George und das Ei des Drachen


‘A Dragon, a Princess, and a Knight to Remember’


Originaltitel: George and the Dragon (2004)
Regie: Tom Reeve Drehbuch: Michael Burks & Tom Reeve
Darsteller: James Purefoy, Piper Perabo, Patrick Swayze FSK: 6


Es war einmal vor vielen, vielen Jahren, im Lande der Briten…

Britisch/Maurische Freundschaft die 2.
Der tapfere Ritter Sir George (James Purefoy) kehrt als geschundener Recke aus dem 1. Kreuzzug zurück und will sich nach all dem Blutvergießen im Namen des Herrn zur Ruhe setzen. An seiner Seite ist Tarik (Michael Clarke Duncan), ein Maure und neu gewonnener Freund des Ritters, den dieser kurzerhand aus dem heiligen Land auf die Insel eingeladen hat. Doch bald schon trennen sich ihre Wege und während sich Tarik auf die Suche nach dem verwegenen Schurken El Cabillo (Cameo: Val Kilmer) macht, reitet George gen Norden, um sein Glück in der Heimat zu suchen. Dort trifft er nicht nur seinen glücklichen Vater wieder, sondern macht auch Bekanntschaft mit Sir Garth (Patrick Swayze) und König Edgar, die auf der Suche nach Prinzessin Luma sind, welche angeblich von einem Drachen entführt wurde. George schließt sich der Suche an und ist mehr als verwundert, als er die Prinzessin schließlich in einer Höhle findet, in der sie ein riesiges Drachenei beschützt...

’George und das Ei des Drachen’ ist eine Mischung aus bewährten Fantasy-Elementen, die schon bei ’Robin Hood’, ’Dragonheart’, ’Prinz Eisenherz’ und ähnlichen filmischen Mittelalter-Themenparks funktionierten. Ein charmanter, tapferer Held, eine schöne Prinzessin, eine Handvoll fieser Comic-Bösewichter, ein fantastisch fotografierter Laubwald, Burgen, Schwerter und ein halbnackter Stefan Jürgens als Schurke im Dschingis Kahn-Look (okay… den gibt’s nur hier!).

Der letzte Überlebende
der Gebrüder Mente (Rudi)
Neben dem deutschen ’RTL Samstag Nacht’-Star in einer untypischen Rolle, spielen der Brite James Purefoy (’Resident Evil’), der es bislang noch nicht zum Superstardom geschafft hat (was sich mit ’Solomon Kane’ jedoch sicherlich ändern wird), sowie ein gewohnt schräg frisierter Patrick Swayze (’Steel Dawn’) als undurchsichtiger Ritter und ’Tomboy Redhead’ Piper Parebo (’The Prestige’) als resolute Prinzessin. Michael Clarke Duncan (’The Green Mile’) und Val Kilmer (’Top Secret’) absolvieren lediglich Kurzauftritte, die zu einem zwar amüsanten, aber eher offensichtlichen Twist führen.
Regisseur und Co-Autor Tom Reeve, der bis dahin vornehmlich als Produzent (beispielsweise von ’Fortress 2’ und ’Wing Commander’) seine Brötchen verdiente, beweist hier ein Händchen für große Bilder, flotte Schwertkämpfe und stimmungsvolles Fantasy-Flair. Sowohl Humor als auch Ton sind eher auf ein jüngeres Publikum abgestimmt. So werden Gegner größtenteils verprügelt und bekommen höchstens mal einen Pfeil in den Allerwertesten geschossen. Fleisch und Blut darf man hier also genau so wenig erwarten, wie historische Korrektheit. Dafür gibt’s dann doch zu viel Märchen-Logik und einen (wenn auch eher mau animierten) Drachen zuviel.

George ist nicht im Bild, aber ich glaube der Linke ist das Ei des Drachen
(Au weiha, darf man eigentlich noch Scherze auf Patricks Swayzes Kosten machen?)

Summa summarum ist ’George und das Ei des Drachen’ ein amüsanter, zuweilen etwas sehr kindischer, aber allzeit unterhaltsamer Storybook-Fantasystreifen für die ganze Familie. Papa kriegt die Piper und Schwertkämpfe, Mama bekommt den Purefoy und einen Hauch Sonnenuntergangs-Romantik, die Kinder bekommen Slapstick und ein Drachenbaby und der Hund bekommt Stefan Jürgens Schädel.


Hudson