagen müssen? Ganz recht, Kumpels.

KNEEL BEFORE ZED!