Ghidrah: The Three-Headed Monster


‘The Three-Headed Monster battles Godzilla, Mothra and Rodan for the world!’


Originaltitel: San daikaijû: Chikyû saidai no kessen (1964)
Regie: Ishirô Honda Drehbuch: Shinichi Sekizawa
Darsteller: Yosuke Natsuki, Yuriko Hoshi, Hiroshi Koizumi FSK: unbekannt


Schon im Vorspann des 5. Streifens der Godzilla Reihe bekommen wir einen kleinen Vorgeschmack, was und wer uns diesmal alles erwartet. Sowohl Big-G, als auch der riesige Gummi-Adler Rodan und unsere Lieblings-Motte Mothra kloppen sich mit dem (bis dahin nur angedeuteten) Space-Monster Ghidrah (bei uns auch als King Ghidorah bekannt). Da pocht das Herz, da schmilzt das Hirn und jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit solcher Art von Film anfangen kann, freut sich die Hucke voll, als auch Akira Ifukubes donnerndes Thema ertönt: Da-Da-Da-Dammm.

Erstmal was kaputt machen hier...

Bis es zum großen Pranken kommt, muss natürlich erst einmal eine Geschichte aus Menschensicht erzählt werden. Diesmal geht es um eine Prinzessin, die bei einem Flugzeugunglück verschwindet, dann wieder auftaucht und behauptet, von der Venus zu sein und daraufhin seltsame Weissagungen von sich gibt. Und siehe da, es dauert nicht lange, bis sich das erste Monster aus der Kiesgrube schält: Rodan! Und wenn der den Klappschnabel aufreißt, dauert es nicht lange, bis auch Monster Nr. 2 das Meer teilt: Godzilla! Nur noch etwas Zwischengeplänkel um irgendwelche Attentäter, die Miss Venus das Licht ausknipsen wollen und schon erreichen Rodan und Big-G den Hafen der nächstbesten japanischen Stadt und hauen sich die Hochhäuser um die Ohren. Doch die eigentliche Gefahr lauert in dem unlängst abgestürzten Meteoriten, der irgendwo im Tal des Todes von japanischen Wissenschaftlern untersucht wird. Als die Zeit reif ist, entschlüpft King Ghidorah dem Weltraum-Ei und schwingt sich über die japanische Landschaft, um größeren Schaden anzurichten, als jede Versicherung in Japan decken könnte. Da kommen die menschlichen Protagonisten mit Hilfe der kleinen Feen-Zwillinge, Dienerinnen der Super-Raupe/Motte Mothra, zu dem Entschluss, letztere nach Japan zu locken, um Godzilla und Rodan gegen das allmächtige All-Monster zu vereinen…

Nix da, das ist unser Spielplatz!

Wie so oft in den Kaiju-Epen von TOHO ist die Story nicht nur absolut hanebüchen, sondern zuweilen auch etwas dürftig. Aber echte Fans dürfte das kaum abschrecken, zumal die Darsteller wieder Schießbuden-Dialoge von sich geben (“You’re keeping your visit a secret, aren’t you?“ “Of course. I even booked a quiet hotel.”) und alles von Anfang an von herrlich absurden Szenen unterwandert wird. So haben natürlich auch wieder Mothras kleine Freundinnen, die Mini-Twins (Emi & Yumi Ito) die Lacher auf ihrer Seite, als sie bei einer Pressekonferenz/Schülerveranstaltung/Theaterstück (?) ihr Liedchen von ’Mosura’ anstimmen, zu welchem die olle Riesenraupe auf einem fernen Eiland mit dem Larvenhaupt nickt, während sich vor ihrer Brutstätte ihr hauseigener Kult rhytmisch verneigt.

"Hmn, reizvoll, appettitanregend!"

Der richtige Spaß geht natürlich erst bei den kultigen Monsterkämnpfen los. So sprüht Godzilla beispielsweise seinem Kontrahenten Rodan den Hauch des Todes in die Flügel, worauf dieser ihm den Schnabel der Vergeltung auf den Kopf haut (pick pick pick). Kurz danach hebt Rodan ab, schnappt sich Godzi beim Rückenkamm und hebt ihn in die Luft. Big-G kontert, indem er den Gummiadler zu Boden schmeißt und ihn mit dem Schmwanz vermöbelt. Und als dann schließlich Mothra erscheint und ein Felsbrocken-Kopfballduell der beiden Prügel-Biester mittels Versprühen des Motten-eigenen Netz-Klebers unterbindet, und sie kurz darauf “zur Rede stellt“, gibt es schließlich sogar Applaus von Godzilla (der hier seinen ersten Auftrag für die ’Guten’ erledigt) & Geflatter von Rodan (der nach seinem eigenen Film ’Die fliegenden Monster von Osaka’ hier in die große Familie aufgenommen wurde). Bei solchen Szenen bleibt kein Auge trocken. Was danach passiert gehört ins Reich der Kaiju-Legenden und soll von mir an dieser Stelle nicht verraten werden.

Also ein bisschen sieht das schon nach Braut und Bräutigam aus...

Fakt ist: Dass ’Ghidrah - The Three Headed Monster’ es nicht nach Deutschland geschafft hat und demzufolge auch keine der amüsanten Synchros verpasst bekommen hat, ist mehr als traurig und kann von mir überhaupt nicht nachvollzogen werden. Diese riesigen japanischen Monster, die sich im großen Stil die wackelnden, wippelnden Gummiköppe vermöbeln, gehören ins Reich der Mythen und dieser Film gehört in jede Monsterfilm-Sammlung!


Hudson